
Künstler

In Gesellschaft
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o.D.
Häfner - Mode, Ilse
1902
Kempen (DEU)
-
1973
Düsseldorf (DEU)
Ilse Häfner-Mode Kempen (DEU)1902 – Düsseldorf (DEU) 1973 Als eine von wenigen überlebenden jüdischen Künstlerinnen dokumentierte Ilse Häfner-Mode das Alltagsleben im Arbeitslager. Die „erlebten Bitternisse“ verarbeitete sie durch ihr künstlerisches Schaffen nach dem Krieg. Als Meisterschülerin von Erich Wolfsfeld (1884–1956), Professor für Malerei und Radierkunst an der Hochschule für bildende Kunst in Berlin-Charlottenburg, lernte sie dort ihren späteren Ehemann Herbert Häfner kennen. Das Paar heiratete 1928 im Standesamt Berlin-Wilmersdorf und entschied sich dafür, Berlin zu seiner neuen Heimat zu machen. Kurz darauf wurde ihr gemeinsamer Sohn Thomas geboren, der später ebenfalls Künstler wurde. Selbstbewusst signierte die Malerin ihre Werke auch nach ihrer Eheschließung mit „Ilse Mode“. Ilse Häfner-Mode machte sich bereits während ihrer Akademiezeit durch Ausstellungen in Berliner Kunstkreisen einen Namen: Ab 1929, als Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen, nahm sie regelmäßig an dessen Ausstellungen teil, bis sie schließlich aus den Reihen der Künstlerinnen ausgeschlossen wurde und die Möglichkeit auszustellen verlor. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft konnte Häfner-Mode nach der „Machtergreifung“ 1933 nur privat ihrer künstlerischen Arbeit nachgehen. Als Ehepartner einer Jüdin wurde auch ihr Mann 1937 vom Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste aus sämtlichen Berufsorganisationen ausgeschlossen. Als der Sohn im Schulunterricht Opfer antisemitischer Beleidigungen wurde, entschieden sich die Eltern dazu, den Neunjährigen nach Britisch-Ceylon (heute Sri Lanka) zu Freunden der Familie zu schicken. Das Versprechen, ihm nachzufolgen, konnte Häfner-Mode nicht einhalten, da die Ausreisedokumente so kurz vor Beginn des Krieges eintrafen, dass die Grenzen schon geschlossen waren. Die letzten Kriegsjahre verbrachte sie unauffällig in einer kleinen Wohnung mit Garten, die ihrem Schwager im Dorf Leopoldshöhe bei Detmold gehörte. Dort konnte sie sich nur im Schutz der Dunkelheit Lebensmittel von einem nahegelegenen Bauernhof besorgen und malte ausschließlich hinter verschlossenen Türen. Ihr Mann wurde als „jüdisch Versippter“ aus der Wehrmacht entlassen und baute sich bei seiner Mutter in Bösingfeld eine kleine Töpferei auf. Am 19. September 1944 wurde Häfner-Mode von der Gestapo verhaftet und in das Lager Elben deportiert. In einer ehemaligen Ziegelei nahe Kassel internieren die Nationalsozialist:innen Frauen für die Zwangsarbeit im Stollen. Der Alltag war nun bestimmt von körperlicher Ausbeutung im Wechsel mit künstlerischer Arbeit. Häfner-Mode fiel den Aufsehern durch ihre Zeichnungen im Sand auf und erhielt die Erlaubnis zu malen. So entstanden schlichte Tintenzeichnungen, die vom Lagerleben erzählten. Während ihrer achtmonatigen Internierung erlebte Häfner-Mode die Willkür und Korruption der Lagerleitung. So wurde Essen bewusst vorenthalten oder bestechliche Wachleute entschieden darüber, ob Insassen Besuch erhalten durften. Im April 1945, kurz nach der Befreiung des Lagers durch US-amerikanische Truppen, kam es zu der ungewöhnlichen Hochzeit der Ex-Inhaftierten Erna Elges und Walter Grimmers, eines ehemaligen Lageraufsehers. Hiervon wurde Häfner-Mode Zeugin, und auch sie selbst war während ihrer Haft eine Beziehung mit einem französischen Wachmann eingegangen. Nach der Befreiung wurde sie von Freunden in der Schweiz aufgenommen und ließ sich einvernehmlich von ihrem Mann scheiden. LITERATURAUSWAHL: -Christian Walda (Hg.), Ilse Häfner-Mode. Bilder im FLebens- und Liebesreigen, Schleswig 2013 - Ilse Häfner-Mode, hg. von der Galerie May, Düsseldorf 1968
Werke

Damenbildnis vor Holztor
Öl auf Leinwand
55 × 48,5 cm
Personen vor Stadtpanorama
Stickerei auf Textil
64 × 48 cm

Zirkusszene
Stickerei auf Textil
52,3 × 48 cm

Zirkusszene
Stickerei auf Textil
43 × 34 cm

In Gesellschaft
Stickerei auf Textil
77 × 62,3 cm