Künstler
Hegemann, Marta
1894
Düsseldorf (DEU)
-
1970
Köln (DEU)
Marta Hegemann Düsseldorf (DEU) 1894 – Köln (DEU) 1970 Mit sechs Geschwistern wuchs Marta (Martha) Hegemann zunächst in Düsseldorf, dann in Iserlohn auf. Meistens war sie jedoch in den Ferien zu Besuch bei ihrer Großmutter in Köln. Im Jahr 1911 begann sie ein Studium an der Kunstgewerbeschule Köln. Dort lernte sie Heinrich Hoerle (1895–1936), Franz Wilhelm Seiwert (1894–1933) und ihren späteren Ehemann Anton Räderscheidt (1892–1970) kennen. Im Jahr 1912 wechselte sie, wie auch schon Räderscheidt, nach Düsseldorf in das Staatliche Kunst- und Zeichenlehrerseminar, denn bis 1919 war Frauen die Ausbildung an der Kunstakademie verwehrt. Im Jahr 1918 heiratete sie Anton Räderscheidt. Das Paar beschloss, künstlerisch freischaffend zu arbeiten. Den Lebensunterhalt verdiente sie zum Teil mit kunstgewerblichen Arbeiten. Zusammen mit Franz Wilhelm Seiwert und dem Ehepaar Angelika Hoerle (1899–1923) und Heinrich Hoerle gründete sie die Gruppierung „Neukölnische Malerschule“, die später in „Stupid“ umbenannt wurde. Marta Hegemann präsentierte ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen. Ab 1921 entstanden Hegemanns erste Gemälde, das Stillleben mit Lampe und Tieren und Segelschiffchen (verschollen). Nachdem sich aus Teilen der Gruppe „Stupid“ die „Kölner Progressiven“ formierten, distanzierte sich Hegemann 1931 von diesem Freund:innenkreis wegen seines zu starken politischen Engagements. Nach der Machtübernahme 1933 durch die Nationalsozialist:innen erhielt sie Ausstellungsverbot. Das Ehepaar beschloss, Deutschland zu verlassen. Sie lösten ihre Wohnung auf und verkauften den Hausrat, um in Italien zu leben. Aber alle Bemühungen, ihren Lebensunterhalt dort zu verdienen, schlugen fehl, sodass sie gezwungen waren, nach Köln zurückzukehren. Im Jahr 1934 trennte sie sich von ihrem Mann, der mit Ilse Metzger (1901–1947), geborene Salberg, nach Berlin zog. 1935 wurden Räderscheidt und Ilse Metzger, die jüdischer Herkunft war, verhaftet. Unmittelbar nach der Entlassung verließen sie Deutschland. Die sich in Museen befindlichen Bilder von Marta Hegemann und Räderscheidt wurden als „entartet“ bezeichnet und entfernt. Hegemann musste sich nun allein mit ihren Söhnen durchschlagen. Die darauffolgende Zeit war für Marta Hegemann gekennzeichnet durch ständigen Wohnortwechsel. Sie zog 1938 nach Frankfurt am Main und 1939 nach München. Künstlerische Arbeiten waren ihr nicht mehr möglich. Sie entwarf lediglich Dekors für Stoffe und Porzellan, die in den Münchner Werkstätten verkauft wurden. Im Jahr 1942 verlegte sie ihren Wohnsitz nach Straßburg in der irrtümlichen Annahme, vom Elsass aus nach Frankreich gelangen zu können. Anlässlich der Invasion der Alliierten floh sie 1944 wieder nach Deutschland und zurück in ihr Elternhaus nach Iserlohn. Dabei musste sie ihren Besitz und auch viele Bilder zurücklassen. Die wenigen übrigen wurden bei einem Bombenangriff stark beschädigt. Erst 1961 kam die juristische Scheidung von Anton Räderscheidt zustande. An ihre alten Erfolge konnte sie nicht mehr anknüpfen. LITERATURAUSWAHL: -Ingrid von der Dollen, Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bild - kunst der „verschollenen Generation“. Geburtsjahrgänge 1890–1910, München 2000, S. 311 -Marta Hegemann 1894–1970. Die Kunst – ein Gleichnis des Lebens, hg. von Das Verborgene Museum e. V. (Ausst.-Kat. Das Verborgene Museum, Berlin), Berlin 1998, S. 59 -Marta Hegemann (1894–1970). Leben und Werk, hg. vom Kölnischen Stadtmuseum und Michael Euler-Schmidt (Ausst.-Kat. Kölnisches Stadtmuseum), Köln 1990
Von 1914 bis 1918 lebte Hegemann in Köln und legte ihr Examen als Zeichen- und Sportlehrerin in Bad Godesberg ab. Marta Hegemann bewegte sich in den Kölner Bohème-Kreisen und traf Max Ernst (1891–1976) und seine Frau, die Kunstkritikerin Luise Straus-Ernst (1893–1944). Später schloss sie außerdem Freundschaft mit Käthe Schmitz-Imhoff (1893–1985).
Werke
Stillleben mit Lampe und Tieren
Öl auf Karton
34,8 × 27 cm