{"id":1039,"date":"2025-11-13T09:10:20","date_gmt":"2025-11-13T09:10:20","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/eisenschitz-willy\/"},"modified":"2026-01-21T11:21:54","modified_gmt":"2026-01-21T11:21:54","slug":"eisenschitz-willy","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/eisenschitz-willy\/","title":{"rendered":"Eisenschitz, Willy"},"content":{"rendered":"<p>Willy Eisenschitz wurde als Sohn einer j\u00fcdischen Anwaltsfamilie in Wien geboren. Gegen den Wunsch seiner Familie nach einem wirtschaftlichen oder juristischen Studium begann er 1911 mit dem Studium an der Akademie der bildenden K\u00fcnste. Angeregt durch die vielf\u00e4ltigen Kunststr\u00f6mungen in Frankreich ging er 1912 nach Paris und setzte sein Studium an der Acad\u00e9mie de la Grande Chaumi\u00e8re bei George Desvalli\u00e8res (1861\u20131950) fort. Er wohnte bei seinem Onkel, dem Kunstsammler Otto Eisenschitz und Schwager von Henri Bergson (1859\u20131941). In Paris lernte er die Malerin Claire Bertrand (1890\u20131969) kennen und heiratete sie im Jahr 1914. Der Versuch, zu Beginn des Ersten Weltkrieges nach \u00d6sterreich zur\u00fcckzukehren, scheiterte, weil er in Frankreich festgenommen und in einem Lager bei Angers an der Loire interniert wurde. Seine Frau Claire folgte ihm freiwillig dorthin. Im Internierungslager wurden sein Sohn David (1915) und die Tochter Evelyn geboren, die sp\u00e4tere Malerin Evelyn Marc (1915\u20131992).<\/p>\n<p>Wegen einer Tuberkuloseerkrankung zog er nach der Entlassung mit seiner Frau und den beiden Kindern in die Schweizer Berge nach Luzern und kehrte 1920 nach Paris zur\u00fcck. Dort beteiligte er sich 1922 am Salon des Ind\u00e9pendants.<\/p>\n<p>Im Jahr 1924 stellte Eisenschitz in der Galerie Berthe Weill in Paris aus. Zwischen 1923 und 1924 kam es erneut zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen und die Familie Eisenschitz \u00fcbersiedelte nach Dieulefit, einem Luftkurort in der Dr\u00f4me, und sp\u00e4ter nach La Valette-du-Var, einem Nachbarort von Toulon. In dem alten Kloster Le Couvent de Minimes richtete er sein Atelier ein. Er wurde Mitglied der \u201eSoci\u00e9t\u00e9 Nationale des Beaux-Arts\u201c und nahm 1928 erstmals an der Ausstellung im Salon d\u2019Automne in Paris teil.<\/p>\n<p>Ab 1931 musste er wegen einer Arthritis und seiner Lungenkrankheit l\u00e4ngere Zeit auf \u00d6lfarben verzichten und entdeckte dabei die Aquarellmalerei. Zahlreiche Ausstellungen, darunter 1933 in der \u201eWiener Sezession\u201c, 1934 in der Adams Brothers Gallery in London und 1935 in Honolulu auf Hawaii an der Academy of Arts, folgten. Auf der Pariser Weltausstellung 1937 erhielt er die Goldmedaille. In Paris pflegte er engen Kontakt mit Josef Floch (1894\u20131977), Viktor Tischler (1890\u20131951), Georg Merkel (1881\u20131976) und Walter Bondy (1880\u20131940). Obwohl Eisenschitz 1935 franz\u00f6sischer Staatsb\u00fcrger wurde, hielt er weiterhin an seinen Beziehungen zu \u00d6sterreich fest. Dennoch litt er aufgrund seiner j\u00fcdischen Herkunft unter Repressalien. Im Jahr 1942 wurde sein Wohnsitz beschlagnahmt und 1943 wurde die Familie von Freunden im Bergdorf Dieulefit versteckt, wohin sich viele j\u00fcdische K\u00fcnstler zur\u00fcckgezogen hatten. Eisenschitz arbeitete unter dem Pseudonym \u201eVilliers\u201c weiter. Im Jahr 1944 wurde sein Sohn David wegen seiner Aktivit\u00e4t in der R\u00e9sistance von den Nazis inhaftiert und in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Eisenschitz kehrte 1945 nach S\u00fcdfrankreich zur\u00fcck. In den folgenden Jahren nahm er an zahlreichen Ausstellungen teil, so 1949 in der Galerie Allard in Paris, in der Galerie Bernheim und in der Galerie Durand-Ruel. Nach dem Tod seiner Frau 1969 zog er wieder nach Paris.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Eisenschitz, Willy - Museum der verlorenen Generation","description":"Willy Eisenschitz wurde als Sohn einer j\u00fcdischen Anwaltsfamilie in Wien geboren. Gegen den Wunsch seiner Familie nach einem wirtschaftlichen oder juristischen S"}},"categories":[96],"class_list":["post-1039","kuenstler","type-kuenstler","status-publish","hentry","category-kuenstler"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler\/1039","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler"}],"about":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kuenstler"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1039"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1039"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}