{"id":1143,"date":"2025-11-13T09:32:48","date_gmt":"2025-11-13T09:32:48","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/kulvianski-issai\/"},"modified":"2026-01-23T15:54:01","modified_gmt":"2026-01-23T15:54:01","slug":"kulvianski-issai","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/kulvianski-issai\/","title":{"rendered":"Kulvianski, Issai"},"content":{"rendered":"<p>Issai Kulvianski wurde 1892 in eine wohlhabende j\u00fcdische Familie in Janowa (heute Litauen) geboren. Bereits mit sechs Jahren begann er zu zeichnen. Sein als Kunstschreiner t\u00e4tiger Vater, Tawel-Tobias Kulvianski (1859\u20131918), f\u00f6rderte das Talent des Sohnes. Ab 1908 besuchte er die staatliche Malschule in Wilna (heute Vilnius, Litauen) und schloss diese 1911 ab. Sein Lehrer war der Bildhauer Lev Moiseevich Antokolski (1872\u20131942).<\/p>\n<p>Er arbeitete gleichzeitig als freier Mitarbeiter an der j\u00fcdischen Handwerksschule ORT. Der Direktor, Fr\u00e4nkl, f\u00f6rderte ihn und vermittelte erste Verk\u00e4ufe seiner Skulpturen. In dieser Zeit freundete sich Kulvianski mit Chaim Soutine (1893\u20131943) und L\u00e9on Indenbaum (1890\u20131981) an. Ende 1911 erm\u00f6glichte ihm ein Stipendium die Fortsetzung des Studiums in Berlin.<\/p>\n<p>Ab 1912 besuchte Kulvianski die Akademie der bildenden K\u00fcnste bei dem Bildhauer Hugo Kaufmann (1868\u20131919) und arbeitete ebenfalls in den Ateliers von Max Liebermann (1847\u20131935) und Hermann Struck (1876\u20131944). Im Jahr 1913 reiste er nach Paris, wo er sich im K\u00fcnstlerhaus La Ruche aufhielt. Dort lernte er Marc Chagall (1887\u20131985) kennen und traf erneut Soutine und Indenbaum. Trotz der vielen Freundschaften kehrte Kulvianski 1914 nach Berlin zur\u00fcck und stellte in der Galerie von Fritz Gurlitt (1854\u20131893) aus.<\/p>\n<p>Im Ersten Weltkrieg wurde er 1914 statt seines herzkranken Bruders ins russische Heer eingezogen und geriet von 1915 bis 1918 in Br\u00fcx (heute Most, Tschechien) in Gefangenschaft. Zum Gedenken an die Opfer des Krieges entwarf er f\u00fcr den j\u00fcdischen Friedhof in Sou\u0161 bei Br\u00fcx ein Mahnmal. Nach seiner R\u00fcckkehr nach Berlin studierte Kulvianski 1918 an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste bei Leo von K\u00f6nig (1871\u20131944) und kurzzeitig bei Lovis Corinth (1858\u20131925).<\/p>\n<p>1919 heiratete Kulvianski in Berlin Grete Robitscheck und wurde ab 1920 Mitglied der \u201eNovembergruppe\u201c sowie 1923 des \u201eReichsverbandes Bildender K\u00fcnstler\u201c. Zu den wichtigsten noch erhaltenen Bildern dieser Zeit z\u00e4hlt <em>Meine Eltern I<\/em> (1925). Im Jahr 1927 nahm er an der Gro\u00dfen Berliner Kunstausstellung im Glaspalast teil. Die erste Einzelausstellung fand 1932 in Kaunas, Litauen, statt.<\/p>\n<p>Von Freunden gewarnt, musste Kulvianski 1933 Deutschland verlassen und emigrierte nach Pal\u00e4stina, wobei fast sein gesamtes Werk zur\u00fcckblieb. W\u00e4hrend ihm die Flucht gelang, wurden seine Mutter Riwa und andere Familienmitglieder von der SS erschossen. Im Exil wurde er Mitbegr\u00fcnder der 1934 gebildeten K\u00fcnstlervereinigung von Israel. 1935 portr\u00e4tierte Kulvianski Emir Abdallah ibn Husain I. (1882\u20131951), den sp\u00e4teren K\u00f6nig Hussein von Jordanien.<\/p>\n<p>In den Jahren 1934\/35 gr\u00fcndete Kulvianski mit dem Bildhauer Georg Leschnitzer (1885\u20131950) eine eigene Kunstschule in Tel Aviv. F\u00fcr die Weltausstellung in New York entwarf er 1938 einen \u201eJ\u00fcdischen Pavillon\u201c. Bis 1949 pr\u00e4sentierte er sein Werk in mehreren Einzelausstellungen in Tel Aviv und in Jerusalem.<\/p>\n<p>Nach der Heirat 1940 mit Susi Offenbacher (1910\u20131996) aus N\u00fcrnberg verlie\u00df Kulvianski 1949 mit ihr Israel und lebte ab 1950 abwechselnd in England, Holland, Frankreich und Deutschland, wo er 1958 die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft erhielt. Die Wintermonate verbrachte er in N\u00fcrnberg, die Sommermonate zun\u00e4chst in Oudeuil in Oise, dann in Val-de-Mercy in Yonne.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ausstellung <em>Berlin \u2013 Ort der Freiheit f\u00fcr die Kunst<\/em>, die der \u201eNovembergruppe\u201c eine Abteilung widmete, entsendete er das Bild <em>Meine Eltern I<\/em>. 1969 \u00fcbersiedelte Kulvianski nach Berlin.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Kulvianski, Issai - Museum der verlorenen Generation","description":"Issai Kulvianski wurde 1892 in eine wohlhabende j\u00fcdische Familie in Janowa (heute Litauen) geboren. Bereits mit sechs Jahren begann er zu zeichnen. 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