{"id":1065,"date":"2025-11-13T09:15:53","date_gmt":"2025-11-13T09:15:53","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/friedmann-david\/"},"modified":"2026-01-23T13:33:38","modified_gmt":"2026-01-23T13:33:38","slug":"friedmann-david","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/friedmann-david\/","title":{"rendered":"Friedmann, David"},"content":{"rendered":"<p>In einem Bericht zum Thema \u201eEntsch\u00e4digung f\u00fcr geraubte Gem\u00e4lde\u201c im Berliner Tagesspiegel 1961 wird der K\u00fcnstler David Friedmann erw\u00e4hnt und die Beschlagnahmung unz\u00e4hliger seiner Gem\u00e4lde w\u00e4hrend der NS-Zeit, die Tragweite seiner Erlebnisse bleibt indessen unerw\u00e4hnt. Die Zeit des NS-Regimes ist f\u00fcr den Maler mit dem Mord an seiner Familie, Flucht und Kriegselend verbunden. Geboren in der Doppelmonarchie \u00d6sterreich-Ungarn, wuchs Friedmann mit drei Geschwistern in einfachen Verh\u00e4ltnissen auf. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er an die russische Front beordert und dort als Kriegsmaler eingesetzt.<\/p>\n<p>In seiner Berliner Studienzeit sind Friedmanns k\u00fcnstlerische Fertigkeiten nicht unbemerkt geblieben: Er hatte zwei Jahre bei Hermann Struck (1876\u20131944) studiert, als er 1914 auf Empfehlung des einflussreichen K\u00fcnstlers Max Liebermann (1847\u20131935) einen Studienplatz bei Lovis Corinth (1858\u20131925) erhielt. Im selben Wohnhaus, in dem auch der K\u00fcnstler Felix Nussbaum (1904\u20131944) lebte, bezog er Ende 1914 ein eigenes Atelier, wo vermutlich der R\u00fcckenakt \"Frau von hinten\" entstand.<\/p>\n<p>Ab April 1933 erfolgte die Verdr\u00e4ngung von j\u00fcdischen B\u00fcrger:innen aus allen beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen. Friedmann konnte daher seine Werke nur noch zu einem Bruchteil der bis dahin erzielten Preise verkaufen, seine Gem\u00e4lde wurden aus Galerien entfernt und das Atelier musste er aufgeben. 1937 heiratete er Mathilde Fuchs (1901\u20131944); ein Jahr sp\u00e4ter kam ihre Tochter Mirjam Helene (1938\u20131944) zur Welt. Im Dezember 1938 floh die Familie nach Prag. Dort portr\u00e4tierte Friedmann f\u00fchrende Pers\u00f6nlichkeiten der j\u00fcdischen Gemeinde. Zahlreiche Kunstwerke blieben zudem in Berlin zur\u00fcck, wurden von der Gestapo \u201ebeschlagnahmt\u201c und gingen in den Wirren des \u201eDritten Reichs\u201c verloren. Heute gelten diese Kunstwerke unter anderem als Raubkunst.<\/p>\n<p>Im Rahmen der sogenannten \u201eEndl\u00f6sung\u201c wurde die Familie 1941 mit dem ersten \u201eJudentransport\u201c aus Prag nach Lodz in das Ghetto Litzmannstadt deportiert. Einige der wenigen im Lager entstandenen, erhaltenen Werke sind heute Bestandteil der J\u00fcdischen Zentralbibliothek des J\u00fcdischen Historischen Instituts Warschau.<\/p>\n<p>Im Sommer 1944 wurde das Ghetto aufgel\u00f6st, und Friedmanns Frau und Tochter wurden getrennt von ihm nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Im Au\u00dfenlager Auschwitz Gleiwitz I malte Friedmann f\u00fcr den dortigen SS-Offizier. Kurz vor Kriegsende geh\u00f6rte er zu denjenigen, die zum Todesmarsch in Richtung Westen in das Au\u00dfenlager Blechhammer gezwungen wurden, wo er im Januar 1945 befreit wurde. In der Werkfolge \"Because They Were Jews\" (\u201eWeil sie Juden waren\u201c) illustrierte er nach dem Krieg seine Erinnerungen an die Zeit im Ghetto und im Konzentrationslager. 1949 emigrierte Friedmann mit seiner zweiten Frau, Hildegard Taussig (1921\u20131989), aus der kommunistischen Tschechoslowakei nach Israel. Mit ihr und seiner ebenfalls Miriam (*1950) genannten Tochter ging er schlie\u00dflich 1954 in die Vereinigten Staaten. Mit der US-Staatsb\u00fcrgerschaft \u00e4nderte sich die Schreibweise des Namens in \u201eFriedman\u201c.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten \u201c. Dieser ist\u00a0<span style=\"color: #33cccc;\"><a style=\"color: #33cccc;\" href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\">hier\u00a0<\/a><\/span>erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Friedmann, David - Museum der verlorenen Generation","description":"In einem Bericht zum Thema \u201eEntsch\u00e4digung f\u00fcr geraubte Gem\u00e4lde\u201c im Berliner Tagesspiegel 1961 wird der K\u00fcnstler David Friedmann erw\u00e4hnt und die Beschlagnahmung"}},"categories":[96],"class_list":["post-1065","kuenstler","type-kuenstler","status-publish","hentry","category-kuenstler"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler\/1065","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler"}],"about":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kuenstler"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}