
Künstler

Bildnis einer Rauchenden
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1953
Hergenhahn-Dinand, Inge
1907
Darmstadt (DEU)
-
2003
Frankfurt am Main (DEU)
Inge Hergenhahn-Dinand Darmstadt (DEU) 1907 – Frankfurt am Main (DEU) 2003 In welchem Jahr Inge Hergenhahn-Dinand in die Meisterklasse eintrat, ist heute nicht mehr eindeutig rekonstruierbar. In der 1997 erschienenen Publikation „Malerinnen im 20. Jahrhundert“, für die die Autorin Ingrid von der Dollen die Künstlerin interviewte, wurde 1926 angegeben. Aktuellere Forschungen schätzten das Eintrittsdatum jedoch auf 1928/29. Die gebürtige Darmstädterin Ingeborg Dinand, genannt Inge, besuchte zunächst auf Drängen ihrer Mutter eine Hauswirtschaftsschule. Doch mit 18 Jahren begann sie 1925 ihr Studium an der Frankfurter Kunstschule (im Folgenden auch „Städelschule“) in der Vorklasse bei Peter Rasmussen. Bereits 1927 konnte Inge Dinand in Darmstadt ihre erste Einzelausstellung zeigen. Auch die Berliner Galerie von Paul Westheim zeigte in diesem Jahr Werke der Malerin. Ab Ende der 1920er-Jahre bis zur Auflösung der Klasse 1933 war sie Meisterschülerin Max Beckmanns. Ein weiterer Erfolg war, dass sie sich 1929 mit einem Werk an einer Ausstellung im Reckendorfhaus in Berlin beteiligen konnte. Der Kunstkritiker Paul Westheim schrieb in „Das Kunstblatt“ über die Ausstellung, dass auch Kommiliton:innen aus der Beckmannklasse Werke eingereicht hatten, diese aber von der Jury abgelehnt wurden. In der Meisterklasse lernte sie auch Walter Hergenhahn kennen, den sie 1933 heiratete. 1930 und 1932 konnte Dinand in der Frankfurter Galerie F. A. C. Prestel ausstellen. Nach der Auflösung der Meisterklasse durch die Nationalsozialist:innen 1933 zogen sich Inge und Walter Hergenhahn ins Private zurück und verbrachten viel Zeit außerhalb Frankfurts auf Sylt. Beginnend im Jahr 1933 hielt sie sich für ein Jahr in Paris auf. In den Jahren 1935 und 1939 wurden die Söhne Michael und Kay geboren. Zwar kam die Ausstellungstätigkeit der Malerin in den ersten Jahren nach der Machtergreifung zum Stillstand, doch Hergenhahn-Dinand schien spätestens ab 1936 kein Ausstellungsverbot gehabt zu haben. So konnte sie sich 1936, 1940, 1941 und 1942 offiziell an Ausstellungen beteiligen. Doch die folgenden Kriegsjahre waren ein starker Einschnitt in ihr Leben, das von Ausbombung, Evakuierung und Flucht gekennzeichnet war. Fast ihr gesamtes bis dahin entstandenes Werk ging in dieser Zeit verloren. Nach der kriegsbedingten Zerstörung des Frankfurter Ateliers 1942 floh sie mit den Söhnen zu Freunden nach Warthegau im heutigen Polen. 1945 fliehen sie erneut nach Westen über Stettin und Hamburg nach Wedel. Nach Kriegsende ließ sich die Familie von 1946 bis 1956 in Niederstein am Rhein nieder. Ab 1946 entstanden Kontakte zur Neuen Darmstätter Sezession, an deren Ausstellungen sie immer wieder teilnahm. Zwischen 1951 und 1953 unternahm sie Reisen nach Spanien und Paris. Ihr Nachkriegswerk fand besonders in den USA Anklang. Sie machte eine Webereiausbildung an der Werkkunstschule Offenbach und erhielt für die Kirchen in der Umgebung Darmstadts Aufträge für Bildteppiche und Paramente. Ab 1956 zog sie erneut nach Frankfurt am Main, da ihr Mann nach Theo Garve der Leiter der Städel-Abendschule wurde. Ab 1957 leitete sie Sommerkurse in Malerei und Zeichnung auf Sylt. Doch 1958 folgte die Scheidung von Walter Hergenhahn. 1965 erhielt sie mit ihrem früheren Mitschüler Georg Heck einen Studienfahrtspreis und reiste in die Provence. Ende der 1960er-Jahre eröffnete Hergenhahn-Dinand eine eigene Galerie in Frankfurt. Ab 1976 gehörte sie gemeinsam mit Georg Heck zu den Begründer:innen des „Frankfurter Kreises“. Sie verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Frankfurt, wo sie 2003 verstarb.
Werke

Bildnis einer Rauchenden
Öl auf Leinwand
72,4 × 58,1 cm