{"id":1246,"date":"2025-11-13T09:55:49","date_gmt":"2025-11-13T09:55:49","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/tappert-georg\/"},"modified":"2026-02-14T09:59:09","modified_gmt":"2026-02-14T08:59:09","slug":"tappert-georg","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/tappert-georg\/","title":{"rendered":"Tappert, Georg"},"content":{"rendered":"<p>Mit Georg Tappert begegnet uns ein K\u00fcnstler, der stets darum bem\u00fcht war, unterschiedliche k\u00fcnstlerische Malstile zu vereinigen. So setzte er sich ab 1919 f\u00fcr den k\u00fcnstlerischen Nachwuchs ein, indem er sich bei einer Umfrage im Rahmen der Publikation \u201eJa, Stimmen des Arbeitsrates f\u00fcr Kunst\u201c f\u00fcr den fr\u00fchkindlichen Malunterricht sowie gegen eine Geschlechtertrennung in Malkursen einsetzte. Die eigene, ganz individuelle, Fantasie nahm f\u00fcr Tappert einen hohen Stellenwert ein und sollte durch Lehrer gef\u00f6rdert werden, ganz nach seiner Devise: \u201eNicht st\u00f6ren, hier malt einer!\u201c.<\/p>\n<p>Auch Tappert war als Zeichenlehrer t\u00e4tig und wurde 1921 zum Professor an der <em>Staatlichen Kunstschule in Berlin<\/em> berufen sowie zum Direktor der <em>Kunstgewerbeschule in Hannover<\/em> ernannt, letztere Position lehnte er jedoch ab. Bereits seit 1919 war er an der <em>Reimann-Schule<\/em> t\u00e4tig, wo er als besonders anerkannter Zeichenlehrer galt. Dort wurden nahezu 800 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus dem In- und Ausland unterrichtet, ungef\u00e4hr 30 davon in der Klasse \u201eAkt und Komposition\u201c unter Tappert. Neben seinem p\u00e4dagogischen Wirken war der K\u00fcnstler Mitglied der <em>Novembergruppe<\/em> und pflegte Kontakte zu Paula Modersohn-Becker, die er vermutlich in Worpswede kennenlernte.<\/p>\n<p>Zu seinen bevorzugten Motiven z\u00e4hlten vor allem Gro\u00dfstadtmomente, wie Variet\u00e9, Revue oder Zirkusdarstellungen. Aber auch Eindr\u00fccke aus dem b\u00fcrgerlichen Stra\u00dfenmilieu, wie das sich in der <em>B\u00f6hme Collection<\/em> befindliche, aber undatierte Werk \u201eVor der Kneipe\u201c. Diese Stra\u00dfenszenen entstanden kurz vor Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten und zeigten meist die Berliner Boulevard-Caf\u00e9s. Bis 1933 nahm Tappert zudem den weiblichen Akt wiederholt in sein Werk auf, selbst Max Liebermann \u00e4u\u00dferte sich anerkennend zu den \u201esch\u00f6nen M\u00e4dchen\u201c in seinen Arbeiten. Aufgrund seiner intensiven Lehrt\u00e4tigkeit sind nur wenige Fr\u00fchwerke des K\u00fcnstlers erhalten.<\/p>\n<p>Nachdem am 18. Februar 1933 mehrere M\u00e4nner in SA-Uniform w\u00e4hrend einer Sch\u00fclerpr\u00fcfung in die Kunstklassen eingedrungen waren, darunter Tapperts und die Absetzung einiger Professoren zugunsten \u201enationaler Kunstlehrer\u201c gefordert hatten, wurde Tappert noch am selben Abend zwangsbeurlaubt. Aufgrund seiner Beliebtheit bei Kollegen und Studierenden wurde diese Ma\u00dfnahme zun\u00e4chst aufgehoben, mit der Gleichschaltung der Kunst- und Kulturpolitik war seine Entlassung jedoch absehbar. Noch im selben Jahr wurde Tappert aus allen Diensten und Vereinigungen entlassen und 1937 auch aus dem Vorstand des <em>Deutscher Werkbund<\/em> ausgeschlossen. Tappert zog sich daraufhin zur\u00fcck und verbrachte die Kriegsjahre in Berlin oder auf Reisen, in deren Verlauf Landschaftsgem\u00e4lde entstanden, unter anderem in der Fr\u00e4nkischen Schweiz und auf Sylt.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Information finden Sie in unserem Sammlungskatalog \"Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichte\". Dieser ist <a href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\"><span style=\"color: #33cccc;\"><strong>Hier<\/strong> <\/span><\/a>erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Tappert, Georg - Museum der verlorenen Generation","description":"Mit Georg Tappert begegnet uns ein K\u00fcnstler, der stets darum bem\u00fcht war, unterschiedliche k\u00fcnstlerische Malstile zu vereinigen. 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