Skip to Content
Museum logo de web

Künstler

Heckrott, Will

1890

Hannover (DEU)

-

1964

Bremen (DEU)

Will Heckrott

Hannover (DEU) 1890 – Bremen (DEU) 1964

Wilhelm Heckrott besuchte ab 1906 die Kunstgewerbeschule in Hannover. Ab 1910 studierte er mit einem dreijährigen Stipendium an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden. Dort trat er 1911 in die Tierklasse von Emanuel Hegenbarth (1868–1923) ein. Die gemeinsame Begeisterung für Tierdarstellungen verband die beiden Künstler fortan. Heckrott war zudem Meisterschüler von Carl Bantzer (1857–1941). Im Ersten Weltkrieg diente Heckrott als Offizier an der Westfront. Nach Kriegsende kehrte er nach Dresden zurück und setzte sein Studium als Meisterschüler von Bantzer und auch von Hegenbarth fort. Auf Initiative von Conrad Felixmüller (1897–1977) entstand die „Dresdner Sezession – Gruppe 1919“, zu deren Mitbegründern neben Heckrott die Studienkollegen Otto Dix (1891–1969), Constantin von Mitschke-Collande, Oskar Kokoschka (1886–1980) und Otto Lange (1879–1944) zählten. Im gleichen Jahr erhielt Heckrott vom Senat der Akademie in Berlin den Staatspreis für Malerei. Er war zudem Mitglied der „Berliner Sezession“. Von 1920 bis 1929 war Heckrott als freischaffender Künstler in Dresden tätig und beteiligte sich regelmäßig an nationalen und internationalen Ausstellungen, etwa in Buenos Aires oder den USA. Im Jahr 1929 wurde er als Professor für angewandte Malerei an die Staatliche Kunstschule für Textilindustrie in Plauen im Vogtland berufen.

Im Juni 1933 erfolgte seine fristlose Entlassung. Vorgehalten wurde ihm „Verletzung der Amtspflicht“ wegen „jüdisch-marxistischer“ Lehre und Malerei, die zu verstehen sei als „ein ‚Krikel-Krakel‘ ohne jede organische Entwicklung“. Heckrott wurde in „Schutzhaft“ genommen. Er bemühte sich um seine Rehabilitierung als Lehrer, doch der jahrelange Prozess gegen das Deutsche Reich wurde auf Veranlassung des „Reichsministers“ Wilhelm Frick eingestellt und sämtliche Anträge wurden abgelehnt. Von 1933 bis 1936 wurden Heckrotts Bilder in den Ausstellungen zahlreicher Städte, so auch in der „Schreckenskammer“ in der Städtischen Galerie in Nürnberg, diffamiert. Bei der Beschlagnahmeaktion „Entartete Kunst“ 1937 wurden Heckrotts Arbeiten aus den öffentlichen Sammlungen entfernt, darunter auch das heute verschollene Ölgemälde „Maienkönigin“ (1919), das zudem in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt wurde. Heckrott ging in die innere Emigration und arbeitete zurückgezogen im Bereich der angewandten Kunst. Anfang 1945 wurde er vor einer erneuten Verhaftung durch die Nationalsozialist:innen gewarnt und floh nach Holstein. Nach Kriegsende wurde ihm die Rückkehr nach Dresden wegen der „angespannten Ernährungslage“ verweigert, und er ging stattdessen nach Bremen, wo er ab 1946 eine Professur an der Staatlichen Kunsthochschule erhielt.

 

LITERATURAUSWAHL:

-Neue Sachlichkeit in Dresden, hg. von Birgit Dalbajewa (Ausst.-Kat. Kunsthalle im Lipsiusbau Dresden), Dresden 2012, S. 238

-Birgit Neumann-Dietzsch, Wilhelm Heckrott – ein sächsi - scher Künstler. Biografische Skizzen aus seinem Nachlass, in: Dresdener Kunstblätter 55, 2002, S. 53–62

-Dresdner Sezession 1919–1925, hg. von Fritz Löffler, Emilio Bertonati und Joachim Heusinger von Waldegg (Ausst.-Kat. Galleria del Levante Mailand/München), Mailand/München 1977

Werke

Reiter am Flusse

Öl auf Leinwand

92 × 80,5 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

crossmenuarrow-right