{"id":1051,"date":"2025-11-13T09:15:53","date_gmt":"2025-11-13T09:15:53","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/feibusch-hans\/"},"modified":"2026-01-23T13:11:20","modified_gmt":"2026-01-23T13:11:20","slug":"feibusch-hans","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/feibusch-hans\/","title":{"rendered":"Feibusch, Hans"},"content":{"rendered":"<p>Hans Nathan Feibusch wurde am 15. August 1898 in Frankfurt am Main in eine j\u00fcdische Zahnarztfamilie geboren. Er diente im Ersten Weltkrieg von 1916 bis 1918 als Soldat bei den Stellungskriegen an der Russischen Front. Zun\u00e4chst begann er ein Medizinstudium in M\u00fcnchen, wechselte dann 1920 an die Akademische Hochschule f\u00fcr die bildenden K\u00fcnste in Berlin. Dort studierte er bei Karl Hofer (1878\u20131955) und wurde dessen Meistersch\u00fcler. In den Jahren 1921 bis 1923 folgte eine Studienreise nach Italien, wo er Florenz, Rom, Perugia, Pisa und Venedig besuchte. Danach ging er von 1923 bis 1924 nach Paris, um bei Othon Friesz (1879\u20131949) und Andr\u00e9 Lhote (1885\u20131962) zu studieren, und beteiligte sich an Ausstellungen des Salon d\u2019Automne und des Salon des Ind\u00e9pendants. Im Jahr 1925 kehrte Feibusch nach Frankfurt am Main zur\u00fcck, wo er Mitglied des \u201eFrankfurter K\u00fcnstlerbundes\u201c wurde. J\u00e4hrlich nahm er an Ausstellungen der Preu\u00dfischen Akademie der K\u00fcnste und der \u201eBerliner Sezession\u201c teil. Im Jahr 1931 verlieh ihm die Preu\u00dfische Akademie der K\u00fcnste f\u00fcr das Gem\u00e4lde Der Fischh\u00e4ndler (1930) den Gro\u00dfen Staatspreis f\u00fcr Malerei.<\/p>\n<p>Im Jahr 1933 emigrierte er nach London ins Exil. Dort heiratete er 1935 Sidonie Cramer (1888\u20131963) und wurde Mitglied der \u201eLondon Group\u201c um Stanley Spencer (1891\u20131959), Henry Moore (1898\u20131986) und Graham Sutherland (1903\u20131980). In Deutschland wurden seine Bilder diffamiert, konfisziert und zerst\u00f6rt. Sein Gem\u00e4lde <em>Zwei schwebende Figuren<\/em>, das in der St\u00e4dtischen Galerie in Frankfurt am Main beschlagnahmt wurde, wurde 1937 in der Ausstellung Entartete Kunst in M\u00fcnchen unter der \u00dcberschrift \u201eOffenbarung der j\u00fcdischen Rassenseele\u201c neben Arbeiten von Jankel Adler (1895\u20131949), Marc Chagall (1887\u20131985) und Gert Wollheim ausgestellt. In England nahm Feibusch 1938 an der Ausstellung Twentieth Century German Art teil, der britischen Reaktion auf die Diffamierungen der Ausstellung Entartete Kunst. In Gro\u00dfbritannien entwickelte sich Feibusch in dieser Zeit zu einem bedeutenden Wandmaler f\u00fcr Kirchen, Kathedralen und Synagogen. 1938 folgte ihm seine Mutter in die Emigration nach London. Im selben Jahr erhielt er die britische Staatsb\u00fcrgerschaft; die deutsche wurde ihm 1939 aberkannt. Nach dem Krieg ver\u00f6ffentlichte Feibusch sein Buch Mural Paintings (1946), eine theoretische Abhandlung \u00fcber formale Gesetze und Techniken der Wandmalerei. Er erhielt zahlreiche Auftr\u00e4ge, darunter die Ausmalung des Teepavillons f\u00fcr die Ausstellung Britain Can Make It im Victoria and Albert Museum und der Halle des Rathauses von Newport. Andere Werke wurden in der Tate Gallery, den New Burlington Galleries oder der Pallant House Gallery gezeigt. Im Jahr 1967 verlieh ihm die Bundesrepublik Deutschland das Verdienstkreuz Erster Klasse f\u00fcr die \u201eerworbenen besonderen Verdienste\u201c. Aufgrund einer teilweisen Erblindung wandte sich der K\u00fcnstler der Plastik zu. Einige dieser Werke waren f\u00fcr Kirchen in Gro\u00dfbritannien bestimmt. Im Jahr 1985 erhielt er die Ehrendoktorw\u00fcrde vom Erzbischof von Canterbury verliehen, 1989 folgte das Gro\u00dfe Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Feibusch, Hans - Museum der verlorenen Generation","description":"Hans Nathan Feibusch wurde am 15. August 1898 in Frankfurt am Main in eine j\u00fcdische Zahnarztfamilie geboren. Er diente im Ersten Weltkrieg von 1916 bis 1918 als"}},"categories":[96],"class_list":["post-1051","kuenstler","type-kuenstler","status-publish","hentry","category-kuenstler"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler\/1051","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler"}],"about":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kuenstler"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1051"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1051"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}