Dame mit aufgestütztem Arm

Öl auf Leinwand
78 x 67 cm
Entstanden 1916
Nr. 2016-0010

Heinrich Emil Adametz

1884 Düsseldorf – 1971 Berlin

Nach einer Ausbildung als Schiffsbauingenieur studiert Heinrich Emil Adametz an der Kunstgewerbeschule Hamburg und Altona.

1904 bis 1906 besucht er die Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. Seine Lehrer sind Graf Leopold von Kalkreuth und Adolf Hölzel.

Ab 1910 lebt er in Berlin.

1914 heiratet er Johanna Michaelis, Tochter eines wohlhabenden jüdischen Maklers. Das Paar wird von ihren Eltern, die diese Ehe als nicht standesgemäß ansehen, verstoßen.

In den 20er Jahren ist er äußerst erfolgreich mit diversen Ausstellungen in Sydney und Buenos Aires.

Die Nationalsozialisten belegen ihn mit Berufsverbot, nachdem er sich weigert sich von seiner Frau zu trennen.

1943 wird seine Frau bei der Abholung von Lebensmittelmarken verhaftet. Vorübergehend freigelassen, versteckten sich die beiden in Zesch am See bei Berlin. Nach Verrat müssen sie ihr Versteck ständig wechseln.

1944 kommt es erneut zu einer Verhaftung und Einlieferung in das KZ Gardelegen bei Magdeburg. Bei der Verlegung des Lagers gelingt ihm die Flucht über eine Fäkaliengrube.

Gegen Ende des Krieges wird fast sein gesamtes bis dahin geschaffenes Werk vernichtet.

Nach dem Krieg, gebrochen von den Erlebnissen, leben sie zurückgezogen in einer Wohngemeinschaft.

1947 nimmt Gertrud, die Witwe des Malers Hans Richter, die beiden auf. Gertrud wird die Muse des Malers, Johanna erledigt den Haushalt.

1968 lernen sie Horst und Evelyn Besener, ein Berliner Ehepaar kennen.

1971 stirbt Heinrich Emil Adametz, kurze Zeit später folgt ihm Gertrud in den Tod. Seine Frau Johanna wird von den Beseners aufgenommen und bis zu ihrem Tode 1974 betreut.

Die Beseners bewahrten das Erbe des vergessenen Malers. Durch die Schenkung eines Gemäldes an den Chefredakteur der B.Z., Georg Gafron, gelangten erste biografische Daten des vergessenen Malers an die Öffentlichkeit.

Lit.: B.Z. 24. Dezember 2002. „Zwei Berliner hüten das Erbe des vergessenen Malers Heinrich Emil Adametz“.