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2021 0393A

Künstler

2021 0393A

Bildnis Frau Lilo Jüngst

|

1935

Häfner, Herbert

1904

Rotterode (DEU)

-

1954

Bösingfeld (DEU)

Herbert Häfner

Rotterode (DEU) 1904 – Bösingfeld (DEU) 1954

Herbert Häfner besuchte zunächst ab 1920 die Kunstgewerbeschule in Hagen in Westfalen. 1924 ging er nach Berlin an die Vereinigte Staatsschule für Freie und Angewandte Kunst in Berlin-Charlottenburg und lernte bei Erich Wolfsfeld. Er war schon zu dieser Zeit neben seinem Studium als Maler tätig und eiferte seinem Vorbild Hans von Marées nach. In Berlin lernte er seine spätere Frau Ilse Mode kennen. 1928 heiratete er die jüdische Künstlerin, die ab nun den Doppelnamen Ilse Häfner-Mode trug. Im Folgejahr kam der Sohn Thomas Häfner zur Welt. 1934 erhielt Häfner den „Rom-Preis“ der Preußischen Akademie der Künste. Dieser wurde ihm 1937 aberkannt, da er als „jüdisch versippt“ aus der Reichskammer der Bildenden Künste ausgeschlossen wurde. Er verweigerte trotz Drängens der Nationalsozialist:innen die Scheidung von seiner Frau. Ab 1938 erhielt er völliges Malverbot. Zu dieser Zeit brachte das Ehepaar ihren gemeinsamen Sohn Thomas zu Ilses jüngerem Bruder Heinz Mode, der ihn über die Schweiz nach Sri Lanka in das damalige Britisch-Ceylon in Sicherheit brachte.

Nachdem er sich vor den Vertretern der Reichskulturkammer zu einem herablassenden Kommentar zum Maler und nationalsozialistischen Kunstfunktionär Adolf Ziegler hatte hinreißen lassen, wurde er 1940 zur Wehrmacht in Polen eingezogen. Nach seiner Anfrage beim Luftfahrtsministerium, ob seine Frau Ilse Häfner-Mode im Notfall als Kriegswitwe versorgt sei, wurde er sofort aus der Wehrmacht als „jüdisch Versippter“ und deshalb als „wehrunwürdig“ entlassen. Häfner wurde inmitten des winterlichen Polen auf die Straße gesetzt. Per Anhalter schaffte er den Rückweg nach Berlin, wollte dort aber nicht bleiben.

Häfner lebte gemeinsam mit seiner Mutter in Bösingfeld und baute dort eine kleine Töpferei auf, während seine Frau bei seinem Bruder Erich in Leopoldshöhe lebte. Zum Schutz seiner Frau hielt er trotzdem die Ehe aufrecht. Im November 1943 fielen sein Berliner Atelier und seine Wohnung den Bombenangriffen zum Opfer, wobei mehrere seiner Bilder zerstört wurden. Im Jahr 1944 wurde seine Frau von der Gestapo verhaftet und in das Arbeitslager Elben eingeliefert, das sie aber überlebte. Nach dem Krieg ließ sich das Paar einvernehmlich scheiden. Herbert Häfner lebte bis zu seinem Lebensende in Bösingfeld und starb dort trotz seiner ehemaligen Erfolge verarmt und vereinsamt.

Werke

Bildnis Frau Lilo Jüngst

Öl auf Holz

38 × 34,5 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

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