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2018 0240A

Künstler

2018 0240A

Porträt Dr. Siegmund Müller (1881-1938)

|

o.D.

Lepsius, Sabine

1864

Berlin (DEU)

-

1942

Bayreuth (DEU)

Sabine Lepsius wurde 1864 als Tochter des Malers Gustav Graef (1821–1895) und der Lithografin Franziska Liebreich (1824–1893) in eine wohlhabende jüdische Familie in Berlin geboren. Zwischen 1879 und 1881 besuchte sie die Königliche Akademische Musikschule in Berlin, die sie aus Enttäuschung über die fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten für Frauen verließ. Von 1884 bis 1885 nahm sie Malunterricht bei Karl Gussow (1843–1907). Erste Porträtaufträge erhielt Lepsius während ihres Aufenthaltes in Rom, wo sie ab 1887 studierte und 1889 ein gemeinsames Atelier mit Reinhold Lepsius (1857–1922) teilte. Vom Herbst 1889 bis Sommer 1890 besuchte Lepsius die Académie Julian in Paris. Im Pariser Salon desselben Jahres wurde ihr Selbstporträt Avant les lilas (verschollen) preisgekrönt. Im Jahr 1892 folgte die Heirat mit Reinhold Lepsius, mit dem sie zunächst in München, dann in Berlin wohnte. Der gemeinsame Sohn Stefan (1897–1917) fiel im Ersten Weltkrieg. In Berlin-Westend führte das Ehepaar Lepsius einen Salon, in dem Persönlichkeiten des künstlerischen und geistigen Lebens wie Stefan George (1868–1933), Hugo von Hoffmannsthal (1874–1929), Rainer Maria Rilke (1875–1926) und Käthe Kollwitz (1867–1945) verkehrten. In Chicago stellte sie 1893 im Woman’s Building der World’s Columbian Exposition aus. Im Jahr 1898 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der „Berliner Sezession“. Sabine Lepsius betätigte sich auch schriftstellerisch und verfasste 1935 ein Buch über die Freundschaft mit George.

Ihr künstlerischer Schwerpunkt lag auf Porträts, besonders von Frauen und Kindern. Viele ihrer über 280 Bildnisse (im Zweiten Weltkrieg zumeist verloren oder zerstört) waren Mitgliedern der jüdischen Gesellschaft in Berlin gewidmet. So porträtierte sie post mortem Siegmund Müller aus Berlin (1881–1938), der als jüdischer Kinderarzt und Geburtshelfer tätig war. Im Jahr 1934 wurde diesem die Zulassung der Berliner Betriebskrankenkasse entzogen und er durfte ab 1938 nicht mehr als Kassenarzt tätig sein. Zu den Kindern, die er zur Welt brachte, gehörte auch der spätere SA-Standartenführer Heidenreich. Im Juni 1938 kam dieser in seine Praxis und informierte ihn, dass er am nächsten Morgen zur Deportation abgeholt werden sollte. Daraufhin beging Müller Suizid, indem er sich mit Veronal vergiftete.

Werke

Porträt Dr. Siegmund Müller (1881-1938)

Öl auf Leinwand

69,8 × 79,9 cm

Damenporträt

Öl auf Leinwand

34,1 × 25,5 cm

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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