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Künstler

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Porträt der Mutter Anna (†1936)

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1937

Ludwig, Friedrich

1895

Wieslet (DEU)

-

1970

Gabersee (DEU)

Friedrich Ludwig wurde 1895 als siebtes von zehn Kindern einer Bauernfamilie im südlichen Schwarzwald geboren. Bereits mit acht Jahren gab man ihn als Verdingkind zu entfernten Verwandten auf einen Bauernhof, wo er hart arbeiten musste. Auf dem Speicher fand er alte Bücher, Drucke und Kupferstiche, darunter auch Rembrandt van Rijins Drei Bäume, die er zu zeichnen begann. Obwohl der Vater seine Fähigkeiten bemerkte, musste Ludwig aus finanziellen Gründen zunächst eine Malerlehre in Schopfheim absolvieren und wurde Anstreicher.

Ludwig beendete seine Ausbildung als Maler und arbeitete von 1913 bis 1919 als Dekorateur in Zürich. Um 1920 fand er Anschluss an einen Kreis von Künstlern in Badenweiler, darunter Annette Kolb und Julius Meier-Graefe. Von 1922 bis 1926 studierte Ludwig an der Städelschule in Frankfurt am Main und anschließend an der Académie Julian in Paris. Dort war er von Pariser Künstlern wie Paul Cézanne und den Kubisten umgeben. Die Zeit zwischen 1928 und 1930 galt als Ludwigs kreativste Schaffensperiode. Es folgten Reisen und Aufenthalte in Zürich, Florenz und Berlin.

Im Jahr 1934 wurde seine erste offizielle Ausstellung im Münchner Kunstverein, organisiert vom damaligen Direktor der Staatlichen Museen zu Berlin, Ludwig Justi, vom NS-Gauleiter Adolf Wanger als „undeutsch“ erklärt. Ludwig erhielt ein Ausstellungsverbot mit der Drohung: „Wenn das Zeug bis morgen nicht von den Wänden ist, lasse ich es abhängen und im Hof mit Benzin übergießen.“[1] Um seine Werke zu retten, beeilte sich Ludwig, einen großen Teil seiner Bilder zusammen mit seinem Freund Carl Conrad Hofer über Nacht zu verstecken, indem er sie auf Hofers Dachboden brachte. Nach einer Ausstellung in der Galerie Neupert in Zürich im Jahr 1935 erhielt er ein Angebot für einen kostenlosen Aufenthalt in der Schweiz, den er jedoch ablehnte. Stattdessen lebte Ludwig ab 1937 in Düsseldorf, wo er jedoch keine Möglichkeit fand, seine Bilder auszustellen.

Zunehmend verschloss sich Ludwig, fühlte sich in die Isolation gedrängt und wurde zum Außenseiter. Er reiste über Italien und Paris zurück nach Wieslet und ließ sich 1940 in Berchtesgaden nieder. Während des Zweiten Weltkriegs war Ludwig 1944 auf der Reichenau am Bodensee im Grenzdienst eingesetzt. Dort lernte er den Münchner Werbeunternehmer Norbert Handwerk kennen, der ihn viele Jahre später nach dem Tod von Otto Dix beauftragen sollte, Pastelle für ihn anzufertigen.

Im Rahmen einer Ausstellung in München 1956, die Werke von Künstlern des „Blauen Reiters“ zeigte, wurden auch zwei Arbeiten von Ludwig ausgestellt. Doch der große Durchbruch blieb ihm verwehrt. Sein entbehrungsreiches Leben beeinträchtigte seine psychische Verfassung; er war zeitweise verwirrt und geistesabwesend. Im Jahr 1968 erfolgte seine Einweisung in die Nervenheilanstalt Gabersee.

[1] Reinhard Müller-Mehlis, Ein vergessener Einzelgänger. Der Maler Friedrich Ludwig, in: Weltkunst, 1985, H. 15, S. 2100

Werke

Porträt der Frau Berta Ludwig

Öl auf Pressspanplatte

65,5 × 50 cm

Porträt der Mutter Anna (†1936)

Öl auf Leinwand

70 × 57 cm

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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