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2024 0623A

Künstler

2024 0623A

Bildnis Else Schickedanz (†1972)

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1927

Oppenheim, Alfred Nathaniel

1873

Frankfurt am Main (DEU)

-

1953

London (GBR)

Geboren in eine kleinbürgerliche jüdisch-orthodoxe Familie, lag eine spannende künstlerische Ausbildung hinter Alfred Nathaniel Oppenheim: Nach einer Goldschmiedeausbildung an der Königlichen Zeichenakademie zu Hanau ging er 1890 zum Studium der Malerei an die Frankfurter Städelschule, 1894 an die Akademie der Bildenden Künste in München und um 1900 nach Paris.

Oppenheim trat in große Fußstapfen, denn sein Großvater war der renommierte deutsche Historienmaler Moritz Daniel Oppenheim (1800–1882), der mit Auftragsarbeiten für die vermögende Familie Rothschild betraut worden war und eine Sammlung ostasiatischer Kunst sowie Asiatika angelegt hatte. Der Vater, Daniel Guido Oppenheim (1843–1888), Professor für bildende Künste, setzte die Sammlung fort und überließ sie schließlich Alfred Nathaniel. Neben der Malerei war auch dieser ein umtriebiger Kunstsammler und galt als Fachmann auf dem Gebiet der ostasiatischen Kunst. In dieser Eigenschaft bearbeite er zwischen 1919 und 1938 die Kataloge der großen Frankfurter Kunstauktionshäuser, darunter auch jene des Kunsthändlers Hugo Helbing (1863–1938). Zudem arbeitete er bei der Katalogisierung der China-Keramik-Ausstellung im Frankfurter Gewerbemuseum 1923 mit und war Mitglied im Kunstgewerbeverein.

Oppenheim entging durch Flucht nach London 1938 der Verfolgung durch die Nationalsozialist:innen. Seine Kunstsammlung, die auch französische Kunst des 19. Jahrhunderts umfasste, blieb bei einer Frankfurter Speditionsfirma eingelagert. Der Auftakt der nationalsozialistischen „Raubzüge“ war die verpflichtende Registrierung sämtlicher Vermögenswerte. Vor allem aus Kunst und Kulturgütern versuchten hochrangige NS-Funktionäre Kapital zu schlagen und „legitimierten“ den Raub somit bürokratisch. Zusätzlich finanzierte die Bereicherung an beschlagnahmten Vermögen die Kriegsvorbereitungen. Wertsachen in das Exilland auszuführen, blieb Emigrant:innen strengstens untersagt. 1941 wurde auch die Asiatika-Sammlung der Familie Oppenheim von der Gestapo konfisziert. Die „Arisierung“ der Besitztümer wurde 1943 von Ernst Holzinger (1901–1972), dem damaligen Direktor des Städel Museums, vollzogen, indem er sie dem städtischen Besitz einverleibte. Bis heute ist der Bestand der Sammlung auf verschiedene Museen verteilt. Im Allgemeinen gelten sie jedoch als verfolgungsbedingt entwendetes Raubgut. Zahlreiche Kunstwerke von Oppenheim gelangten hingegen 1943 in Auktionen und blieben bis heute verschollen. Im englischen Exil blieb Oppenheim weiterhin künstlerisch tätig und arbeitete als Maler und Kunstrestaurateur.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.

Werke

Weiblicher Halbakt

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

65,3 × 52

Bildnis Else Schickedanz (†1972)

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

47 × 43,8 cm

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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