{"id":1020,"date":"2025-11-13T09:06:43","date_gmt":"2025-11-13T09:06:43","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/cahn-ruth\/"},"modified":"2026-08-21T10:16:50","modified_gmt":"2026-08-21T08:16:50","slug":"cahn-ruth","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/cahn-ruth\/","title":{"rendered":"Cahn, Ruth"},"content":{"rendered":"<p>Die K\u00fcnstlerin Ruth Cahn hatte gute Gr\u00fcnde, ins s\u00fcdamerikanische Exil zu gehen: Zum einen wurden durch die politische Kontrolle des Kunstbetriebs vor allem j\u00fcdische K\u00fcnstler:innen erwerbslos. Zum anderen wirkte sich das traditionelle Rollenbild auf die ohnehin begrenzten Arbeitsm\u00f6glichkeiten von Frauen aus und bot kaum Platz f\u00fcr Selbstverwirklichung. Von diesen existenziellen Einschr\u00e4nkungen war auch die in Paris und Barcelona ausgebildete K\u00fcnstlerin betroffen, die erst an ihrem Lebensende in ihre Geburtsstadt Frankfurt am Main zur\u00fcckkehrte. Geboren als Amalie Leontine Cahn, geh\u00f6rte sie einer alteingesessenen j\u00fcdischen Unternehmerfamilie an. Am Beginn ihrer k\u00fcnstlerischen Karriere zog es die junge Malerin zur Ausbildung nach M\u00fcnchen, wo sie 1906 Mitglied der Damen-Akademie des K\u00fcnstlerinnen-Vereins wurde. Da Frauen zu dieser Zeit nicht regul\u00e4r an staatlichen Kunstakademien zugelassen wurden, war der Verein ein Magnet f\u00fcr weibliche Interessentinnen. Neben weitgehend m\u00e4nnlichen Kollegen stellte Cahn 1920 im Frankfurter K\u00fcnstlerbund aus. In den 1920er-Jahren lebte ihr Bruder Robert Cahn (1878\u20131948) bereits in Frankreich. Die K\u00fcnstlerin, die sich inzwischen den Namen \u201eRuth Cahn\u201c gegeben hatte, folgte ihm dorthin. Sie setzte ihre Ausbildung bei Kees van Dongen (1877\u20131968) und Othon Friesz (1879\u20131949) fort, die zu diesem Zeitpunkt als \u201eFauves\u201c Bekanntheit erlangten. Die Merkmale des Fauvismus (frz. fauve = wild) waren der Einsatz leuchtender Farben und die Reduzierung der Form. Von dieser neuartigen Malerei lie\u00df sich auch Cahn inspirieren. Zu ihrem Umfeld geh\u00f6rten einflussreiche Pers\u00f6nlichkeiten wie wohl auch Pablo Picasso (1881\u20131973) und Henri Matisse (1869\u20131954). Aufbauend auf den positiven Kritiken in der Frankfurter Zeitung vom 27. April 1922 erlebte sie einen Karriereschwung. Zu diesem Zeitpunkt lebte und arbeitete die K\u00fcnstlerin wieder in Frankfurt, wo sie mit ihrem Bruder Arthur Isaak Cahn (1883\u20131952) einen Haushalt teilte. Sie war Mitglied im Frankfurter K\u00fcnstlerbund und ab 1932 der Gemeinschaft der K\u00fcnstlerinnen und Kunstfreundinnen. Die \u201eMachtergreifung\u201c der Nationalsozialisten 1933 beendete Cahns k\u00fcnstlerischen Werdegang; am H\u00f6hepunkt ihres Schaffens floh sie 1935 ins Exil. Gemeinsam mit ihrem \u00e4lteren Bruder ging sie nach Chile, vermutlich weil beide Geschwister Spanisch sprachen und die wirtschaftlichen Bedingungen dort f\u00fcr den Unternehmer Arthur vorteilhaft waren. Erst nach seinem Tod kehrte Cahn, die mit Beginn ihres Exils der Kunst abgeschworen hatte, nach Europa und schlie\u00dflich nach Frankfurt zur\u00fcck. Als eines ihrer wenigen erhaltenen Bilder gilt ein undatiertes Damenportr\u00e4t, welches vermutlich vor der Emigration entstanden ist, da es noch mit einer Frankfurter Adresse beschriftet ist.<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten\u201c. Dieser ist\u00a0<\/strong><span style=\"color: #33cccc;\"><a id=\"menur4r4\" class=\"fui-Link ___1q1shib f2hkw1w f3rmtva f1ewtqcl fyind8e f1k6fduh f1w7gpdv fk6fouc fjoy568 figsok6 f1s184ao f1mk8lai fnbmjn9 f1o700av f13mvf36 f1cmlufx f9n3di6 f1ids18y f1tx3yz7 f1deo86v f1eh06m1 f1iescvh fhgqx19 f1olyrje f1p93eir f1nev41a f1h8hb77 f1lqvz6u f10aw75t fsle3fq f17ae5zn\" style=\"color: #33cccc;\" title=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/produkt\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\" href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Link HIER\"><strong>HIER<\/strong><\/a><\/span><strong> erh\u00e4ltlich.<\/strong><\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Cahn, Ruth - Museum der verlorenen Generation","description":"Die K\u00fcnstlerin Ruth Cahn hatte gute Gr\u00fcnde, ins s\u00fcdamerikanische Exil zu gehen: Zum einen wurden durch die politische Kontrolle des Kunstbetriebs vor allem j\u00fcdi"}},"categories":[96],"class_list":["post-1020","kuenstler","type-kuenstler","status-publish","hentry","category-kuenstler"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler\/1020","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler"}],"about":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kuenstler"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1020"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1020"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}