{"id":1201,"date":"2025-11-13T09:46:20","date_gmt":"2025-11-13T09:46:20","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/roederstein-ottilie-w\/"},"modified":"2026-09-05T15:09:02","modified_gmt":"2026-09-05T13:09:02","slug":"roederstein-ottilie-w","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/roederstein-ottilie-w\/","title":{"rendered":"Roederstein, Ottilie W."},"content":{"rendered":"<p>Ottilie W. Roederstein wurde 1859 in Z\u00fcrich geboren. Ihre Eltern stammten beide aus dem Rheinland; ihr Vater arbeitete in Z\u00fcrich als Vertreter einer Textilfirma. Der Maler Eduard Pfyffer portr\u00e4tierte zwischen 1868 und 1869 die Mitglieder der Familie Roederstein. Ab 1876 nahm sie bei ihm zwei Jahre lang Zeichen- und Malunterricht, obwohl ihre Mutter gegen eine k\u00fcnstlerische Ausbildung war. 1879 folgte sie ihrer Schwester nach Berlin, wo sie das private Damenatelier des Portr\u00e4tmalers Karl Gussow besuchte. Gemeinsam mit ihrer Freundin und K\u00fcnstlerkollegin Annie Hopf ging Roederstein 1882 nach Paris. Dort studierte sie im Damenatelier von \u00c9mile Auguste Carolus-Duran sowie bei Jean-Jacques Henner und arbeitete zus\u00e4tzlich nachmittags im Atelier von Luc-Olivier Merson. Gemeinsam mit Annie Hopf und Tola Certowicz bezog sie eine Wohnung in der <em>Rue Notre-Dame-des-Champs 79<\/em> und unterhielt in derselben Stra\u00dfe ein Atelier. Im gleichen Jahr konnte sie erstmals in Z\u00fcrich ausstellen. 1883 zeigte Roederstein ihr erstes Werk in der <em>Soci\u00e9t\u00e9 des Artistes Fran\u00e7ais<\/em> und stellte bis 1914 j\u00e4hrlich in Paris aus. Im Sommer 1885 lernte sie in Z\u00fcrich eine junge Medizinstudentin namens Elisabeth Hermine Winterhalter kennen, die sp\u00e4ter ihre Lebensgef\u00e4hrtin wurde. Winterhalter wurde sp\u00e4ter eine der ersten Chirurginnen Deutschlands und f\u00fchrte als erste Frau einen Kaiserschnitt durch. Roederstein kehrte 1887 nach Z\u00fcrich zur\u00fcck. 1891 ging sie nach Frankfurt am Main und lebte dort gemeinsam mit Elisabeth Winterhalter. Dort hatte sie Kontakte zur Kronberger Malerkolonie, insbesondere zu Hans Thoma. Zwischen 1894 und 1911 mietete Roederstein am St\u00e4delschen Kunstinstitut ein Atelier und unterrichtete dort vor allem Frauen. Von 1907 bis 1909 zog sie gemeinsam mit ihrer Lebensgef\u00e4hrtin nach Hofheim; 1911 bauten sie dort auch ein Atelier. 1913 folgte eine Reise nach Nordafrika. Ab 1913 war <a href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/bekker-vom-rath-hanna\/\"><span style=\"color: #33cccc;\"><strong>Hanna Bekker vom Rath<\/strong><\/span><\/a> ihre Sch\u00fclerin. Beide blieben auch nach der Ausbildungszeit in regem Kontakt miteinander und unternahmen gemeinsam mehrere Reisen nach Italien und in die Schweiz. Als sich Bekker vom Rath 1928 ebenfalls in Hofheim niederlie\u00df, lernte Roederstein durch sie viele neue K\u00fcnstler kennen, darunter Alexej von Jawlensky, Ludwig Meidner und Karl Schmidt-Rottluff. Im selben Jahr wurde Roederstein, wie so viele Pers\u00f6nlichkeiten aus dem Frankfurter Kreis, von Hanna Bekker vom Rath portr\u00e4tiert. Als 1920 franz\u00f6sische Besatzer in Hofheim waren, nahmen sie Roedersteins Atelier in Beschlag, das sie erst 1929 zur\u00fcckerhielt. In diesem Jahr zeigte der Frankfurter Kunstverein anl\u00e4sslich des 70. Geburtstags der K\u00fcnstlerin eine gro\u00dfe Jubil\u00e4umsausstellung. Zu dieser wurden ihr sowohl die Ehrenb\u00fcrgerschaft von Hofheim als auch die Ehrenmitgliedschaft im Frankfurter K\u00fcnstlerbund und eine Plakette der Stadt Frankfurt zuteil. Als Portr\u00e4tistin malte sie das B\u00fcrgertum, K\u00fcnstler und Schriftsteller wie Hermann Hesse und Jakob Nussbaum, aber auch Familie und Freund. Auch sie selbst wurde zum Sujet ihrer Gem\u00e4lde. Einerseits reihte sie sich damit in eine lange k\u00fcnstlerische Tradition der Selbstbildnisse ein, andererseits gew\u00e4hrten diese auch einen Blick in Roedersteins Inneres. Im Selbstportr\u00e4t von 1936 setzte sie sich wie in anderen Selbstbildnissen aus den 1930er-Jahren mit ihrem eigenen Alterungsprozess auseinander. In dieser Zeit litt sie unter langanhaltenden depressiven Phasen und \u00fcbersetzte diese in ihre Selbstdarstellungen. Das Werk widmete sie in der Inschrift ihrer Sch\u00fclerin Hanna Bekker vom Rath und dr\u00fcckte damit ihre tiefe Verbundenheit aus: \u201eDer Lieben Frau vom Rath in Verehrung gewidmet 20. M\u00e4rz 1936.\u201c 1937 reiste sie gemeinsam mit Bekker vom Rath und dem Beckmann-Sch\u00fcler <a href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/garve-theo\/\"><span style=\"color: #33cccc;\"><strong>Theo Garv\u00e9<\/strong><\/span><\/a> zur Weltausstellung nach Paris, wo sie gemeinsam Pablo Picassos <em>Guernica<\/em> sahen. Kurz nach ihrer R\u00fcckkehr verstarb Roederstein im Alter von 78 Jahren in Hofheim.<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten\u201c. Dieser ist\u00a0<\/strong><span style=\"color: #33cccc;\"><a style=\"color: #33cccc;\" title=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/produkt\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\" href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>HIER<\/strong><\/a><\/span><strong> erh\u00e4ltlich.<\/strong><\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Roederstein, Ottilie W. - Museum der verlorenen Generation","description":"Ottilie W. Roederstein wurde 1859 in Z\u00fcrich geboren. 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