{"id":1014,"date":"2025-11-13T09:06:43","date_gmt":"2025-11-13T09:06:43","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/brockmann-gottfried\/"},"modified":"2026-01-16T16:15:45","modified_gmt":"2026-01-16T16:15:45","slug":"brockmann-gottfried","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/brockmann-gottfried\/","title":{"rendered":"Brockmann, Gottfried"},"content":{"rendered":"<p>Gottfried Brockmann erhielt durch seinen Vater Hans Waldemar Brockmann (1877\u20131925), der Dekorationsmaler war, bereits in jungen Jahren Zugang zur Kunst. Auf Wunsch des Vaters machte Brockmann zun\u00e4chst eine zweij\u00e4hrige Architekturausbildung und danach eine Dekorationsmalerlehre, die er 1922 abschloss. W\u00e4hrend seiner Lehrjahre kam er durch den seit 1917 bei den Brockmanns wohnenden Architekten Wilhelm Kleinerts in Kontakt zur K\u00fcnstler:innengruppe \u201eStupid\u201c. Dieser geh\u00f6rten auch Marta Hegemann, Angelika Hoerle (1899\u20131923) und Anton R\u00e4derscheidt (1892\u20131970) an, in dessen Atelier sie sich regelm\u00e4\u00dfig trafen. Aus Teilen dieser Gruppe gingen sp\u00e4ter die \u201eK\u00f6lner Progressiven\u201c um Heinrich Hoerle (1895\u20131936) und Franz Seiwert (1894\u20131943) hervor. Brockmann bewegte sich in diesem K\u00fcnstler:innenkreis zwischen 1922 und 1925. Nach dem Tod seines Vaters 1925 musste Brockmann f\u00fcr den Lebensunterhalt der Familie aufkommen. Deshalb begann er 1926 ein Studium an der D\u00fcsseldorfer Kunstakademie bei Wilhelm Herberholz (1881\u20131956), Ernst Aufseeser (1880\u20131940) und Werner Heuser (1880\u20131964), um das Stigma des Autodidakten abzulegen. Dort erhielt er ein Stipendium von der K\u00f6lner Stiftung Johnen und ab 1927 auch ein eigenes Atelier in der Akademie. Ab 1928 wurde Brockmann Meistersch\u00fcler von Heinrich Campendonk (1889\u20131957), der Katherine S. Dreier (1877\u20131952) auf Brockmann f\u00fcr die Ausstellung der Soci\u00e9t\u00e9 Anonyme in New York aufmerksam machte. Dort konnte er 1931 zwei Bilder ausstellen. Nach seinem Studienabschluss 1932 blieb Brockmann an der Akademie und wurde mit der Grundausbildung der Studierenden betraut. Im gleichen Jahr heiratete er die Bildhauerin Marianne Reunert und wurde zum Vorstandsmitglied der \u201eRheinischen Sezession\u201c gew\u00e4hlt. Als Widerstand gegen die sich anbahnende Einflussnahme der Nationalsozialist:innen wurde er zudem Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).<\/p>\n<p>Im Bereich der Akademie setzte er sich gegen das Tragen von Hakenkreuzen und den Antisemitismus ein. Er trat auch der Absetzung des Direktors Walter Kaesbach (1879\u20131961) im Jahr 1933 entgegen. Wegen seiner Zugeh\u00f6rigkeit zur KPD und seines Widerstands gegen den Nationalsozialismus erhielt Brockmann 1933 Akademieverbot. Er fl\u00fcchtete vor der Bedrohung durch ein SA-Kommando mit seiner Frau nach Berlin, wo sie bei den Schwiegereltern lebten. Dort malte er im Verborgenen weitere Bilder. Wegen der Gefahr, die die Nationalsozialist:innen f\u00fcr Brockmann und seine Frau darstellten, wurde Brockmanns Schwiegervater Paul Reunert \u201eF\u00f6rdermitglied\u201c der SS, um so die \u00dcbergriffe auf den Schwiegersohn abwehren zu k\u00f6nnen. Von 1933 an war Brockmann im kunsthandwerklichen Bereich t\u00e4tig, unter anderem als Werkstattleiter der Klasse f\u00fcr Denkmalpflege und Monumentalmalerei der Vereinigten Staatsschulen Berlin. Von 1942 bis 1945 musste Brockmann Wehrdienst leisten. Nach der Entlassung aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft 1946 lie\u00df sich Brockmann in Hof an der Saale nieder und leitete dort eine Buchdruckerei sowie eine lithografische Anstalt. 1952 zog die Familie nach Kiel, wo er zun\u00e4chst Kulturreferent der Stadt, danach Lehrer f\u00fcr Naturstudien und Malen an der Muthesius-Gewerbeschule wurde und 1975 den Professorentitel erhielt.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Brockmann, Gottfried - Museum der verlorenen Generation","description":"Gottfried Brockmann erhielt durch seinen Vater Hans Waldemar Brockmann (1877\u20131925), der Dekorationsmaler war, bereits in jungen Jahren Zugang zur Kunst. 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