{"id":1130,"date":"2025-11-13T09:32:48","date_gmt":"2025-11-13T09:32:48","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/kern-theodor\/"},"modified":"2026-01-23T15:42:23","modified_gmt":"2026-01-23T15:42:23","slug":"kern-theodor","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/kern-theodor\/","title":{"rendered":"Kern, Theodor"},"content":{"rendered":"<p>Auch der Salzburger K\u00fcnstler Theodor Kern entschied sich in der Zeit des \u201eAnschlusses\u201c \u00d6sterreichs an das Deutsche Reich 1938 f\u00fcr die Flucht ins Exil. Als j\u00fcngstes von drei Geschwistern wuchs er in unmittelbarer N\u00e4he des Salzburger Kommunalfriedhofs auf. In Wien studierte er 1918 an der Akademie der bildenden K\u00fcnste und stellte 1923 erstmals mit der Wiener Secession aus.<\/p>\n<p>Im selben Jahr lernte er den K\u00fcnstler Anton Faistauer (1887\u20131930) kennen, dessen Sch\u00fcler und Mitarbeiter er wurde. Ebenfalls in Salzburg begegnete er der Ungarin Christine Kucera (1900 \u2013 unbekannt), die dort auf Besuch bei ihrer Tante war. Die Tochter des K\u00fcnstlers Josef Engelhardt (1864\u20131941) verliebte sich trotz der Ablehnung ihres Vaters in den aufstrebenden K\u00fcnstler. Im M\u00e4rz 1927 heirateten die beiden in Pre\u00dfburg, dem heutigen Bratislava. Im Jahr darauf unterst\u00fctzte Kern Faistauer bei den Fresken im Foyer des Salzburger Festspielhauses. Beide verstanden sich zudem auf einer pers\u00f6nlichen Ebene, sodass aus der Lehrer-Sch\u00fcler-Beziehung eine K\u00fcnstlerfreundschaft wurde. Zu Kerns Bekanntenkreis z\u00e4hlten neben K\u00fcnstlern auch Literaten wie Stefan Zweig (1881\u20131942) und Hugo von Hofmannsthal (1874\u20131929).<\/p>\n<p>Um seine Kenntnisse der Techniken Lithografie und Radierung zu vertiefen, nahm Kern 1930 ein Studium an der Akademie in Breslau auf. 1932\/33 folgte sein erster Aufenthalt in England, wo er zeitweise am renommierten Eton College unterrichtete. Nach dem Verlust eines ungeborenen Kindes und der Entfremdung von seiner Ehefrau in den 1930er-Jahren folgte die Scheidung. In dieser Zeit wohnte der K\u00fcnstler abwechselnd in England, Wien und Salzburg. Zudem bereiste Kern verschiedene L\u00e4nder, wobei besonders die s\u00fcdlichen Ziele wie Sizilien, Florenz oder die C\u00f4te d\u2019Azur einen bleibenden Eindruck hinterlie\u00dfen. In seinem Atelier im K\u00fcnstlerhaus in Wien f\u00fchrte er au\u00dferdem eine Malschule und war Mitglied in K\u00fcnstler:innengruppen wie dem Hagenbund oder dem Sonderbund \u00d6sterreichischer K\u00fcnstler.<\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend der Zeit des Austrofaschismus wurde moderne Kunst auch in \u00d6sterreich zunehmend zensiert. Mit dem \u201eAnschluss\u201c versch\u00e4rfte sich die Lage weiter. Liberale und avantgardistische K\u00fcnstler:innenvereinigungen wurden starker Repression ausgesetzt. Die expressionistischen Fresken im Festspielhaus, in der Presse als \u201eentartet\u201c bezeichnet, wurden entfernt, offiziell im Rahmen einer Bauma\u00dfnahme.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund entschied sich Kern, \u00d6sterreich zu verlassen, und emigrierte \u00fcber Triest nach Florenz und von dort in die Schweiz. Mit der Hilfe von Freunden gelangte er schlie\u00dflich nach Gro\u00dfbritannien. Aus Archivunterlagen lie\u00df sich seine Registrierung im Londoner Stadtteil Chelsea 1939 entnehmen, wo zudem ein pelziger Begleiter namens \u201eKatze-Koch\u201c angef\u00fchrt war. Zu seinen ersten Werken im britischen Exil z\u00e4hlten Fresken in zwei Kirchen auf der Isle of Man. 1946 heiratete Kern die deutsche Emigrantin Fridoline Frank (1907\u2013unbekannt); sie lebten in der Ortschaft Hitchin, etwa 60 Kilometer n\u00f6rdlich von London. In den umliegenden Kirchen fertigte er weitere Fresken an, gestaltete Glasfenster f\u00fcr Schulen und unterrichtete verletzte britische Soldaten in den Krankenh\u00e4usern von Hertfordshire im Malen. Die Modernit\u00e4t seiner neuen Heimat und vor allem Londons hinterlie\u00df auch Spuren in seiner Kunst, so etwa die Londoner U-Bahn in seinem gleichnamigen Gem\u00e4lde von 1954.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten \u201c. Dieser ist<span style=\"color: #33cccc;\">\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\"><span style=\"color: #33cccc;\">hier<\/span>\u00a0<\/a>erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Kern, Theodor - Museum der verlorenen Generation","description":"Auch der Salzburger K\u00fcnstler Theodor Kern entschied sich in der Zeit des \u201eAnschlusses\u201c \u00d6sterreichs an das Deutsche Reich 1938 f\u00fcr die Flucht ins Exil. Als j\u00fcngs"}},"categories":[96],"class_list":["post-1130","kuenstler","type-kuenstler","status-publish","hentry","category-kuenstler"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler\/1130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kuenstler"}],"about":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kuenstler"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}