Eugen Spiro

1874 Breslau –  1972 New York

Eugen Spiro wird als Sohn des Synagogen Kantors Abraham Baer Spiro geboren.

1892 bis 1894 studiert er Malerei an der Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau.

1894 wechselt er an die Akademie der Bildenden Künste München.

1895 wird Spiro einer der ersten von Franz Stuck persönlich ausgewählten Schüler.

1897 wird er in die Meister-Klasse aufgenommen und erhält ein eigenes Atelier in der Villa Stuck.

Bis 1933 ist er Mitglied der Münchner Sezession und beschickt zahlreiche Ausstellungen im Glaspalast München.

1906 wird er auch Mitglied er Berliner Sezession. Er konzentriert sich auf die Porträtmalerei.

1906 übersiedelt er nach Paris und findet Anschluss an den Kreis des Cafè du Dome. Er knüpft Freundschaft mit Hans Purrmann. Er unterrichtet an der Académie moderne und Académie des Beaux Arts. Er nimmt an Ausstellungen im Salon des Tuileries teil.

1914 kehrt er nach Berlin zurück. In seinem eigenen Atelier unterrichtet er Porträtmalerei.

1915 wird er in den Vorstand der Berliner Sezession gewählt. Er beteiligt sich regelmäßig an den großen Berliner Kunst-Ausstellungen bis 1931.

Bis 1935 unternimmt Eugen Spiro zahlreiche Reisen nach Oberitalien, Paris, Südfrankreich, Spanien und New York. Er reist an den Bodensee zu seinem Freund Hans Purrmann und häufig auf die Insel Hiddensee. Es gibt Kontakte mit Gerhart Hauptmann. Im Berlin der goldenen 20er Jahre steht er auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

1933 legt er alle seine Ämter wegen antisemitischer Äußerungen nieder.

Bis 1935 beteiligt er sich nur an Ausstellungen im Ausland.

Im Oktober 1935 emigriert er nach Paris.

1936 lässt er sich in Sanary-sur-Mer, einem Treffpunkt der emigrierten Intellektuellen, nieder.

1936 wird er Mitbegründer der „Union des artistes libres“, eines Zusammenschlusses emigrierter deutschsprachiger Künstler, deren Vorsitz er von 1938 bis 1939 übernimmt. Mitglieder sind Max Beckmann, George Grosz, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Kokoschka, B. Krauskopf, Anton Räderscheidt, G.H. Wollheim und andere.

1938 organisiert er mit Paul Westheim, einem deutschen Kunstschriftsteller, in Paris eine große Ausstellung von „verfemten“ Künstlern. Es war die unmittelbare Antwort auf die von der NS-Propaganda gezeigte Ausstellung „Entartete Kunst“, 1937 in München.

1940 nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich, wird er auf die Liste der zu verhaftenden Künstler gesetzt. Er flieht über Biarritz nach Marseille. Nur durch Unterstützung und Fürsprache von Thomas Mann bei Präsident Franklin D. Roosevelt, erhält er für seine Familie und für sich selbst Ausreise Visa für die USA.

1941 lässt er sich in New York, wo er 1972 stirbt, nieder. Es entstehen zahlreiche Porträts prominenter europäischer Emigranten.