{"id":993,"date":"2025-11-13T09:02:09","date_gmt":"2025-11-13T09:02:09","guid":{"rendered":"https:\/\/verlorene-generation.com\/kuenstler\/bachem-bele\/"},"modified":"2026-01-16T15:51:17","modified_gmt":"2026-01-16T15:51:17","slug":"bachem-bele","status":"publish","type":"kuenstler","link":"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/kuenstler\/bachem-bele\/","title":{"rendered":"Bachem, Bele"},"content":{"rendered":"<p>Renate Gabriele Bachem, genannt Bele, war die Tochter von Hedwig Bachem (geb. Marpmann) und dem Maler Gottfried Maria Bachem, einem ehemaligen Sch\u00fcler von Max Liebermann. Bereits vom Vater erlernte sie das k\u00fcnstlerische Handwerk, jedoch war das pers\u00f6nliche Verh\u00e4ltnis zwischen Vater und Tochter alles andere als gut. Bachem studierte von 1934 bis 1940 an der Kunstgewerbeschule in Gablonz an der Nei\u00dfe, die ab 1938 bis 1945 zum Reichsgau Sudetenland z\u00e4hlte. Sie besuchte zudem die Berliner Akademie der K\u00fcnste und studierte bei Ludwig Bartnig, Max Kraus sowie Georg Walter R\u00f6ssner. Bachem verschrieb sich aber nie einer bestimmten Kunstrichtung und fand rasch ihren eigenen Stil.<\/p>\n<p>Im Jahr 1937 entstanden erste Illustrationen f\u00fcr Zeitschriften wie \u201eDie Dame\u201c und \u201eElegante Welt\u201c. 1940 heiratete sie den Kunsthistoriker G\u00fcnter B\u00f6hmer. Im selben Jahr kam die Tochter Bettina zur Welt. Der Regisseur und Staatsschauspieldirektor Otto Falckenberg wurde 1943 auf sie aufmerksam. Durch ihn erhielt Bachem Auftr\u00e4ge als B\u00fchnenbildnerin an den M\u00fcnchner Kammerspielen, wie f\u00fcr die Inszenierung \u201eMinifie\u201c von Hans Hoemberg (Regie Wolfgang Petzet).<\/p>\n<p>Ihre oft skurrilen Entw\u00fcrfe f\u00fchrten zu heftigen Diskussionen. Bachem stand mit ihrer Kunst mit einem Bein in der Halbwirklichkeit und grenzte an den Surrealismus. W\u00e4hrend Falckenberg 1944 in die Gottbegnadeten-Liste der unersetzlichen K\u00fcnstler Hitlers aufgenommen wurde, wurde Bachem noch im selben Jahr mit einem Ausstellungsverbot belegt.<\/p>\n<p>Nachdem Bachem zu ihren Schwiegereltern nach Sonnenburg bei Frankfurt an der Oder \u00fcbersiedelt war, fl\u00fcchtete sie zu Kriegsende aus Ostdeutschland und kam nach Feldafing am Starnberger See. Daraufhin folgte die Trennung von ihrem Ehemann, und sie zog 1947 nach M\u00fcnchen, wo sie sich dauerhaft niederlie\u00df. Der Regisseur Rolf Thiele, der in dieser Zeit mit seinem sozialkritischen Film \u201eDas M\u00e4dchen Rosemarie\u201c (1958) einen gro\u00dfen Erfolg gefeiert hatte, wollte 1959 seinen ersten gro\u00dfen Farbfilm \u201eDie Halbzarte\u201c drehen. Neben Romy Schneider und Magda Schneider in der Hauptrolle engagierte er auch Bele Bachem f\u00fcr die Farbentw\u00fcrfe. Sie hatte den Auftrag, die Dekorationen, Kost\u00fcme, Einrichtungen und Stimmungen der Akteure miteinander in Verbindung zu bringen.<\/p>\n<p>Zwar wurde Bachems Arbeit positiv aufgenommen und der Film als \u00f6sterreichischer Beitrag zu den Filmfestspielen in Cannes gezeigt, doch das Drehbuch und die schauspielerische Leistung Schneiders f\u00fchrten dazu, dass der Film schnell in Vergessenheit geriet. Bachem arbeitete danach nie wieder im Filmbereich.<\/p>\n<p>In den 1960er-, 70er- und 80er-Jahren geh\u00f6rte Bachem zur legend\u00e4ren Schwabinger Boheme, wo sich ihr Beiname \u201eDer weibliche Cocteau Schwabings\u201c etablierte. Von 1950 bis 1960 war sie k\u00fcnstlerische Mitarbeiterin bei der Porzellanmanufaktur Rosenthal und entwarf Teeservice, Vasen, Mobiliar und Tapeten. 1950 entstand das Portr\u00e4t Margarete von Waetjen (1930 \u2013 2005). Auf der Leinwand im Bild war die Signatur der Portr\u00e4tierten zu lesen.<\/p>\n<p>Ab 1965 wandte sich Bachem wieder mehr der Malerei und Grafik zu. Es folgten zahlreiche Ausstellungen in Hamburg bei der Galerie Nierendorf, bei Lempertz in K\u00f6ln, in New York und an weiteren Orten in ganz Deutschland. Bachem zog sich sp\u00e4ter nach Mallorca zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog \u201eWir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten \u201c. Dieser ist\u00a0<span style=\"color: #33cccc;\"><a style=\"color: #33cccc;\" href=\"https:\/\/verlorene-generation.com\/en\/product\/wir-werden-euch-nicht-vergessen-die-verlorene-generation-ihre-kunst-ihre-geschichten\/\"><strong>HIER<\/strong><\/a> <\/span>erh\u00e4ltlich.<\/p>","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"slim_seo":{"title":"Bachem, Bele - Museum der verlorenen Generation","description":"Renate Gabriele Bachem, genannt Bele, war die Tochter von Hedwig Bachem (geb. 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