{"id":1035,"date":"2025-11-13T09:10:20","date_gmt":"2025-11-13T09:10:20","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/dressler-august-wilhelm\/"},"modified":"2026-01-17T15:10:30","modified_gmt":"2026-01-17T15:10:30","slug":"dressler-august-wilhelm","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/dressler-august-wilhelm\/","title":{"rendered":"Dressler, August Wilhelm"},"content":{"rendered":"<p>Bei August Wilhelm Dressler handelt es sich um einen K\u00fcnstler voller Widerspr\u00fcche: Einerseits war er w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus Mitglied der Reichskammer der bildenden K\u00fcnste, andererseits verlor er seine Anstellung und seine Werke wurden als \u201eentartet\u201c beschlagnahmt. Geboren als uneheliches Kind von Anna Maria Dressler (1866\u20131947) im b\u00f6hmischen Ober-Leutensdorf im heutigen Tschechien, w\u00e4hlte er fr\u00fch einen k\u00fcnstlerischen Berufsweg. Bereits mit 14 Jahren begann er in Chemnitz eine Ausbildung zum Lithografen, die er 1904 erfolgreich abschloss. Zwei Jahre sp\u00e4ter zog es ihn an die K\u00f6nigliche Akademie f\u00fcr Bildende K\u00fcnste in Dresden, wo er auch Otto Dix (1891\u20131969) kennenlernte, mit dem er sich anfreundete und sp\u00e4ter \u00fcber zahlreiche Briefe in Kontakt blieb. Im Jahr 1908 wurde Dressler von der Akademie verwiesen, nachdem er mit seinem Lehrer Richard M\u00fcller (1874\u20131954) aneinandergeraten war. Er setzte sein Studium daraufhin an der Akademie f\u00fcr grafische K\u00fcnste und Buchgewerbe in Leipzig fort.<\/p>\n<p>Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Dressler ein Jahr als K\u00fcnstler in Leipzig, bevor er 1920 nach Berlin zog. In der Metropole voller k\u00fcnstlerischer Impulse lebte er zun\u00e4chst bei Otto Dix. Wie dieser widmete er sich sozialkritischen Themen, jedoch in einer gem\u00e4\u00dfigteren Bildsprache. Noch im selben Jahr trat er der Berliner Secession und der Novembergruppe bei, zwei K\u00fcnstlervereinigungen, die sich von der akademischen Kunsttradition abwandten und moderne Str\u00f6mungen f\u00f6rderten. 1925 heiratete Dressler die Bildhauerin K\u00e4the Knorr (1920\u20131970), ihre gemeinsame Tochter, Charlotte, kam 1925 zur Welt.<\/p>\n<p>Nur wenige Jahre sp\u00e4ter erreichte Dressler den H\u00f6hepunkt seiner Karriere: 1927 wurde er von der Preu\u00dfischen Akademie der K\u00fcnste mit dem renommierten Rompreis ausgezeichnet, der ihm 1930 einen einj\u00e4hrigen Studienaufenthalt in der Villa Massimo in Rom erm\u00f6glichte. Dort lie\u00df er sich von der italienischen Kunstszene inspirieren und malte das Werk Italienische Theaterloge. Wie auch in seinen anderen Arbeiten zeigte er sich darin als aufmerksamer Beobachter, der die Kost\u00fcme und Accessoires der Dargestellten bis ins Detail ausarbeitete.<\/p>\n<p>Nach seiner R\u00fcckkehr aus Italien blieb Dressler zun\u00e4chst von den nationalsozialistischen Kunstregularien verschont. Von 1934 bis 1938 lehrte er an den Vereinigten Staatsschulen f\u00fcr freie und angewandte Kunst in Berlin. Als bedeutender Vertreter der Neuen Sachlichkeit geriet er jedoch ins Visier des Regimes: 1937 wurden einige seiner Werke, vor allem gesellschaftskritische Druckgrafiken, als \u201eentartet\u201c eingestuft und aus Museen in Leipzig, Stettin und Berlin entfernt. Das Gem\u00e4lde Die Verlobten wurde sogar auf der Wanderausstellung Entartete Kunst gezeigt. Dressler verlor seine staatliche Anstellung und arbeitete im Atelier seiner Frau K\u00e4the Knorr-Dressler in der Ateliergemeinschaft Klosterstra\u00dfe in Berlin. Viele seiner Werke wurden w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges zerst\u00f6rt. Sp\u00e4ter versuchte er, einige davon anhand von Fotografien oder aus dem Ged\u00e4chtnis nachzumalen und auf ihr urspr\u00fcngliches Entstehungsjahr r\u00fcckzudatieren.<\/p>\n<p>In der Nachkriegszeit nahm Dressler wieder an Ausstellungen teil und widmete sich erneut Motiven aus der Welt des Theaters und der Oper. Doch die Geldsorgen, die ihn seit Beginn seiner Karriere begleiteten, blieben bis zu seinem Lebensende bestehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten \u201c. Dieser ist\u00a0<a href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\"><span style=\"color: #33cccc;\">hier<\/span>\u00a0<\/a>erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Dressler, August Wilhelm - Museum der verlorenen Generation","description":"Bei August Wilhelm Dressler handelt es sich um einen K\u00fcnstler voller Widerspr\u00fcche: Einerseits war er w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus Mitglied der Reich"}},"categories":[96],"class_list":["post-1035","kuenstler","type-kuenstler","status-publish","hentry","category-kuenstler"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler\/1035","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler"}],"about":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kuenstler"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}