{"id":1221,"date":"2025-11-13T09:50:25","date_gmt":"2025-11-13T09:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/seepolt-heinrich\/"},"modified":"2026-08-19T10:50:59","modified_gmt":"2026-08-19T08:50:59","slug":"seepolt-heinrich","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/seepolt-heinrich\/","title":{"rendered":"Seepolt, Heinrich"},"content":{"rendered":"<p>Heinrich Seepolt, der Meistersch\u00fcler von <strong>Julius Paul Junghans<\/strong> (1876\u20131958), wechselte im letzten Jahr seines Studiums 1931 zum Maler <strong>Paul Klee<\/strong> (1879\u20131940). Unterschiedlicher h\u00e4tte die Ausbildung des K\u00fcnstlers Heinrich Seepolt nicht sein k\u00f6nnen, denn w\u00e4hrend Junghans im Zuge des Nationalsozialismus politisch konforme Kunst malte und sich als Mitglied der <em>Reichskulturkammer der bildenden K\u00fcnste<\/em> an Ausstellungen beteiligte, musste Klee als \u201eentarteter K\u00fcnstler\u201c und \u201epolitisch Unzuverl\u00e4ssiger\u201c nach Bern in die Schweiz emigrieren. Beim ersten lernte Seepolt, Landschafts- und Blumenbilder zu malen, aber angezogen wurde er von der Farb- und Formenlehre Paul Klees. Seepolt war ein gut vernetzter K\u00fcnstler, der vermutlich auch der Assoziation <em>Revolution\u00e4rer Bildender K\u00fcnstler Deutschlands<\/em> (Asso bzw. ARBKD) angeh\u00f6rte, wie auch <a href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/kirszenbaum-jechezkiel-david\/\"><span style=\"color: #33cccc;\"><strong>Jezechkiel Kirszenbaum<\/strong><\/span><\/a> oder <a href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/schuetze-kurt\/\"><span style=\"color: #33cccc;\"><strong>Kurt Sch\u00fctze<\/strong><\/span><\/a>. Zudem galt er als einer der \u201eGr\u00fcnderv\u00e4ter\u201c des <em>Duisburger K\u00fcnstlervereins<\/em>. 1932 wurde Seepolt Mitglied der <em>Kommunistischen Partei Deutschlands <\/em>(KPD), bis sie 1933 verboten wird. Politisch verd\u00e4chtig wurde Seepolt zudem, als sein Vater <strong>Friedrich Seepolt<\/strong>, ebenfalls K\u00fcnstler und Mitglied der KPD, am 9. Oktober 1936 wegen \u201eVorbereitung zum Hochverrat\u201c zu neun Monaten Gef\u00e4ngnis verurteilt wurde und schlie\u00dflich 1937 im Konzentrationslager ermordet wurde. Im Jahr der Macht\u00fcbernahme durch die Nationalsozialisten kam es zu einer Hausdurchsuchung bei Seepolt, und Werke in seinem Atelier wurden mutwillig zerst\u00f6rt. Er entschloss sich daher, an den Bodensee zu dem befreundeten K\u00fcnstler <strong>Werner Kreuzhage<\/strong> (1904\u20131989) zu reisen. Als \u201epolitisch unzuverl\u00e4ssig\u201c eingestuft, wurde ihm die weitere Aus\u00fcbung seines K\u00fcnstlerberufs erheblich erschwert. Dennoch konnte er 1933 einige Werke an das Polizeipr\u00e4sidium in Duisburg verkaufen; die dargestellten Motive waren ideologisch unauff\u00e4llig und zeigten unter anderem einen Eisenbahnhafen, die Marientorbr\u00fccke sowie einen Blick auf die Hamborner Industrielandschaft. Ein \u00e4hnliches Motiv befindet sich in der Sammlung B\u00f6hme: Im <em>Duisburger Hafen<\/em> spiegeln sich die expressionistischen Farben in Himmel und Wasser wider. Der K\u00fcnstler malte mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Marientor aus die Kircht\u00fcrme der Salvatorkirche sowie der Karmelitenkirche. Kein Mitglied der <em>Reichskammer der bildenden K\u00fcnste<\/em> zu sein, bedeutete f\u00fcr viele K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler existenzielle Unsicherheit. Als Seepolt ebenfalls ein \u201eArbeitsverbot\u201c drohte, schloss er sich dem alternativen Kunstverband <em>Kampfbund f\u00fcr deutsche Kultur<\/em> an, gegr\u00fcndet vom NS-Ideologen und sp\u00e4teren Reichsminister f\u00fcr die besetzten Ostgebiete Alfred Rosenberg (1892\/1893\u20131946). Im Zuge der Aktion \u201eEntartete Kunst\u201c 1937 wurden zahlreiche Werke aus \u00f6ffentlichen Sammlungen entfernt und zerst\u00f6rt, auch Seepolts <em>Selbstbildnis<\/em> in der Duisburger St\u00e4dtischen Kunstsammlung blieb davon nicht verschont. Inzwischen war Seepolt im \u201eKampfbund\u201c bis zum Fachgruppenleiter aufgestiegen, wurde jedoch im Oktober 1937 auf Anraten der Gestapo von diesem Amt enthoben. Als Fachgruppenleiter war Seepolt in seiner Arbeit weniger k\u00fcnstlerisch eingeschr\u00e4nkt und setzte sich im Oktober 1933 vergeblich f\u00fcr einen verhafteten K\u00fcnstlerkollegen namens Heinz Kiwitz (1910\u20131938) beim Polizeipr\u00e4sidium ein. Inmitten der Kriegsgeschehnisse heiratete Seepolt die Pianistin Wilhelmine Schl\u00fcter, ein Jahr darauf wurde ihr gemeinsamer Sohn Rolf (1942\u2013unbekannt) in der Schweiz geboren. Das Atelier des K\u00fcnstlers wurde 1944 von Bomben getroffen, woraufhin die Familie zu Wilhelmines Mutter in den Stadtteil Neudorf zog. In der Nachkriegszeit malte Seepolt vor allem pazifistische Werke. Den meisten Kunstwerken gab Seepolt keine Titel, damit sich die Betrachter auf ihre eigene Wahrnehmung konzentrieren konnten.<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten\u201c. Dieser ist <span style=\"color: #33cccc;\"><a style=\"color: #33cccc;\" href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\">HIER<\/a><\/span> erh\u00e4ltlich.<\/strong><\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Seepolt, Heinrich - Museum der verlorenen Generation","description":"Heinrich Seepolt, der Meistersch\u00fcler von Julius Paul Junghans (1876\u20131958), wechselte im letzten Jahr seines Studiums 1931 zum Maler Paul Klee (1879\u20131940). 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