{"id":1005,"date":"2025-11-13T09:02:09","date_gmt":"2025-11-13T09:02:09","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/beye-bruno\/"},"modified":"2026-08-21T10:26:22","modified_gmt":"2026-08-21T08:26:22","slug":"beye-bruno","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/beye-bruno\/","title":{"rendered":"Beye, Bruno"},"content":{"rendered":"<p>Bruno Beye begann mit nur 16 Jahren eine k\u00fcnstlerische Ausbildung in seinem Geburtsort Magdeburg. An der dortigen Kunstgewerbeschule lernte er bei Richard Winckel (1870\u20131941) und Kurt Tuch (1877\u20131963). Im Rahmen von Studienreisen besuchte er Prag, Basel und Amsterdam. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Beye eingezogen, doch auch als Soldat blieb er k\u00fcnstlerisch aktiv: 1916 nahm er an der ersten expressionistischen Ausstellung in Magdeburg teil, und von 1917 bis 1924 ver\u00f6ffentlichte er Grafiken in der Zeitschrift <em>Die Aktion<\/em>, damals ein zentrales Sprachrohr progressiver, linker Positionen und expressionistischer Kunst. 1919 war er Mitbegr\u00fcnder der Gruppe <em>Die Kugel<\/em>, ein Zusammenschluss expressionistischer K\u00fcnstler:innen und Schriftsteller:innen. Die 1920er-Jahre waren f\u00fcr Beye eine Zeit des Umherreisens und k\u00fcnstlerischen Ausprobierens: Nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin, wo er mit der Novembergruppe in Kontakt kam und als Kabarettist auftrat, \u00fcbernahm er in Rheinland und Westfalen verschiedene Hilfsarbeiten. Es folgten Reisen durch Deutschland, in die Schweiz und nach Italien. Ab 1925 studierte er, wie viele seiner Zeitgenossen, die eine Alternative zu den staatlichen Akademien und dem dort herrschenden konservativen Malstil suchten, an der privaten Acad\u00e9mie Colarossi in Paris. Hier entstand m\u00f6glicherweise auch der gezeigte <em>Weibliche Akt<\/em>, denn die Aktmalerei war ein wichtiger Bestandteil der k\u00fcnstlerischen Ausbildung. 1929 kehrte Beye nach Magdeburg zur\u00fcck und arbeitete dort vor allem f\u00fcr linke Zeitschriften. Doch mit der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten 1933 \u00e4nderte sich alles: Da er in progressiven Kreisen verkehrte und Kontakte zur linken Szene pflegte, wurde sein Haus durchsucht. Beye emigrierte zwar nicht, reiste aber in den folgenden Jahren viel und lange \u2013 nach Marokko, Spanien, Italien und \u00d6sterreich. In Barcelona konnte er 1933\/34 sogar ausstellen. 1937 wurden vier seiner Druckgrafiken aus dem Kaiser-Friedrich-Museum in Magdeburg als \u201eentartet\u201c beschlagnahmt. Trotz der Verfemung in den 1930er-Jahren wurde er 1944 vom NS-Regime beauftragt, die Stadt Quedlinburg zu zeichnen. Ob er Mitglied der Reichskammer der bildenden K\u00fcnste wurde, ist unklar, aber wahrscheinlich, denn ohne sie war k\u00fcnstlerische Arbeit in der \u00d6ffentlichkeit kaum m\u00f6glich. Bei einem Luftangriff auf Magdeburg im Januar 1945 wurde der gr\u00f6\u00dfte Teil seines Werkes zerst\u00f6rt. Doch Beye gab nicht auf. Nach dem Krieg engagierte er sich aktiv f\u00fcr die Entnazifizierung im Kunstbereich und geh\u00f6rte zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. In den fr\u00fchen 1950er-Jahren arbeitete er erneut als Pressezeichner in Berlin. 1954 kehrte er nach Magdeburg zur\u00fcck \u2013 die Stadt, in der sein k\u00fcnstlerischer Weg begann. In den folgenden Jahren fand er allm\u00e4hlich zur\u00fcck ins k\u00fcnstlerische Leben. Ein sichtbares Zeichen seines beruflichen Erfolgs war die Verleihung des Erich-Weinert-Preises der Stadt Magdeburg im Jahr 1963.<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten\u201c. Dieser ist\u00a0<\/strong><span style=\"color: #33cccc;\"><a id=\"menur4r4\" class=\"fui-Link ___1q1shib f2hkw1w f3rmtva f1ewtqcl fyind8e f1k6fduh f1w7gpdv fk6fouc fjoy568 figsok6 f1s184ao f1mk8lai fnbmjn9 f1o700av f13mvf36 f1cmlufx f9n3di6 f1ids18y f1tx3yz7 f1deo86v f1eh06m1 f1iescvh fhgqx19 f1olyrje f1p93eir f1nev41a f1h8hb77 f1lqvz6u f10aw75t fsle3fq f17ae5zn\" style=\"color: #33cccc;\" title=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/produkt\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\" href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Link HIER\"><strong>HIER<\/strong><\/a><\/span><strong> erh\u00e4ltlich.<\/strong><\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Beye, Bruno - Museum der verlorenen Generation","description":"Bruno Beye begann mit nur 16 Jahren eine k\u00fcnstlerische Ausbildung in seinem Geburtsort Magdeburg. An der dortigen Kunstgewerbeschule lernte er bei Richard Winck"}},"categories":[96],"class_list":["post-1005","kuenstler","type-kuenstler","status-publish","hentry","category-kuenstler"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler\/1005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler"}],"about":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kuenstler"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}