{"id":1069,"date":"2025-11-13T09:20:40","date_gmt":"2025-11-13T09:20:40","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/garve-theo\/"},"modified":"2026-01-23T13:36:19","modified_gmt":"2026-01-23T13:36:19","slug":"garve-theo","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/garve-theo\/","title":{"rendered":"Garve, Theo"},"content":{"rendered":"<p>\u201eAls ich mich [...] bei Max Beckmann [\u2026] verabschiedete, entlie\u00df er mich mit der Anregung, sofern ich den Krieg lebend und arbeitsf\u00e4hig \u00fcberstanden h\u00e4tte, m\u00f6chte ich die Zur\u00fcckkehrenden und Nachkommenden von all dem unterrichten, was uns als Begriff von Malerei und Kunst bewegt und motiviert habe. Im Verlauf dieses Krieges w\u00e4re eine Generation vernichtet worden, deren Ausfall und Verlust bef\u00fcrchten lie\u00dfe, da\u00df das Schaffen und die Werke aller im \u201eDritten Reich\u201c verfemten Maler nicht mehr von der Jugend aufgenommen werden k\u00f6nnten.\u201c \u2013 Theo Garve, o. D.<\/p>\n<p>Der gelernte Maschinenschlosser Theodor (Theo) Garve wandte sich dem Abschluss der Lehre einer k\u00fcnstlerischen Ausbildung zu. So studierte er in seiner Heimatstadt Offenbach von 1922\/23 bis 1924 an der Kunstgewerbeschule bei Rudolf Koch und Richard Throll. Anschlie\u00dfend wechselte Garve 1924 an die Frankfurter Kunstschule (im Folgenden auch \u201eSt\u00e4delschule\u201c), wo er bis 1925 Freie Malerei bei Johann Vincenz Cissarz studierte. Werke Max Beckmanns sah Garve das erste Mal um 1923\/24 in der Galerie \u201eZinglers Kabinett\u201c. Er erhielt ein Stipendium f\u00fcr eine Studienfahrt nach Mittel- und Oberitalien und war ab 1925 zun\u00e4chst als freischaffender K\u00fcnstler in Frankfurt t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Doch schon bald kehrte er erneut an die St\u00e4delschule zur\u00fcck, um dort 1926 in die neu gegr\u00fcndete Meisterklasse Max Beckmanns einzutreten. So wurde Garve der erste und f\u00fcr ein Jahr lang auch der einzige Meistersch\u00fcler Beckmanns. Bereits 1927 war er in der \u201eZweiten Ausstellung der Kunstschule der Stadt Frankfurt am Main\u201c vertreten. Im Jahr 1930 folgte eine gemeinsame Ausstellung der Meisterklasse in der Galerie F. A. C. Prestel. Im selben Jahr beendete Garve sein Studium, um als freischaffender K\u00fcnstler zu arbeiten, und er wurde Mitglied des Deutschen K\u00fcnstlerbundes. Im Jahr 1933 schloss sich die gemeinschaftliche Ausstellung \u201eDas junge Frankfurt\u201c im Frankfurter Kunstverein an. Doch die zun\u00e4chst positive Kritik schlug rasch um. Es war der Auftakt zur \u201eS\u00e4uberung\u201c der St\u00e4delschule, der Entlassung von Beckmann und der Aufl\u00f6sung der Meisterklasse.<\/p>\n<p>Wie viele seiner nun deklassierten Kommiliton:innen verlie\u00df Garve die Stadt. Er zog sich zwischen 1934 und 1939 nach Keitum auf Sylt sowie an die Ostsee zur\u00fcck und w\u00e4hlte damit zun\u00e4chst den Weg der \u201einneren Emigration\u201c. Im Jahr 1935 heiratete er seine erste Frau Else Lichtnau. Ab 1939 folgte ein Neuanfang an der St\u00e4delschule: Garve belegte Freie Grafik bei Franz Karl Delavilla, wurde allerdings 1941 zum Kriegsdienst einberufen. Seine Frau Else verstarb 1942 bei der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Christoph. Im Jahr darauf besuchte Garve Beckmann in dessen Exil in Amsterdam, wo ihn Beckmann ersuchte, der nachfolgenden Generation das Werk seiner Generation weiterzuvermitteln.<\/p>\n<p>Als Garve 1945 nach Frankfurt am Main zur\u00fcckkehrte, waren seine Wohnung und sein Atelier der Ausbombung zum Opfer gefallen. Der gr\u00f6\u00dfte Teil seines Fr\u00fchwerks ging damit verloren. Garve erhielt den Auftrag, die St\u00e4delschule nach dem Krieg zu reorganisieren. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Kommilitonen Walter Hergenhahn baute er die Abendschule wieder auf, die er ab 1951 leitete und somit dem Wunsch seines ehemaligen \u201eLehrers\u201c nachkam. Diese Aufgabe \u00fcbte er bis zu seiner Berufung an die in Hamburg gelegene Staatliche Hochschule f\u00fcr Bildende Kunst im Jahr 1956 aus. Nach dem Tod Max Beckmanns gr\u00fcndete Garve 1951 zusammen mit Lilly von Schnitzler und Benno Reifenberg die \u201eMax-Beckmann-Gesellschaft\u201c in Frankfurt am Main.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Garve, Theo - Museum der verlorenen Generation","description":"\u201eAls ich mich [...] bei Max Beckmann [\u2026] verabschiedete, entlie\u00df er mich mit der Anregung, sofern ich den Krieg lebend und arbeitsf\u00e4hig \u00fcberstanden h\u00e4tte, m\u00f6cht"}},"categories":[96],"class_list":["post-1069","kuenstler","type-kuenstler","status-publish","hentry","category-kuenstler"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler\/1069","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler"}],"about":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kuenstler"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1069"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}