
Künstler

Festung Marienberg in Würzburg
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1936
Merveldt, Hanns Hubertus Graf von
1901
Coesfeld (DEU)
-
1969
Hamburg (DEU)
Zwischen seinen Erfahrungen als Opfer der nationalsozialistischen Politik und gleichzeitig als Mitglied der Reichskulturkammer zählte Merveldt zu den bis heute unklar positionierten Künstler:innen der Verlorenen Generation. Als Sohn des Reichsgrafen Reinhard von Merveldt wurde der Künstler in eine einflussreiche Familie hineingeboren. Um den Wünschen seiner Eltern nachzukommen, begann er zunächst eine Ausbildung als Maler und Lackierer, bevor er an der Badischen Landeskunstschule studierte. Nachdem er 1932 mit dem „Rompreis“, der höchsten staatlichen Auszeichnung des Landes, ausgezeichnet wurde, kam es mit dem jüdischstämmigen Künstlerkollegen Felix Nussbaum zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Dabei war fraglich, ob tatsächlich antisemitische Gründe oder eher künstlerische Differenzen ursächlich waren. Als Mitglied der Reichskulturkammer malte er 1936 das ausgestellte Werk, das die Alte Mainbrücke und die Festung Marienberg abbildete. Auf der Rückseite befand sich ein Stempel der „FL. [Reichsadler] U.V. 1937“, der darauf hindeutete, dass das Werk ab 1937 in einer Unterkunft der Luftwaffe gelagert wurde. Kurz darauf störte sich Adolf Hitler an Merveldts Stil und sortierte sein für die Große Deutsche Kunstausstellung eingereichtes Werk „Figurenkomposition“ von 1931 aus. Daraufhin wurde es in der diffamierenden Parallelausstellung „Entartete Kunst“ 1937 in München gezeigt. Somit traf auf seinen anfänglichen Erfolg die rigide und unberechenbare Kontrolle der Nationalsozialist:innen, die sich entscheidend auf seine Karriere auswirkte. Später wurde auch Merveldt zum Kriegsdienst einberufen. 1944 wurde eine Vielzahl seiner Werke zerstört.
Werke

Stillleben
Öl auf Leinwand
54 × 65 cm

Festung Marienberg in Würzburg
Öl auf Leinwand
87 × 115 cm

Boote am Strand
Öl auf Leinwand
54 × 65 cm