{"id":1113,"date":"2025-11-13T09:28:16","date_gmt":"2025-11-13T09:28:16","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/hergenhahn-dinand-inge\/"},"modified":"2026-01-23T15:22:51","modified_gmt":"2026-01-23T15:22:51","slug":"hergenhahn-dinand-inge","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/hergenhahn-dinand-inge\/","title":{"rendered":"Hergenhahn-Dinand, Inge"},"content":{"rendered":"<p>In welchem Jahr Inge Hergenhahn-Dinand in die Meisterklasse eintrat, ist heute nicht mehr eindeutig rekonstruierbar. In der 1997 erschienenen Publikation \u201eMalerinnen im 20. Jahrhundert\u201c, f\u00fcr die die Autorin Ingrid von der Dollen die K\u00fcnstlerin interviewte, wurde 1926 angegeben. Aktuellere Forschungen sch\u00e4tzten das Eintrittsdatum jedoch auf 1928\/29.<\/p>\n<p>Die geb\u00fcrtige Darmst\u00e4dterin Ingeborg Dinand, genannt Inge, besuchte zun\u00e4chst auf Dr\u00e4ngen ihrer Mutter eine Hauswirtschaftsschule. Doch mit 18 Jahren begann sie 1925 ihr Studium an der Frankfurter Kunstschule (im Folgenden auch \u201eSt\u00e4delschule\u201c) in der Vorklasse bei Peter Rasmussen. Bereits 1927 konnte Inge Dinand in Darmstadt ihre erste Einzelausstellung zeigen. Auch die Berliner Galerie von Paul Westheim zeigte in diesem Jahr Werke der Malerin. Ab Ende der 1920er-Jahre bis zur Aufl\u00f6sung der Klasse 1933 war sie Meistersch\u00fclerin Max Beckmanns. Ein weiterer Erfolg war, dass sie sich 1929 mit einem Werk an einer Ausstellung im Reckendorfhaus in Berlin beteiligen konnte. Der Kunstkritiker Paul Westheim schrieb in \u201eDas Kunstblatt\u201c \u00fcber die Ausstellung, dass auch Kommiliton:innen aus der Beckmannklasse Werke eingereicht hatten, diese aber von der Jury abgelehnt wurden.<\/p>\n<p>In der Meisterklasse lernte sie auch Walter Hergenhahn kennen, den sie 1933 heiratete. 1930 und 1932 konnte Dinand in der Frankfurter Galerie F. A. C. Prestel ausstellen. Nach der Aufl\u00f6sung der Meisterklasse durch die Nationalsozialist:innen 1933 zogen sich Inge und Walter Hergenhahn ins Private zur\u00fcck und verbrachten viel Zeit au\u00dferhalb Frankfurts auf Sylt. Beginnend im Jahr 1933 hielt sie sich f\u00fcr ein Jahr in Paris auf. In den Jahren 1935 und 1939 wurden die S\u00f6hne Michael und Kay geboren.<\/p>\n<p>Zwar kam die Ausstellungst\u00e4tigkeit der Malerin in den ersten Jahren nach der Machtergreifung zum Stillstand, doch Hergenhahn-Dinand schien sp\u00e4testens ab 1936 kein Ausstellungsverbot gehabt zu haben. So konnte sie sich 1936, 1940, 1941 und 1942 offiziell an Ausstellungen beteiligen. Doch die folgenden Kriegsjahre waren ein starker Einschnitt in ihr Leben, das von Ausbombung, Evakuierung und Flucht gekennzeichnet war. Fast ihr gesamtes bis dahin entstandenes Werk ging in dieser Zeit verloren. Nach der kriegsbedingten Zerst\u00f6rung des Frankfurter Ateliers 1942 floh sie mit den S\u00f6hnen zu Freunden nach Warthegau im heutigen Polen. 1945 fliehen sie erneut nach Westen \u00fcber Stettin und Hamburg nach Wedel.<\/p>\n<p>Nach Kriegsende lie\u00df sich die Familie von 1946 bis 1956 in Niederstein am Rhein nieder. Ab 1946 entstanden Kontakte zur Neuen Darmst\u00e4tter Sezession, an deren Ausstellungen sie immer wieder teilnahm. Zwischen 1951 und 1953 unternahm sie Reisen nach Spanien und Paris. Ihr Nachkriegswerk fand besonders in den USA Anklang. Sie machte eine Webereiausbildung an der Werkkunstschule Offenbach und erhielt f\u00fcr die Kirchen in der Umgebung Darmstadts Auftr\u00e4ge f\u00fcr Bildteppiche und Paramente.<\/p>\n<p>Ab 1956 zog sie erneut nach Frankfurt am Main, da ihr Mann nach Theo Garve der Leiter der St\u00e4del-Abendschule wurde. Ab 1957 leitete sie Sommerkurse in Malerei und Zeichnung auf Sylt. Doch 1958 folgte die Scheidung von Walter Hergenhahn. 1965 erhielt sie mit ihrem fr\u00fcheren Mitsch\u00fcler Georg Heck einen Studienfahrtspreis und reiste in die Provence. Ende der 1960er-Jahre er\u00f6ffnete Hergenhahn-Dinand eine eigene Galerie in Frankfurt. Ab 1976 geh\u00f6rte sie gemeinsam mit Georg Heck zu den Begr\u00fcnder:innen des \u201eFrankfurter Kreises\u201c. Sie verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Frankfurt, wo sie 2003 verstarb.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Hergenhahn-Dinand, Inge - Museum der verlorenen Generation","description":"In welchem Jahr Inge Hergenhahn-Dinand in die Meisterklasse eintrat, ist heute nicht mehr eindeutig rekonstruierbar. 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