{"id":1156,"date":"2025-11-13T09:36:16","date_gmt":"2025-11-13T09:36:16","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/lohmar-heinz\/"},"modified":"2026-01-14T14:55:32","modified_gmt":"2026-01-14T14:55:32","slug":"lohmar-heinz","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/lohmar-heinz\/","title":{"rendered":"Lohmar, Heinz"},"content":{"rendered":"<p>Geboren im Rheinland, begann Heinz Lohmar schon mit 14 Jahren eine Lehre als Dekorationsmaler in K\u00f6ln. Zwei Jahre sp\u00e4ter schrieb er sich dort an der Kunstgewerbeschule ein, musste das Studium aber wegen der Einberufung zum Dienst im Ersten Weltkrieg unterbrechen und konnte es erst nach 1918 abschlie\u00dfen. In den 1920er-Jahren machte er sich als K\u00fcnstler einen Namen: Zun\u00e4chst als Atelierchef der K\u00fcnstlerwerkst\u00e4tten Jessen und Kutzer \u201eJeku\u201c in K\u00f6ln, ab 1927 als freischaffender K\u00fcnstler, der sich auch an internationalen Ausstellungen in Mailand sowie in Amsterdam beteiligte.<\/p>\n<p>Doch in den letzten Jahren der Weimarer Republik erlebte Lohmar, wie sich Teile der Gesellschaft aufgrund der \u00f6konomischen Notlage und Massenarbeitslosigkeit politisch zunehmend radikalisierten. Er beobachtete diese Entwicklung nicht unt\u00e4tig, sondern engagierte sich bereits Anfang der 1930er-Jahre im linken Spektrum und trat der KPD (Kommunistischen Partei Deutschlands) bei. Nach dem Verbot der Partei Anfang Februar 1933 wurde Lohmar im Mai in Siegburg von der Gestapo verhaftet. Nur dem Einsatz des \u00f6rtlichen B\u00fcrgermeisters war es zu verdanken, dass er bereits im Juni wieder freikam.<\/p>\n<p>Umgehend begab sich Lohmar in die Schweiz, wo er den ebenfalls exilierten Grafiker Carl Meffert (1903\u20131988) kennenlernte. Aber auch hier geriet er ins Visier der Beh\u00f6rden: Wegen seiner illegalen Arbeit f\u00fcr die linkspolitische Organisation Rote Hilfe unter den Decknamen \u201eHeinz Mar\u201c und \u201eHeinz Mahr\u201c wurde der K\u00fcnstler verhaftet und schlie\u00dflich des Landes verwiesen.<\/p>\n<p>Daraufhin reiste er \u00fcber Mailand nach Paris, wo er sich im Untergrund engagierte und zugleich Kontakt zu den Surrealisten um Max Ernst (1891\u20131976) aufnahm, den er bereits in den 1920er-Jahren in K\u00f6ln kennengelernt hatte. In Paris blieb er k\u00fcnstlerisch sehr aktiv, indem er 1936 gemeinsam mit Horst Strempel (S. 294) und anderen K\u00fcnstlern das Kollektiv deutscher K\u00fcnstler aufbaute. 1938 z\u00e4hlte er zu den Mitbegr\u00fcndern des Freien K\u00fcnstlerbunds, einem Zusammenschluss deutscher und \u00f6sterreichischer K\u00fcnstler und Kunstschriftsteller im Pariser Exil. Dar\u00fcber hinaus organisierte er mehrere antifaschistische Ausstellungen. Die Kunst war f\u00fcr Lohmar ein Mittel zum Widerstand. Als Paris 1940 von den deutschen Truppen besetzt wurde, st\u00fcrmte die Gestapo sein Atelier und vernichtete viele seiner Werke. Lohmar floh in den nichtbesetzten S\u00fcden Frankreichs und schloss sich der Widerstandsbewegung dort an, die er auch k\u00fcnstlerisch durch Plakate und Flugbl\u00e4tter unterst\u00fctzte. Nach Kriegsende kehrte Lohmar nach Deutschland zur\u00fcck, wo er sich zun\u00e4chst in Ludwigshafen niederlie\u00df. In seinen Bildern verarbeitete er hier seine Zeit im franz\u00f6sischen Exil. So war vermutlich auch die abgebildete Rast im Weinberg von 1948 eine R\u00fcckbesinnung auf die Zeit in der R\u00e9sistance. 1949 wurde er an die Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste Dresden berufen. Einer seiner heute bekanntesten Sch\u00fcler ist Gerhard Richter (*1932).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>LITERATURAUSWAHL:<\/p>\n<p>-Bernd-Rainer Barth, Lohmar, Heinz, in: Wer war wer in der DDR? Ein Lexikon ostdeutscher Biographien, hg. von Helmut M\u00fcller-Enbergs u.a., 5. Aufl. Berlin 2010, https:\/\/t1p.de\/Heinz_Lohmar (15.4.2025)<\/p>\n<p>-Manfred Altner, Heinz Lohmar, Dresden 1981<\/p>\n<p>-Widerstand statt Anpassung. Deutsche Kunst im Widerstand gegen den Faschismus 1933\u20131945, hg. vom Badischen Kunstverein, Karlsruhe (Ausst.-Kat. Badischer Kunstverein Karlsruhe), Berlin 1980, S. 270<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Lohmar, Heinz - Museum der verlorenen Generation","description":"Geboren im Rheinland, begann Heinz Lohmar schon mit 14 Jahren eine Lehre als Dekorationsmaler in K\u00f6ln. 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