{"id":1134,"date":"2025-11-13T09:32:48","date_gmt":"2025-11-13T09:32:48","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/knothe-paul\/"},"modified":"2026-01-23T15:46:21","modified_gmt":"2026-01-23T15:46:21","slug":"knothe-paul","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/knothe-paul\/","title":{"rendered":"Knothe, Paul"},"content":{"rendered":"<p>Auch wenn Paul Knothe sich nicht aktiv politisch engagierte, brachte er seine kritische Haltung in der Kunst zum Ausdruck. Geboren in Walddorf \u00f6stlich von Dresden, begann er 1911 eine Lehre als Dekorationsmaler, die er 1914 abschloss. Nach dem Kriegsdienst von 1916 bis 1918 ging er nach Dresden zur\u00fcck und arbeitete im Atelier Stenzel f\u00fcr Raumgestaltung. Einige Jahre sp\u00e4ter zog es ihn ans Bauhaus in Dessau, das damals etwas v\u00f6llig Neues war: Eine Schule, an der Kunst, Handwerk und Technik als funktionale und \u00e4sthetische Einheit behandelt wurden. Formal reduzierte, geometrische Entw\u00fcrfe, die auf die industrielle Produktion ausgerichtet waren, standen im Vordergrund. In der bildenden Kunst dominierte die Abstraktion. Sp\u00e4ter wurde das Bauhaus geschlossen, weil die Nationalsozialist:innen es als \u201eKeimzelle des Bolschewismus\u201c betrachteten und politische Repressionen aus\u00fcbten. Knothe setzte sich dort intensiv mit der Kunst des Bauhausmeisters Paul Klee (1879\u20131940) auseinander. Dessen Formensprache sowie die Gestaltungslehre eines weiteren Bauhausmeisters, Wassily Kandinsky (1866\u20131944), hinterlie\u00dfen deutliche Spuren in Knothes Schaffen.<\/p>\n<p>Knothe verwendete als Signatur neben seinem eigenen Namen auch die Pseudonyme \u201ePaul KA\u201c und \u201ePaul Kaan\u201c. Als K\u00fcnstler des Expressionismus, Kubismus und Futurismus wurde sein Schaffen ab 1933 als \u201eentartet\u201c gebrandmarkt. Sein gesamtes Verm\u00f6gen wurde enteignet, ein Gro\u00dfteil seiner Werke zerst\u00f6rt \u2013 nahezu sein gesamtes Fr\u00fchwerk ging verloren. 1934 zog Knothe nach K\u00f6ln, vier Jahre sp\u00e4ter nach D\u00fcsseldorf, wo er, soweit ihm dies m\u00f6glich war, als freischaffender K\u00fcnstler arbeitete.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs wagte er es als einer der wenigen, den Kriegsdienst zu verweigern, und lie\u00df sich zum technischen Zeichner umschulen. Erst nach Kriegsende konnte er sich wieder vollkommen der Malerei widmen. In seinem Werk Triumph des Willens verarbeitete Knothe die Ereignisse des Jahres 1945 und den Suizid Adolf Hitlers (1889\u20131945) am 30. April in Berlin. Im Hintergrund des Bildes zeichnete sich die zerst\u00f6rte Reichshauptstadt als Sinnbild f\u00fcr das untergegangene NS-Regime ab. Der Titel war eine direkte Anspielung auf Leni Riefenstahls (1902\u20132003) gleichnamigen Propagandafilm von 1935, der den NSDAP-Parteitag von 1934 mit zahlreichen Ausz\u00fcgen aus Reden verschiedener NS-Funktion\u00e4re verherrlichend in Szene setzte. Knothe kehrte die \u00c4sthetik des Films in seinem Bild auf sarkastische Weise ins Gegenteil: Statt einer jubelnden Menge zeigte er Soldaten, die den Arm nicht zum \u201eHitlergru\u00df\u201c erhoben, sondern den t\u00f6dlichen Kopfschuss des Diktators nachahmten. Bemerkenswert war dabei, dass es sich um eines der wenigen nicht abstrakten Werke des K\u00fcnstlers handelt. Knothe setzte hier auf eine direkte, gegenst\u00e4ndliche Darstellung und formulierte damit einen unmissverst\u00e4ndlichen Kommentar zum Ende des \u201eDritten Reichs\u201c.<\/p>\n<p>Trotz seiner Hingabe an die Malerei blieb Knothe ein k\u00fcnstlerischer Einzelg\u00e4nger. Er lehnte es oft ab, mit Galerien zusammenzuarbeiten \u2013 ein Grund, warum sein Werk bis heute nur wenig bekannt ist.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten \u201c. Dieser ist\u00a0<a href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\"><span style=\"color: #33cccc;\">hier<\/span>\u00a0<\/a>erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Knothe, Paul - Museum der verlorenen Generation","description":"Auch wenn Paul Knothe sich nicht aktiv politisch engagierte, brachte er seine kritische Haltung in der Kunst zum Ausdruck. 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