{"id":1198,"date":"2025-11-13T09:46:20","date_gmt":"2025-11-13T09:46:20","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/reuss-loewenstein-harry\/"},"modified":"2026-01-16T15:03:50","modified_gmt":"2026-01-16T15:03:50","slug":"reuss-loewenstein-harry","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/reuss-loewenstein-harry\/","title":{"rendered":"Reuss-L\u00f6wenstein, Harry"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem Harry Reuss bereits im fr\u00fchen Kindesalter Vollwaise geworden war, wuchs er bei seinem Onkel in Hamburg-Altona auf. Dort begann er eine kaufm\u00e4nnische Lehre, brach diese jedoch ab, um zur Marine zu gehen. 1897 fuhr er als Schiffsjunge zur See; sp\u00e4ter war er als engagierter Matrose der Kaiserlichen Marine einige Zeit in Papua-Neuguinea, das damals unter deutscher Kolonialherrschaft stand.<\/p>\n<p>Nach seiner R\u00fcckkehr heiratete er 1905 Alma Winck (Lebensdaten unbekannt) und begann parallel zu seiner Arbeit im Handelsstatistischen B\u00fcro ein Studium an der Landeskunstschule in Hamburg. Dort besuchte er Kurse in Portr\u00e4t- und Aktzeichnen sowie Vorlesungen in Kunstgeschichte, Anatomie und Literatur.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs war Reuss als Feldwebel in Flandern stationiert.<br \/>\nDie wirtschaftliche Not der Nachkriegszeit lie\u00df ein Leben als Maler nicht zu, sodass sich Reuss verst\u00e4rkt dem Schreiben zuwandte und seine B\u00fccher selbst illustrierte. Ab 1923 arbeitete er als Kunstkritiker f\u00fcr den Hamburger Anzeiger und leitete die Jugendbeilage der Zeitung. Zudem war er eng mit dem literarischen Kabarett Max Friedl\u00e4nders (1867\u20131958) verbunden. 1928 nahm er auch den Namen seiner Mutter, Franziska L\u00f6wenstein (Lebensdaten unbekannt), an.<\/p>\n<p>Mit der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialist:innen 1933 wurde sein Leben zunehmend erschwert. Aufgrund der j\u00fcdischen Wurzeln seiner Mutter war er vermehrt Anfeindungen ausgesetzt. 1935 verlor er seine Anstellung beim Hamburger Anzeiger, als sein Nachruf auf den deutschen Impressionisten Max Liebermann (1847\u20131935) auf Kritik der NSDAP stie\u00df. In einer bitteren Reaktion bezeichnete er sich selbst als \u201eVolkssch\u00e4dling\u201c und zog sich noch im selben Jahr aus Altona in den Stadtteil Bahrenfeld zur\u00fcck. W\u00e4hrend Altona das dicht besiedelte Zentrum mit einer lebhaften Arbeiterkultur und politisch aktiven Gemeinschaften war, die zunehmend unter dem Druck der nationalsozialistischen Gleichschaltung geraten, bot Bahrenfeld mit seinen ruhigeren Wohngebieten einen R\u00fcckzugsort.<\/p>\n<p>1936 wurde Reuss-L\u00f6wenstein aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, was einem Berufsverbot als Autor gleichkam. Um sich zu finanzieren, nahm er Hilfsarbeiten an, schrieb aber unbeirrt weiter. Unter dem Pseudonym \u201eKarl Klick\u201c erschienen seine B\u00fccher im Verlag von Axel Springer (1912\u20131985), der ihn pers\u00f6nlich f\u00f6rderte.<\/p>\n<p>Nach 1945 konnte Reuss-L\u00f6wenstein rasch an seine schriftstellerische Karriere vor dem Zweiten Weltkrieg ankn\u00fcpfen. Er wurde mehrfach f\u00fcr sein literarisches Werk ausgezeichnet und unmittelbar nach Kriegsende in den Kulturrat zur Durchf\u00fchrung von Entnazifizierungen berufen. Dar\u00fcber hinaus gr\u00fcndete er mehrere Autorenverb\u00e4nde und engagierte sich aktiv f\u00fcr den Wiederaufbau der Kulturlandschaft in Deutschland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten \u201c. Dieser ist\u00a0<span style=\"color: #33cccc;\"><a style=\"color: #33cccc;\" href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\"><strong>HIER<\/strong><\/a> <\/span>erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Reuss-L\u00f6wenstein, Harry - Museum der verlorenen Generation","description":"Nachdem Harry Reuss bereits im fr\u00fchen Kindesalter Vollwaise geworden war, wuchs er bei seinem Onkel in Hamburg-Altona auf. 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