{"id":1056,"date":"2025-11-13T09:15:53","date_gmt":"2025-11-13T09:15:53","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/fiedler-arnold\/"},"modified":"2026-01-23T13:16:57","modified_gmt":"2026-01-23T13:16:57","slug":"fiedler-arnold","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/fiedler-arnold\/","title":{"rendered":"Fiedler, Arnold"},"content":{"rendered":"<p>Auf Wunsch seines Vaters begann Arnold Fiedler nach dem Schulabschluss zun\u00e4chst eine Kaufmannslehre, erkannte jedoch schnell, dass seine Leidenschaft der Kunst galt. Deswegen besuchte er ab 1916 die Kunstgewerbeschule in Hamburg. Kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges wurde er f\u00fcr einige Monate eingezogen, danach setzte er sein Studium an der Kunstgewerbeschule fort und kn\u00fcpfte erste Kontakte als freischaffender Maler. In einem Speichergeb\u00e4ude im Hafen richtete er sich ein Atelier ein, 1922 trat er dem Hamburger K\u00fcnstlerverein bei und zeigte seine erste Einzelausstellung.<\/p>\n<p>Zwischen 1925 und 1930 war er zun\u00e4chst Sch\u00fcler und dann Lehrer in der Malschule von Hans Hofmann (1880\u20131966) in M\u00fcnchen. Studienreisen f\u00fchrten ihn in dieser Zeit nach Italien und Paris. 1932 wurde er Mitglied der Hamburgischen Sezession, doch bereits ein Jahr sp\u00e4ter geriet die K\u00fcnstlervereinigung ins Visier der Nationalsozialisten: Die Sezessionsausstellung von 1933, auf der auch Fiedler mit sieben Werken vertreten war, wurde wegen angeblicher \u201eF\u00f6rderung des Kulturbolschewismus\u201c vorzeitig geschlossen. Die NS-Beh\u00f6rden verlangten den Ausschluss j\u00fcdischer Mitglieder, woraufhin der Verein noch im selben Jahr seine Aufl\u00f6sung beschloss. Bei der NS-Aktion \u201eEntartete Kunst\u201c 1937 wurden 21 Arbeiten Fiedlers aus der Hamburger Kunsthalle entfernt. Nach wiederholten Durchsuchungen seines Ateliers und zunehmenden Schikanen fl\u00fcchtete er 1938 nach Paris. Ein Jahr sp\u00e4ter wurde er aus der Reichskammer der bildenden K\u00fcnste ausgeschlossen, seine in Hamburg zur\u00fcckgelassenen Werke wurden bei Luftangriffen ab 1943 zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Das franz\u00f6sische Exil war eine \u00fcberaus harte Zeit f\u00fcr ihn. Er verarmte und hielt sich mit der Fertigung von Keramikschmuck und mit Anstreicherarbeiten \u00fcber Wasser. 1939 und 1940 war er in mehreren franz\u00f6sischen Lagern interniert. Dank seiner flie\u00dfenden Franz\u00f6sischkenntnisse wurde er als Dolmetscher eingesetzt und arbeitete sogar an der Ausstattung franz\u00f6sischer Schl\u00f6sser f\u00fcr deutsche Gener\u00e4le mit. Beim R\u00fcckzug der Wehrmacht geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft, in der er bis 1946 erneut als Dolmetscher eingesetzt wurde.<\/p>\n<p>1946 kehrte Fiedler nach Hamburg zur\u00fcck \u2013 in eine zerst\u00f6rte Stadt. \u201eIch war schon entschlossen, nach Amerika zu gehen, weil hier alles, was ich besa\u00df, verbrannt und vernichtet war\u201c, sagte er r\u00fcckblickend. Doch er blieb und beteiligte sich am Wiederaufbau der Kunstszene. Als Dozent in der Ateliergemeinschaft mit Lehrbetrieb Der Baukreis, einer der ersten K\u00fcnstlergruppen nach dem Krieg, entwickelte er seinen Stil weiter.<\/p>\n<p>Es war eine Zeit des k\u00fcnstlerischen Neuanfangs. K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler suchten neue Ausdrucksformen, wendeten sich explizit von der NS-\u00c4sthetik ab und der Abstraktion als \u201eWeltsprache der Freiheit\u201c zu \u2013 auch in Abgrenzung vom Sozialistischen Realismus im Ostblock. Fiedler experimentierte zun\u00e4chst mit dem surrealistischen Stil und \u00f6ffnete sich ab 1950 verst\u00e4rkt der Abstraktion. Sein Gem\u00e4lde <em>Gro\u00dfstadt bei Nacht <\/em>von 1953 spiegelte diese Entwicklung.<\/p>\n<p>Fiedler war einer der wenigen K\u00fcnstler der Verlorenen Generation, die in der Nachkriegszeit erneut Anerkennung fanden. 1958 und 1967 war er Gast der Villa Massimo in Rom, von 1959 bis 1969 betrieb er ein Atelier im Pariser K\u00fcnstlerviertel Montparnasse. F\u00fcr sein Werk wurde er im Alter vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Hamburger Ehrensold und der Senator-Biermann-Ratjen-Medaille.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten \u201c. Dieser ist<span style=\"color: #33cccc;\">\u00a0<a style=\"color: #33cccc;\" href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\">hier\u00a0<\/a><\/span>erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Fiedler, Arnold - Museum der verlorenen Generation","description":"Auf Wunsch seines Vaters begann Arnold Fiedler nach dem Schulabschluss zun\u00e4chst eine Kaufmannslehre, erkannte jedoch schnell, dass seine Leidenschaft der Kunst"}},"categories":[96],"class_list":["post-1056","kuenstler","type-kuenstler","status-publish","hentry","category-kuenstler"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler\/1056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler"}],"about":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kuenstler"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}