
Künstler

Früchtestillleben mit Krug
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1936
Herberg, Marianne
1901
Leipzig (DEU)
-
1991
Hamburg (DEU)
Marianne Herberg Leipzig (DEU) 1901 – Hamburg (DEU) 1991 Marianne Herberg wurde 1901 im Leipziger Stadtteil Connewitz geboren. Ihre künstlerische Ausbildung begann sie 1924 an der Kunstgewerbeschule Dresden. Dort studierte sie bis 1929 bei der renommierten Textilkünstlerin Margarete Junge (1874–1966) und dem Avantgarde-Fotografen und Maler Edmund Kesting (1892–1970). Von 1930 bis 1932 setzte sie ihre Ausbildung an der Hans Hofmann Schule für Bildende Kunst in München fort. Anschließend unternahm sie Studienreisen nach Italien, Spanien und Griechenland und beteiligte sich in den folgenden Jahren regelmäßig an Ausstellungen im sächsischen Raum. In Städten wie Meißen, Dresden und Leipzig wurde sie vor allem mit Landschaften und Stillleben bekannt. 1936 arbeitete sie als freischaffende Malerin in Dresden. In diesem Jahr entstand auch ihr Werk „Früchtestillleben mit Krug“. Politisch blieb sie während der NS-Zeit unbehindert, doch die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 zerstörten ihr Atelier. Mit dem Verlust ihres gesamten Frühwerks begann ein neuer Lebensabschnitt: Herberg zog nach Planitz bei Meißen und wurde Mitglied im Verband Bildender Künstler Deutschlands sowie im Landesverband Bildender Künstler Sachsen. In der DDR wurde Kunst erneut zum politischen Instrument. Sie sollte die Ideale des Sozialismus vermitteln, die Gesellschaft erziehen und inspirieren. Die Förderung von Kunstschaffenden gab dem Staat Kontrolle über Inhalte und Ausdrucksmöglichkeiten. Wie viele ihrer Kolleg:innen übernahm Herberg staatliche Aufträge und begleitete den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg künstlerisch. Im Jahr 1956 wagte sie einen Neuanfang: Sie verließ die DDR und zog nach Stuttgart. Dort war die Kunstproduktion deutlich unabhängiger, sodass man freier und vielfältiger arbeiten konnte. Sie wurde Mitglied im Verband Bildender Künstler Württembergs und im Bund Bildender Künstlerinnen Württembergs, nahm an den jährlichen Ausstellungen teil und bemühte sich, auch im Westen als Künstlerin Fuß zu fassen. Ab 1971 lebte sie in Aumühle bei Hamburg, wo sie weiterhin künstlerisch aktiv war. LITERATURAUSWAHL: -Maike Bruhns, Herberg, Marianne, in: Der neue Rump, Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, 2. Aufl., Hamburg 2013, S. 191 -Expressive Gegenständlichkeit, Schicksale figurativer Malerei und Graphik im 20. Jahrhundert. Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider, hg. von Rolf Jessewitsch u.a., Hamm/Westfalen 2001, S. 547 -Ingrid von der Dollen, Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bildkunst der verschollenen Generation. Geburtsjahrgänge 1890–1910, München 2000, S. 313
Werke

Früchtestillleben mit Krug
Öl auf Leinwand
50 × 65 cm