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2022 0553A

Künstler

2022 0553A

Weiblicher Akt

|

o.D.

Beye, Bruno

1895

Magdeburg (DEU)

-

1976

Magdeburg (DEU)

Bruno Beye

Magdeburg (DEU) 1895 – 1976 Magdeburg (DEU)

Bruno Beye begann mit nur 16 Jahren eine künstlerische Ausbildung in seinem Geburtsort Magdeburg. An der dortigen Kunstgewerbeschule lernte er bei Richard Winckel (1870–1941) und Kurt Tuch (1877–1963). Im Rahmen von Studienreisen besuchte er Prag, Basel und Amsterdam. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Beye eingezogen, doch auch als Soldat blieb er künstlerisch aktiv: 1916 nahm er an der ersten expressionistischen Ausstellung in Magdeburg teil, und von 1917 bis 1924 veröffentlichte er Grafiken in der Zeitschrift Die Aktion, damals ein zentrales Sprachrohr progressiver, linker Positionen und expressionistischer Kunst. 1919 war er Mitbegründer der Gruppe Die Kugel, ein Zusammenschluss expressionistischer Künstler:innen und Schriftsteller:innen. Die 1920er-Jahre waren für Beye eine Zeit des Umherreisens und künstlerischen Ausprobierens: Nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin, wo er mit der Novembergruppe in Kontakt kam und als Kabarettist auftrat, übernahm er in Rheinland und Westfalen verschiedene Hilfsarbeiten. Es folgten Reisen durch Deutschland, in die Schweiz und nach Italien. Ab 1925 studierte er, wie viele seiner Zeitgenossen, die eine Alternative zu den staatlichen Akademien und dem dort herrschenden konservativen Malstil suchten, an der privaten Académie Colarossi in Paris. Hier entstand möglicherweise auch der gezeigte Weibliche Akt, denn die Aktmalerei war ein wichtiger Bestandteil der künstlerischen Ausbildung. 1929 kehrte Beye nach Magdeburg zurück und arbeitete dort vor allem für linke Zeitschriften. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 änderte sich alles: Da er in progressiven Kreisen verkehrte und Kontakte zur linken Szene pflegte, wurde sein Haus durchsucht. Beye emigrierte zwar nicht, reiste aber in den folgenden Jahren viel und lange – nach Marokko, Spanien, Italien und Österreich. In Barcelona konnte er 1933/34 sogar ausstellen. 1937 wurden vier seiner Druckgrafiken aus dem Kaiser-Friedrich-Museum in Magdeburg als „entartet“ beschlagnahmt. Trotz der Verfemung in den 1930er-Jahren wurde er 1944 vom NS-Regime beauftragt, die Stadt Quedlinburg zu zeichnen. Ob er Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste wurde, ist unklar, aber wahrscheinlich, denn ohne sie war künstlerische Arbeit in der Öffentlichkeit kaum möglich. Bei einem Luftangriff auf Magdeburg im Januar 1945 wurde der größte Teil seines Werkes zerstört. Doch Beye gab nicht auf. Nach dem Krieg engagierte er sich aktiv für die Entnazifizierung im Kunstbereich und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. In den frühen 1950er-Jahren arbeitete er erneut als Pressezeichner in Berlin. 1954 kehrte er nach Magdeburg zurück – die Stadt, in der sein künstlerischer Weg begann. In den folgenden Jahren fand er allmählich zurück ins künstlerische Leben. Ein sichtbares Zeichen seines beruflichen Erfolgs war die Verleihung des Erich-Weinert-Preises der Stadt Magdeburg im Jahr 1963.

Werke

Weiblicher Akt

Öl auf Leinwand

60,8 × 80 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

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