{"id":1090,"date":"2025-11-13T09:24:27","date_gmt":"2025-11-13T09:24:27","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/haer-adolf-de\/"},"modified":"2026-01-23T14:09:30","modified_gmt":"2026-01-23T14:09:30","slug":"haer-adolf-de","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/haer-adolf-de\/","title":{"rendered":"Haer, Adolf de"},"content":{"rendered":"<p>Der K\u00fcnstler Adolf de Haer war ein \u00e4u\u00dferst vielseitiger Maler aus D\u00fcsseldorf, dessen k\u00fcnstlerisches Talent sich bereits in jungen Jahren bemerkbar machte. Bis 1914 studierte er als Stipendiat an der Kunstgewerbeschule D\u00fcsseldorf, bevor er w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges eingezogen wurde. Im Sommer 1917 erhielt er einige Monate privaten Unterricht bei Adolf H\u00f6lzel (1853\u20131934), einem der Wegbereiter der abstrakten Moderne. H\u00f6lzel vermittelte ihm die Grundlagen von Komposition und Farbauswahl, doch den Gro\u00dfteil seines Wissens erwarb de Haer autodidaktisch.<\/p>\n<p>In den Folgejahren suchte er den k\u00fcnstlerischen Austausch mit Gleichgesinnten und war stets offen f\u00fcr Innovation. Er bewegte sich im Umfeld der D\u00fcsseldorfer Galeristin Johanna Ey (1864\u20131947) und geh\u00f6rte 1919 zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern der expressionistisch-modernen K\u00fcnstlergruppe Das Junge Rheinland. Mit seinem kubistisch-expressionistischen Malstil feierte er rasch Erfolge. So erwarben die St\u00e4dtischen Sammlungen D\u00fcsseldorf noch im selben Jahr sein Gem\u00e4lde Menschen und sp\u00e4ter weitere Werke. 1921 pr\u00e4sentierte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie von Johanna Ey und wurde mit dem renommierten D\u00fcrer-Preis der Stadt N\u00fcrnberg ausgezeichnet. Zudem illustrierte er das erste Heft der Zeitschrift Das junge Rheinland. Es folgten ein dreij\u00e4hriger Aufenthalt in Holland und zahlreiche Studienreisen.<\/p>\n<p>Mit dem Erstarken des Nationalsozialismus in den fr\u00fchen 1930er-Jahren begann sich de Haers Malstil zu wandeln. Die politische Ideologie diktierte ein Kunstverst\u00e4ndnis, das sich von abstrakten und modernen Str\u00f6mungen abwandte und stattdessen traditionelle Darstellungen bevorzugte. Viele K\u00fcnstler:innen, darunter auch de Haer, passten sich dieser Entwicklung zumindest teilweise an, um weiterhin von ihrer Kunst leben zu k\u00f6nnen. Ab den fr\u00fchen 1930er-Jahren wurden seine Werke zunehmend naturalistisch und beschr\u00e4nkten sich auf gef\u00e4llige Genres wie Blumenstillleben, Landschaften und Akte. 1937 traf ihn die nationalsozialistische Kunstpolitik mit voller Wucht: Im Rahmen der Beschlagnahmeaktion \u201eEntartete Kunst\u201c wurden 14 seiner \u00e4lteren Werke, darunter mehrere expressionistische Druckgrafiken, aus Museen und Sammlungen in ganz Deutschland entfernt und teils vernichtet.<\/p>\n<p>De Haer zog in dieser Zeit Konsequenzen. Ab 1936 lebte er zur\u00fcckgezogen in dem ruhigen, am Rheinufer gelegenen Vorort von D\u00fcsseldorf Kaiserswerth. Haus und Garten dienten ihm als Ort der Inspiration und des k\u00fcnstlerischen Schaffens. In diesem Ambiente entstand vermutlich auch das Werk <em>Am Strand<\/em> von 1940, in dem sich drei Frauen wie Grazien nach ihrem erfrischenden Bad abtrocknen. Die Entscheidung, seinen Malstil an den offiziellen Forderungen zu orientieren, erwies sich f\u00fcr ihn als richtig, denn de Haer war mit seinen Werken nach wie vor auf den bedeutendsten Kunstausstellungen seiner Zeit vertreten, etwa 1940 mit <em>Am Strand<\/em> auf der Rheinischen Kunstausstellung in Berlin.<\/p>\n<p>Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde de Haer zum \u201eVolkssturm\u201c eingezogen, f\u00fcr den die letzten wehrf\u00e4higen M\u00e4nner mobilisiert wurden. Im Winter 1944 starb er in einem Lazarett in Osnabr\u00fcck an einer Lungenentz\u00fcndung.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten \u201c. Dieser ist\u00a0<span style=\"color: #33cccc;\"><a style=\"color: #33cccc;\" href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\">hier\u00a0<\/a><\/span>erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Haer, Adolf de - Museum der verlorenen Generation","description":"Der K\u00fcnstler Adolf de Haer war ein \u00e4u\u00dferst vielseitiger Maler aus D\u00fcsseldorf, dessen k\u00fcnstlerisches Talent sich bereits in jungen Jahren bemerkbar machte. 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