Künstler

Weiblicher Halbakt
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o.D.
Korwan, Franz
1865
Heinebach (DEU)
-
1942
Internierungslager Noé (FRA)
Franz Korwan Heinebach (DEU) 1865 – Internierungslager Noé (FRA) 1942 Er wurde 1865 mit dem bürgerlichen Namen Sally Katzenstein als fünftes von elf Kindern in ärmlichen Verhältnissen geboren. Katzenstein begann erst eine Banklehre, die er wegen Krankheit abbrach. Im Jahr 1886 besuchte er das erste Mal seinen Onkel Samuel Wolf auf Sylt, wo seine ersten von der Insel inspirierten Werke entstanden. Mithilfe der finanziellen Unterstützung des wohlhabenden Onkels begann Katzenstein 1887 mit dem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. 1888 kam er in die Malklasse von Eugen Dücker. Nach seinem Studium folgte eine elfmonatige Studienreise nach Italien. Nach seiner Rückkehr in den 1890er-Jahren kehrte er an die Kunstakademie in Düsseldorf zurück. Im Anschluss studierte er zwei Jahre an der Akademie in Berlin als Meisterschüler von Eugen Bracht. Katzenstein lebte abwechselnd in Westerland auf Sylt, Berlin und Hamburg. Im Jahr 1894 heiratete er die Westerländerin Franziska Achenbach, und kurz darauf kam die Tochter Erna auf Sylt zur Welt. Währenddessen unterhielt er ein Atelier in der Strandstraße in Westerland. Um seine finanzielle Lage abzusichern, betrieben Sie dort ein Gästehaus, und er arbeitete als Gebrauchsgrafiker. Ab 1905 trug er durch sein Engagement in der Sylter Kommunalpolitik wesentlich dazu bei, dass Westerland seine Stadtrechte erhielt. Katzenstein war 1910 im Aufsichtsrat der Sylter Dampfschifffahrtsgesellschaft und 1907 sowie 1913 Ratmann in Westerland. 1908 konvertierte er vom Judentum zum evangelischen Christentum und nahm den Namen Franz Korwan an, der erst 1924 offiziell anerkannt wurde. Am Anfang des Jahrhunderts war er finanziell sehr erfolgreich, doch die Kriegs- und Inflationsjahre ließen ihn fast mittellos zurück. 1920 folgte die Scheidung von seiner Frau, und er verkaufte sein mit Hypotheken belastetes Westerländer Haus. Es folgte der Umzug nach Keitum zu seinem Freund, dem Hamburger Kaufmann Julius Saenger, und dessen Frau Elsa. Das befreundete Ehepaar besaß dort ein Haus mit einer Atelierwohnung, die Korwan bezog. Durch die Inflation verlor er sein Vermögen und war auf die Hilfe der Familie Saenger angewiesen. Doch 1929 verstab Julius Saenger. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialist:innen wurde er durch den vorherrschenden Antisemitismus immer stärker gemieden. 1936 verließ er die Insel mit seiner neuen Lebensgefährtin, der verwitweten Elsa Saenger.
Werke

Weiblicher Halbakt
Öl auf Holz
24 × 18 cm

Winterlandschaft auf Sylt
Öl auf Malpappe
46,5 × 63,1 cm

Sylt
Öl auf Malpappe
47 × 68 cm