
Künstler

Der Regentag
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1917
Ewald, Reinhold
1890
Hanau (DEU)
-
1974
Hanau (DEU)
Reinhold Ewald Hanau (DEU)1890 – 1974 Hanau (DEU) Reinhold Ewald wuchs mit seinen vier Geschwistern in Hanau auf. Während seiner Kindheit wurde er von seinem musisch veranlagten Vater beeinflusst. In nächster Nähe wohnte der Vater des Komponisten Paul Hindemith (1895–1963). Er war Dekorationsmaler in Hanau. In dessen Werkstatt erhielt der junge Ewald erste Eindrücke in das Malerhandwerk, machte von 1905 bis 1906 bei diesem eine Lehre und ließ sich ebenfalls zum Dekorationsmaler ausbilden. Ab 1906 besuchte Ewald die Zeichenakademie in Hanau, wo er mit seinen Fähigkeiten so hervortrat, dass er ein Staatsstipendium an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums erhielt. Dort studierte er von 1907 bis 1911 bei Max Koch (1859–1930) und Richard Böhland (1868–1935), wo er drei erste Auszeichnungen gewann. Die Kunstszene Berlins bot ihm viele Anregungen, besonders die französischen Impressionisten wie Paul Cézanne (1839–1906) und Henri Matisse (1869–1954). Zu seinen Förderern in dieser Zeit zählten Bruno Paul (1874–1968) sowie Paul Cassirer (1871–1926). Ab 1910 beteiligte sich Ewald erstmals an Ausstellungen der „Berliner Sezession“ und ab 1912 an der „Münchner Sezession“. Ab 1911 kehrte er als freier Maler nach Hanau zurück. Ab 1921 wurde Ewald als Lehrer an die Zeichenakademie Hanau berufen. Im Jahr 1929 erhielt er zusammen mit Max Beckmann (1884–1950), Jakob Nussbaum (1873–1936) und Richard Scheibe (1879–1964) den Ehrenpreis der Stadt Frankfurt am Main. Am 1. Mai 1933 trat Ewald in die NSDAP ein und konnte sich in den darauffolgenden Jahren noch an einigen Ausstellungen beteiligen. Er versuchte, sich anzupassen, und wurde trotzdem 1933 durch die Nationalsozialist:innen aus dem Lehramt entlassen. Seine Bilder wurden als „entartete Kunst“ aus öffentlichen Sammlungen entfernt, darunter vierzehn Werke aus dem Hessischen Landesmuseum in Darmstadt, die in die „Schandgalerie“ gehängt und anschließend vernichtet wurden. Laut ungesicherten Quellen wurde er 1945 zum „Volkssturm“ rekrutiert, desertierte und versteckte sich in der Turmruine im Park Wilhelmsbad. 1949 begann er wieder, als Zeichenlehrer an der Hanauer Zeichenakademie zu arbeiten. LITERATURAUSWAHL: -Reinhold Ewald 1890–1974. Expressiv. Experimentell. Eigen - willig, hg. vom Museum Giersch der Goethe-Universität u. a. (Ausst.-Kat. Museum Giersch Frankfurt am Main / Städtische Museen Hanau), Petersberg 2015 -Reinhold Ewald 1890–1974, hg. von den Museen der Stadt Hanau (Ausst.-Kat. Museum Hanau, Schloss Philippsruhe), Hanau 1990 -Rainer Zimmermann, Die Kunst der verschollenen Generation. Deutsche Malerei des Expressiven Realismus von 1925 bis 1975, Düsseldorf 1980, S. 351–352
Werke

Klara Ewald-Weinhold (1903–1999) mit Freundin Lulu (†1979)
Öl auf Holz
59 × 47 cm

Der Regentag
Öl auf Leinwand auf Karton
103 × 75 cm