
Künstler

Selbstbildnis mit Maske
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1934
Brust, Karl Friedrich
1897
Frankfurt am Main (DEU)
-
1960
München (DEU)
Karl Friedrich Brust Frankfurt am Main (DEU) 1897 ‒ 1960 München (DEU) Der Frankfurter Karl Friedrich Brust absolvierte eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Offenbach, erlernte die Malerei jedoch autodidaktisch. In den Jahren 1915–1918 diente er im Ersten Weltkrieg, präsentierte aber schon 1919 erstmals seine Werke in der Galerie von Ludwig Schames (1852–1922) in Frankfurt und arbeitete fortan als freischaffender Künstler. 1922 unternahm er seine erste Studienreise nach Italien, wo er Freundschaften mit den Schriftstellern Joseph Roth (1894–1939) und Joachim Ringelnatz (1883–1934) schloss. Ab 1923 war er Mitglied des Frankfurter Künstlerbundes und beteiligte sich an Ausstellungen in verschiedenen deutschen Städten – einige seiner Arbeiten erwarb sogar das Städel Museum in seiner Heimatstadt. 1931 zog Brust nach Berlin. Zwar war er 1933 als Mitglied des Deutschen Künstlerbundes noch in Ausstellungen der Berliner Secession vertreten, doch entfernten die Nationalsozialist:innen seine Werke noch im selben Jahr aus der letzten Schau der Sezession in Hamburg. Im Jahr 1937 beschlagnahmten sie auch seine Arbeiten im Städel als „entartete Kunst“; diese gelten bis heute als verschollen. Als „Kulturbolschewist“ diffamiert, durfte er bis 1945 nicht mehr ausstellen. Im Jahr 1934 entstand das Selbstbildnis mit Maske, in dem der Maler die Maske so hielt, dass man sein Dreiviertelprofil mit dem Seitenblick – besorgt oder schelmisch? – gut erkennen konnte. Es ist eine Allegorie auf den erzwungenen Rückzug aus dem Kunstbetrieb. Die bunte Maske ist hier nicht als karnevaleskes Accessoire, sondern als Symbol des Schutzes zu verstehen: Vermeintlich heiter und unschuldig, sollte sie den Künstler vor dem Zugriff der NS-Kulturpolitik bewahren, gewährte den Betrachtenden aber dennoch einen Blick auf die Person, die sich dahinter verbarg. Gleichzeitig verweist die Maske auf die Ambivalenz des künstlerischen Schaffens im Verborgenen, einen Akt des Widerstands, der von Isolation und Anpassungsdruck geprägt war. Bei den Bombenangriffen auf Berlin 1943/44 wurden zahlreiche seiner Werke zerstört, daher gehört dieses Gemälde zu den wenigen erhaltenen Ölbildern Brusts aus der Vorkriegszeit. Nach Kriegsende beteiligte sich der Maler wieder an Ausstellungen, wie beispielsweise 1955 als Mitglied der Gruppe ZEN 49 in der Städtischen Galerie München. Zunächst lebte er in Oberfranken, bevor er 1949 nach München zog, wo er als Illustrator arbeitete, besonders für Kinderbücher. 1959 wurde er in die Frankfurter Sezession aufgenommen und kehrte in den Deutschen Künstlerbund zurück. Formularbeginn LITERATURAUSWAHL: -Dirk Janßen u.a., Brust, Karl Friedrich, in: Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen (Schriften der Guernica-Gesellschaft 9), hg. von Martin Papenbrock und Gabriele Saure, Teil 2, Weimar 2000, S. 210f. -Unbekannter Autor, Karl Friedrich Brust, https://t1p.de/KF_Brust (16.4.2025)
Werke

Blumenstillleben
Öl auf Leinwand
79 × 64 cm

Selbstbildnis mit Katze
Öl auf Leinwand
79 × 64 cm

Selbstbildnis mit Maske
Öl auf Leinwand
94,5 × 75,3 cm