{"id":1195,"date":"2025-11-13T09:46:20","date_gmt":"2025-11-13T09:46:20","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/ratkowski-wanger-anne\/"},"modified":"2026-01-16T14:36:28","modified_gmt":"2026-01-16T14:36:28","slug":"ratkowski-wanger-anne","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/ratkowski-wanger-anne\/","title":{"rendered":"Ratkowski-Wanger, Anne"},"content":{"rendered":"<p>Ratkowski-Wanger startete mit 16 Jahren ihre Ausbildung beim rum\u00e4nischen Maler Arthur Segal (1875\u20131944). Zun\u00e4chst fand der Unterricht in der Privatwohnung des Lehrers statt oder bei Lou Albert-Lasard, einer weiteren Sch\u00fclerin. In der bald gegr\u00fcndeten Malschule Segals galt sie nach eigenen Aussagen als \u201etalentierteste Sch\u00fclerin\u201c.<\/p>\n<p>Ab den 1920er-Jahren war sie mit ihrem K\u00fcnstlerkollegen Nikolaus Braun (1900\u20131950) verlobt; sie heirateten am 31. Oktober 1922. Beide waren seit 1921 Teil der K\u00fcnstler:innengemeinschaft <em>Novembergruppe<\/em>, und zusammen mit Max Heimann (1909 \u2013 unbekannt) und Gertrud Dreyfuss (1885\u20131968) gr\u00fcndeten sie die Gruppe <em>Neue Naturalisten<\/em>, die eine realistische Darstellungsweise vertrat und noch 1937 eine Ausstellung er\u00f6ffnete. Noch 1931 beteiligte sie sich an der Gro\u00dfen Berliner Kunstausstellung.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst schien die erfolgreiche K\u00fcnstlerin unbeeindruckt von der \u201eMachtergreifung\u201c der Nationalsozialist:innen 1933 und widmete sich weiter ihrer Kunst, wof\u00fcr sie noch bis 1935 beim H\u00e4ndler Leopold Hess in Berlin Malutensilien kaufte. Jedoch wurde ihr die M\u00f6glichkeit auszustellen und damit eine sichere Einkommensm\u00f6glichkeit entzogen. Aufgrund von Geldmangel scheiterte ein erster Ausreiseversuch zwischen 1933 und 1935 nach Mallorca. Umso dringlicher suchte sie einen Ausweg, nachdem ihr Onkel und dessen Frau deportiert und ermordet worden waren. Da sie aufgrund der strengen Einwanderungsbeschr\u00e4nkungen in die USA nicht dorthin emigrieren konnte, floh die inzwischen geschiedene, alleinerziehende Malerin nach Belgien. Zuvor verbrannte sie ihre Fr\u00fchwerke, die nicht mitgenommen und nicht in Berlin eingelagert werden konnten. Ihren Sohn Andreas Braun (1930\u20132013 rettete sie im M\u00e4rz 1939 vor der drohenden Verfolgung, indem sie ihn mit einem Kindertransport nach England schickte. In Belgien konnte die K\u00fcnstlerin ihren Lebensunterhalt durch den Verkauf ihrer Bilder an eine unbekannte Kunstm\u00e4zenin sichern; 1943 erwarb das belgische Kulturministerium eines ihrer Portr\u00e4ts. In Antwerpen blieb sie jedoch in ihrer Mansardenwohnung versteckt, wo sie Kraft aus dem Malen allt\u00e4glicher Motive zog. Trotz der Umst\u00e4nde lernte sie hier ihren zweiten Ehemann Paul Wangenheim (sp\u00e4ter Wanger) kennen, den sie im April 1940 heiratete.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Wangenheim verhaftet wurde und sp\u00e4ter aus dem Internierungslager Camp de Saint Cyprien in Frankreich floh, konnte sie einer Verhaftung als j\u00fcdische K\u00fcnstlerin entgehen. Mit der Unterst\u00fctzung des J\u00fcdischen Verteidigungskomitees gelang es ihr, unentdeckt zu bleiben. Als das Paar sich in Antwerpen wiederbegegnete, beschlossen sie aus Angst vor der Gestapo, die Adresse zu wechseln und nach Rotterdam zu ziehen. Das Malen im belgischen Exil wurde f\u00fcr die K\u00fcnstlerin zu einer Form der \u201e\u00fcberlebenswichtigen\u201c Ablenkung, um die st\u00e4ndige Bedrohung durch Denunziation zu ertragen. Erst 1948 gelang der K\u00fcnstlerin die Ausreise in die USA, wo sie zunehmend in Vergessenheit geriet und unter dem Namen Anne Ratkowski-Wanger durch den Verkauf von Kunsthandwerk ihre Existenz sicherte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten \u201c. Dieser ist\u00a0<a href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\"><strong><span style=\"color: #33cccc;\">HIER<\/span><\/strong><\/a> erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Ratkowski-Wanger, Anne - Museum der verlorenen Generation","description":"Ratkowski-Wanger startete mit 16 Jahren ihre Ausbildung beim rum\u00e4nischen Maler Arthur Segal (1875\u20131944). 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