{"id":1029,"date":"2025-11-13T09:10:20","date_gmt":"2025-11-13T09:10:20","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/degner-arthur\/"},"modified":"2026-01-17T15:00:05","modified_gmt":"2026-01-17T15:00:05","slug":"degner-arthur","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/degner-arthur\/","title":{"rendered":"Degner, Arthur"},"content":{"rendered":"<p>Arthur Degner wurde als Sohn einer aus Salzburg emigrierten Familie in Gumbinnen im damaligen Ostpreu\u00dfen geboren. Die Familie \u00fcbersiedelte von dort nach Tilsit, wo er seine Kindheit verbrachte. Von 1906 bis 1908 studierte er an der Kunstakademie K\u00f6nigsberg bei Ludwig Dettman (1865\u20131944) und Otto Heichert (1868\u20131946), bevor er 1909 nach einem Studienaufenthalt in M\u00fcnchen nach Berlin zog.<\/p>\n<p>Auf Anregung des Kunsth\u00e4ndlers Paul Cassirer (1871\u20131926) reiste Degner 1910 nach Paris und stellte 1912 in Cassirers Berliner Galerie aus. Auch in Berlin fand er namhafte F\u00f6rderer in Max Liebermann (1847\u20131935) und Lovis Corinth (1858\u20131925). Als Degner Corinths Sch\u00fcler werden wollte, entgegnete dieser: \u201eUnterricht kann ich Ihnen nicht geben, was soll ich Ihnen noch zeigen, es ist ja schon alles da. Aber ich will gerne daf\u00fcr sorgen, dass Sie in der Sezession ausstellen k\u00f6nnen.\u201c Corinth hielt Wort, und so wurde Degner 1911 Mitglied der Berliner Secession und trat 1914 der abgespaltenen Gruppe der Freien Secession bei.<\/p>\n<p>Im Ersten Weltkrieg diente Degner als Sanit\u00e4ter. 1920 wurde er als Professor f\u00fcr Malerei an die Akademie in K\u00f6nigsberg berufen, wo er bis 1925 lehrte. Danach wechselte er an die Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste in Berlin. Von 1931 bis 1933 war er Vorsitzender der Berliner Secession.<\/p>\n<p>Sein Werk umfasste neben Landschaften und Portr\u00e4ts auch zahlreiche Szenen aus der Literatur, etwa Illustrationen zu Don Quixote oder Faust sowie Theatermotive. Mehrfach widmete er sich der Figur des Pierrot, einer melancholischen Pantomime-Gestalt, die aus der italienischen Commedia dell'arte hervorgegangen ist und im 19. Jahrhundert durch Jean-Gaspard Deburau (1796\u20131846) in Frankreich weiterentwickelt wurde. Mit seiner wei\u00df geschminkten Haut, dem gro\u00dfen Kragen und der weit geschnittenen, meist wei\u00dfen Kleidung wurde der Pierrot in der klassischen Moderne zu einem beliebten Motiv, etwa bei Paul C\u00e9zanne (1839\u20131906) und Pablo Picasso (1881\u20131973). Insofern \u00fcberraschte es nicht, dass auch Degner, der sich von den Koryph\u00e4en seiner Zeit inspirieren lie\u00df, dieses Motiv malte.<\/p>\n<p>In den ersten Jahren des Nationalsozialismus konnte sich Degner als erfolgreicher K\u00fcnstler behaupten: 1936 erhielt er den renommierten Villa-Romana-Preis des Deutschen K\u00fcnstlerbundes, der ihm einen Studienaufenthalt in Florenz erm\u00f6glichte. Doch 1937 wendete sich das Blatt: Drei seiner Werke \u2013 ein Damenportr\u00e4t und zwei Landschaften \u2013 wurden bei der Aktion \u201eEntartete Kunst\u201c aus Museen und Sammlungen in K\u00f6nigsberg, Stettin und N\u00fcrnberg beschlagnahmt und vernichtet. 1939 wurde er aus der Reichskulturkammer ausgeschlossen. Trotzdem war er bis 1940 weiterhin in wichtigen Ausstellungen vertreten, darunter die Ostpreussenkunst 1939 des Kunstvereins K\u00f6nigsberg und Das Ereignisbild in der St\u00e4dtischen Kunstsammlung Duisburg 1940.<\/p>\n<p>Nachdem im November 1943 \u00fcber 300 seiner Arbeiten bei einem Bombenangriff zerst\u00f6rt wurden, \u00fcbersiedelte Degner nach Schlesien. 1944 musste er in Polen schwere Schanzarbeiten verrichten. Nach Kriegsende 1945 holte ihn Karl Hofer (1878\u20131955) erneut an die Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste in Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung 1956 lehrte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten \u201c. Dieser ist\u00a0<span style=\"color: #33cccc;\"><a style=\"color: #33cccc;\" href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\"><strong>HIER<\/strong><\/a><\/span> erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Degner, Arthur - Museum der verlorenen Generation","description":"Arthur Degner wurde als Sohn einer aus Salzburg emigrierten Familie in Gumbinnen im damaligen Ostpreu\u00dfen geboren. 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