{"id":1012,"date":"2025-11-13T09:06:43","date_gmt":"2025-11-13T09:06:43","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/brill-carla\/"},"modified":"2026-01-16T16:14:32","modified_gmt":"2026-01-16T16:14:32","slug":"brill-carla","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/brill-carla\/","title":{"rendered":"Brill, Carla"},"content":{"rendered":"<p>Carla Brill ist eine der wenigen K\u00fcnstlerinnen der Sammlung B\u00f6hme, die trotz ihrer regimekritischen Lehrer Max Beckmann (1884\u20131950) und Karl Hofer (1878\u20131995) nicht direkt vom nationalsozialistischen Regime bedroht war. 1924 begann die 18-j\u00e4hrige Frankfurterin ihre Ausbildung an der Kunstgewerbeschule ihrer Heimatstadt. Nach der Vorklasse besuchte sie die Klasse f\u00fcr Freie Malerei bei dem konservativen Johann Vinzenz Cissarz (1873\u20131942), in der sie auch den sp\u00e4teren Beckmann-Sch\u00fcler Georg Heck kennenlernte. 1927 wurde Brill in Beckmanns Meisterklasse aufgenommen, verlie\u00df diese jedoch nach nur einem Jahr. \u00dcber ihre Zeit dort war wenig bekannt, doch das von Beckmanns reduzierter Formensprache inspirierte Selbstbildnis vor der Staffelei k\u00f6nnte in dieser Phase ihres Studiums entstanden sein. Die Freundschaften, die sie mit ihren Kommilitonen schloss, begleiteten Brill weit \u00fcber diese Zeit hinaus. 1928 wechselte sie an die Vereinigten Staats schulen f\u00fcr Freie und Angewandte Kunst in Berlin, um ihr Malereistudium bei Karl Hofer (1878\u20131995), Emil Orlik (1870\u20131932) und Hans Meid (1883\u20131957) fortzusetzen. Ab 1932 wandte sie sich der Bildhauerei zu und lernte ein Jahr lang bei Edwin Scharff (1887\u20131955) und Wilhelm Gerstel (1879\u20131963). W\u00e4hrend viele ihrer ehemaligen Mitstudierenden unter der nationalsozialistischen Kunstpolitik litten, blieb Brill unbehelligt, da sie sich den Vorgaben des Regimes weitgehend anpasste. 1933 wurde Beckmanns Meisterklasse in Frankfurt aufgel\u00f6st, und zahlreiche K\u00fcnstler:innen wurden aus dem \u00f6ffentlichen Kunstbetrieb ausgeschlossen, auf verschiedene Weise drangsaliert oder ins Exil gezwungen. Brill hingegen konnte weiterhin als Bildhauerin arbeiten. Als 1938 bei einem Brand ihr Atelier in der Berliner Grolmanstra\u00dfe mitsamt ihren Arbeiten und Besitzt\u00fcmern zerst\u00f6rt wurde, beantragte sie als Mitglied der Reichskammer der bildenden K\u00fcnste finanzielle Unterst\u00fctzung beim Reichsministerium f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda. Neben der Regulierung und F\u00f6rderung regimekonformer Kunst durch die Vergabe \u00f6ffentlicher Auftr\u00e4ge half die Reichskunstkammer ihren Mitgliedern auch in wirtschaftlichen und sozialen Belangen. So wurde Brill als Entsch\u00e4digung f\u00fcr ihre Verluste eine Summe von 150 Reichsmark aus der Spende \u201eK\u00fcnstlerdank\u201c bewilligt, die von Joseph Goebbels (1897\u20131945) genau f\u00fcr diesen Zweck eingerichtet wurde. 1939 erhielt sie den Studienpreis der Kunstakademie Kassel, 1941 nahm sie an der Herbstausstellung der Preu\u00dfischen Akademie der K\u00fcnste teil. 1942 wurde ihr durch den Einsatz von Wilhelm Gerstel der renommierte Rompreis zugesprochen, der ihr im Folgejahr einen Studienaufenthalt in der italienischen Hauptstadt erm\u00f6glichte. 1944 wurde ihr Atelier in Berlin bei der Bombardierung der Stadt zerst\u00f6rt und fast ihr gesamtes bisheriges Werk ging verloren. Ern\u00fcchtert versuchte die K\u00fcnstlerin nach Ende des Zweiten Weltkrieges einen Neuanfang: Sie zog ins oberschw\u00e4bische Biberach an der Ri\u00df und arbeitete dort als freischaffende K\u00fcnstlerin. Ab 1949 war sie in Bonn in einem Architekturb\u00fcro t\u00e4tig, bevor sie 1952 nach Frankfurt zur\u00fcckkehrte. Dort lebte sie gemeinsam mit ihrer Schwester und arbeitete als Garderobiere am Frankfurter Theater; ihre k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit hatte sie eingestellt. Erst in den 1970er-Jahren \u00fcberzeugte ihr Freundeskreis sie, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Es entstand ein umfangreiches Alterswerk aus Malerei, Zeichnungen und Skulpturen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten \u201c. Dieser ist\u00a0<span style=\"color: #33cccc;\"><a style=\"color: #33cccc;\" href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\"><strong>HIER<\/strong><\/a> <\/span>erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Brill, Carla - Museum der verlorenen Generation","description":"Carla Brill ist eine der wenigen K\u00fcnstlerinnen der Sammlung B\u00f6hme, die trotz ihrer regimekritischen Lehrer Max Beckmann (1884\u20131950) und Karl Hofer (1878\u20131995) n"}},"categories":[96],"class_list":["post-1012","kuenstler","type-kuenstler","status-publish","hentry","category-kuenstler"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler\/1012","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler"}],"about":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kuenstler"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1012"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1012"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}