{"id":1104,"date":"2025-11-13T09:24:27","date_gmt":"2025-11-13T09:24:27","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/hegemann-marta\/"},"modified":"2026-01-23T14:31:29","modified_gmt":"2026-01-23T14:31:29","slug":"hegemann-marta","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/hegemann-marta\/","title":{"rendered":"Hegemann, Marta"},"content":{"rendered":"<p>Mit sechs Geschwistern wuchs Marta (Martha) Hegemann zun\u00e4chst in D\u00fcsseldorf, dann in Iserlohn auf. Meistens war sie jedoch in den Ferien zu Besuch bei ihrer Gro\u00dfmutter in K\u00f6ln. Im Jahr 1911 begann sie ein Studium an der Kunstgewerbeschule K\u00f6ln. Dort lernte sie Heinrich Hoerle (1895\u20131936), Franz Wilhelm Seiwert (1894\u20131933) und ihren sp\u00e4teren Ehemann Anton R\u00e4derscheidt (1892\u20131970) kennen. Im Jahr 1912 wechselte sie, wie auch schon R\u00e4derscheidt, nach D\u00fcsseldorf in das Staatliche Kunst- und Zeichenlehrerseminar, denn bis 1919 war Frauen die Ausbildung an der Kunstakademie verwehrt.<br \/>\nVon 1914 bis 1918 lebte Hegemann in K\u00f6ln und legte ihr Examen als Zeichen- und Sportlehrerin in Bad Godesberg ab. Marta Hegemann bewegte sich in den K\u00f6lner Boh\u00e8me-Kreisen und traf Max Ernst (1891\u20131976) und seine Frau, die Kunstkritikerin Luise Straus-Ernst (1893\u20131944). Sp\u00e4ter schloss sie au\u00dferdem Freundschaft mit K\u00e4the Schmitz-Imhoff (1893\u20131985).<\/p>\n<p>Im Jahr 1918 heiratete sie Anton R\u00e4derscheidt. Das Paar beschloss, k\u00fcnstlerisch freischaffend zu arbeiten. Den Lebensunterhalt verdiente sie zum Teil mit kunstgewerblichen Arbeiten. Zusammen mit Franz Wilhelm Seiwert und dem Ehepaar Angelika Hoerle (1899\u20131923) und Heinrich Hoerle gr\u00fcndete sie die Gruppierung \u201eNeuk\u00f6lnische Malerschule\u201c, die sp\u00e4ter in \u201eStupid\u201c umbenannt wurde. Marta Hegemann pr\u00e4sentierte ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen. Ab 1921 entstanden Hegemanns erste Gem\u00e4lde, das Stillleben mit Lampe und Tieren und Segelschiffchen (verschollen). Nachdem sich aus Teilen der Gruppe \u201eStupid\u201c die \u201eK\u00f6lner Progressiven\u201c formierten, distanzierte sich Hegemann 1931 von diesem Freund:innenkreis wegen seines zu starken politischen Engagements.<\/p>\n<p>Nach der Macht\u00fcbernahme 1933 durch die Nationalsozialist:innen erhielt sie Ausstellungsverbot. Das Ehepaar beschloss, Deutschland zu verlassen. Sie l\u00f6sten ihre Wohnung auf und verkauften den Hausrat, um in Italien zu leben. Aber alle Bem\u00fchungen, ihren Lebensunterhalt dort zu verdienen, schlugen fehl, sodass sie gezwungen waren, nach K\u00f6ln zur\u00fcckzukehren. Im Jahr 1934 trennte sie sich von ihrem Mann, der mit Ilse Metzger (1901\u20131947), geborene Salberg, nach Berlin zog. 1935 wurden R\u00e4derscheidt und Ilse Metzger, die j\u00fcdischer Herkunft war, verhaftet. Unmittelbar nach der Entlassung verlie\u00dfen sie Deutschland. Die sich in Museen befindlichen Bilder von Marta Hegemann und R\u00e4derscheidt wurden als \u201eentartet\u201c bezeichnet und entfernt. Hegemann musste sich nun allein mit ihren S\u00f6hnen durchschlagen.<\/p>\n<p>Die darauffolgende Zeit war f\u00fcr Marta Hegemann gekennzeichnet durch st\u00e4ndigen Wohnortwechsel. Sie zog 1938 nach Frankfurt am Main und 1939 nach M\u00fcnchen. K\u00fcnstlerische Arbeiten waren ihr nicht mehr m\u00f6glich. Sie entwarf lediglich Dekors f\u00fcr Stoffe und Porzellan, die in den M\u00fcnchner Werkst\u00e4tten verkauft wurden. Im Jahr 1942 verlegte sie ihren Wohnsitz nach Stra\u00dfburg in der irrt\u00fcmlichen Annahme, vom Elsass aus nach Frankreich gelangen zu k\u00f6nnen. Anl\u00e4sslich der Invasion der Alliierten floh sie 1944 wieder nach Deutschland und zur\u00fcck in ihr Elternhaus nach Iserlohn. Dabei musste sie ihren Besitz und auch viele Bilder zur\u00fccklassen. Die wenigen \u00fcbrigen wurden bei einem Bombenangriff stark besch\u00e4digt. Erst 1961 kam die juristische Scheidung von Anton R\u00e4derscheidt zustande. An ihre alten Erfolge konnte sie nicht mehr ankn\u00fcpfen.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Hegemann, Marta - Museum der verlorenen Generation","description":"Mit sechs Geschwistern wuchs Marta (Martha) Hegemann zun\u00e4chst in D\u00fcsseldorf, dann in Iserlohn auf. 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