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2022 0519D

Künstler

2022 0519D

Farbabstraktion

|

o.D.

Maatsch, Thilo

1900

Braunschweig (DEU)

-

1983

Königslutter (DEU)

Aufgewachsen in Braunschweig, zeigte Maatsch schon mit drei Jahren Begeisterung für die Kunst. Nach dem Schulabschluss begann er eine Lehre als Bankkaufmann, bald wurde ihm jedoch klar, dass dieser Beruf nicht zu ihm passte. Um sich beruflich abzusichern, wählte er neben seiner künstlerischen Tätigkeit den Weg des Pädagogikstudiums und wurde 1924 Lehrer. Durch den Sammler Otto Ralfs lernte er in den 1920er-Jahren Bauhaus-Künstler wie Lyonel Feininger, Paul Klee und Wassily Kandinsky kennen. In den Schulferien studierte Maatsch selbst am Bauhaus und wurde dort stark von der abstrakten Malweise inspiriert.

Er stellte regelmäßig in Braunschweig aus und gehörte Künstlervereinigungen wie der Novembergruppe, dem Verein Berliner Künstler und dem Reichsverband bildender Künstler an. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialist:innen erfuhr seine Laufbahn einen brutalen Einschnitt, denn er hielt an der abstrakten Kunst fest – einer Malweise, die das NS-Regime als „entartet“ bezeichnete. Vor diesem Hintergrund widersprach auch die abgebildete Farbabstraktion den nun propagierten Idealen von Klarheit, Ordnung und heroischer Darstellung. Die Nationalsozialisten betrachteten Abstraktion als Bedrohung für die deutsche Kultur; sie galt als „undeutsch“ und war angeblich von jüdischen und bolschewistischen Strömungen beeinflusst. Stattdessen förderte das NS-Regime eine idealisierte figürliche Kunst, die nationalistische und rassistische Ideen verkörperte. Infolge der nationalsozialistischen Repressionen musste sich auch das avantgardistische Bauhaus 1933 auflösen.

Im Frühjahr desselben Jahres durchsuchte die Gestapo Maatschs Wohnung und konfiszierten Gemälde und Dokumente. 1934 wurde er aus dem Reichsverband bildender Künstler ausgeschlossen und lebte von nun an als geächteter Künstler. Daraufhin zog er sich in die sogenannte „innere Emigration“ zurück – er ließ die bildende Kunst ruhen und konzentrierte sich auf das Schreiben.

1943 wurde er als Sanitäter zum Kriegsdienst eingezogen, geriet in russische Kriegsgefangenschaft und kehrte 1945 zurück. Trotz all dieser Rückschläge verlor Maatsch nie seine Leidenschaft für die Kunst, auch wenn er selbst sagte, er besitze nicht das Talent, seine Werke zu Geld zu machen. Vielleicht kehrte er gerade deshalb nach dem Krieg in den Schuldienst zurück. Im niedersächsischen Königslutter am Elm wurde er zunächst Lehrer und später Schulleiter. Zudem engagierte er sich für die UNESCO, ein Zeichen dafür, dass sein Bildungsauftrag für ihn nie aufgehört hat.

LITERATURAUSWAHL:

- Dirk Janßen, Gabriele Saure, Annette Schmelter und Kerstin Schnieder, Maatsch, Thilo, in: Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen (Schriften der Guernica-Gesellschaft 9), hg. von Martin Papenbrock und Gabriele Saure, Teil 2, Weimar 2000, S. 318

-Peter Lufft, Der Maler Thilo Maatsch (Arbeitsberichte aus dem Städtischen Museum Braunschweig 30), Braunschweig 1979

Werke

Farbabstraktion

Öl auf Karton

71 × 101,9 cm

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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