{"id":1102,"date":"2025-11-13T09:24:27","date_gmt":"2025-11-13T09:24:27","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/heckroth-hein\/"},"modified":"2026-01-23T14:30:03","modified_gmt":"2026-01-23T14:30:03","slug":"heckroth-hein","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/heckroth-hein\/","title":{"rendered":"Heckroth, Hein"},"content":{"rendered":"<p>Heinrich (Hein) Heckroth wurde 1901 in einfachen Verh\u00e4ltnissen geboren. Er interessierte sich schon in jungen Jahren f\u00fcr die Malerei und arbeitete unter Aufsicht des Gie\u00dfener Malers Geilfus. Nach Abschluss seiner Ausbildung als Buchdrucker und Setzer war Heckroth bis 1919 als Geselle t\u00e4tig. Trotz der wirtschaftlichen Not nach dem Ersten Weltkrieg zog er 1920 nach Frankfurt am Main, um Maler zu werden. Dort war er am St\u00e4delschen Kunstinstitut Sch\u00fcler bei Ludwig Gies (1887\u20131966) und 1921 bei Reinhold Ewald an der Zeichenakademie in Hanau.<\/p>\n<p>Bereits in den 1920er-Jahren portr\u00e4tierte Heckroth bekannte Pers\u00f6nlichkeiten, darunter die T\u00e4nzerin Mary Wigman (1886\u20131973) und Bertolt Brecht (1898\u20131956). Die Frankfurter Galerien von Ludwig Schames (1852\u20131922) und Alfred Flechtheim (1878\u20131937) zeigten die Arbeiten des jungen K\u00fcnstlers. Im Jahr 1924 heiratete Heckroth die aus der Familie Rothschild stammende j\u00fcdische Malerin Diana Maier (1902\u20131994). Er \u00fcbersiedelte nach M\u00fcnster und 1927 nach Essen, wo er an den st\u00e4dtischen B\u00fchnen arbeitete. Im Sommer 1928 folgten Reisen nach Paris, Ibiza, M\u00fcnchen und St. Tropez. Hier traf er auch die Maler Dunoyer de Segonzac (1884\u20131974) und Rudolf Levy. Im Jahr 1929 wurde er Vorsitzender des Ausstattungswesens an den st\u00e4dtischen B\u00fchnen in Essen und Mitbegr\u00fcnder der Folkwangschule f\u00fcr Musik, Tanz und Sprechen. Er geh\u00f6rte zum K\u00fcnstlerkreis um Johanna Ey (1864\u20131947) in D\u00fcsseldorf, die viele seiner Werke in ihrer Galerie zeigte. Er erhielt 1932 den Kunstpreis der \u201eRheinischen Sezession\u201c. Noch im selben Jahr wurde er nach Dresden an die Akademie der Bildenden K\u00fcnste als Professor berufen.<\/p>\n<p>Nach der Machtergreifung 1933 erhielt Heckroth Berufsverbot. In dieser Zeit wurden viele seiner Bilder zerst\u00f6rt. Seine Frau Diana floh nach Paris, wo sie bei dem bereits vorher emigrierten Kunstkritiker Carl Einstein (1885\u20131940) unterkam. Auch Heckroth verlie\u00df Deutschland und begleitete seinen Freund Kurt Jooss (1901\u20131979) auf die Tournee seines Balletts <em>Der Gr\u00fcne Tisch<\/em> \u00fcber Holland, Belgien, Frankreich und die Vereinigten Staaten. Im Anschluss folgte er seiner Frau Ada 1934 nach Paris.<\/p>\n<p>Noch im gleichen Jahr nahm er das Angebot von Kurt Weill (1900\u20131950) an, dessen Oper <em>Der Kuhhandel<\/em> (1934), in London aufgef\u00fchrt als <em>A Kingdom for a Cow<\/em>, dort auszustatten. In der britischen Hauptstadt lernte Heckroth auch die M\u00e4zenin Dorothy Elmhirst (1887\u20131968) kennen und wurde als Lehrer an deren Kunstschule in Dartington Hall berufen. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Schule in Dartington Hall geschlossen und die Heckroths \u00fcbersiedelten 1939 wieder nach London. Im Fr\u00fchjahr 1940 wurde er als Deutscher interniert und in das Lager Hay nach Australien gebracht. Ein Jahr darauf durfte er wegen der Petition von Freunden, darunter Herbert Read (1893\u20131968), Kenneth Clark (1903\u20131983) und Roland Penrose (1900\u20131984), wieder nach England zur\u00fcckkehren. Seine erste Londoner Gem\u00e4ldeausstellung fand 1943 in der Modern Art Gallery statt. Fast parallel dazu stieg er als Filmdesigner in das Filmgesch\u00e4ft ein und arbeitete f\u00fcr den Filmproduzenten Michael Powell (1905\u20131990) und den Drehbuchautor Emeric Pressburger (1902\u20131988). Im Jahr 1947 erhielt Heckroth die britische Staatsb\u00fcrgerschaft. Mit Filmproduktionen wie <em>The Red Shoes<\/em> (1948), f\u00fcr den er einen Oscar f\u00fcr Filmdesign gewann, und <em>The Tales of Hoffmann<\/em> (1951), f\u00fcr welchen er zwei Oscar-Nominierungen erhielt, feierte er gro\u00dfe Erfolge. Im Jahr 1956 kehrten die Heckroths wieder nach Frankfurt am Main zur\u00fcck.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Heckroth, Hein - Museum der verlorenen Generation","description":"Heinrich (Hein) Heckroth wurde 1901 in einfachen Verh\u00e4ltnissen geboren. 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