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2020 0353D

Künstler

2020 0353D

Eva

|

1946

Paffenholz, Peter Josef

1900

Köln (DEU)

-

1959

Remscheid

Peter Josef Paffenholz wuchs in schwierigen Verhältnissen auf: Sein Vater starb früh, die Mutter heiratete erneut, doch die Familie geriet in finanzielle Bedrängnis. Nach der Scheidung der Mutter schlug sich Paffenholz zunächst als Friseurlehrling durch, wechselte dann aber zur Fotografie. Kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs wurde er zum Militär einberufen.

Im Anschluss zog es ihn an die Kunstgewerbeschule in Köln. Dort entfaltete er sein Talent nicht nur in der Malerei, sondern entwarf auch Filmplakate und Theaterkostüme. Besonders faszinierte ihn die Herstellung von Holzschnitten für den Buchdruck. In den 1920er-Jahren schloss er sich der Gruppe progressiver Künstler:innen an und etablierte sich in den verschiedensten Bereichen der Kunstszene. Er arbeitete als Bühnenbildner in Köln, präsentierte seine Malerei auf Ausstellungen und illustrierte Kurzgeschichten. Ein Jahr nach der Geburt der gemeinsamen Tochter heirateten Paffenholz und die Kommunistin Anna Maria Lossen (Lebensdaten unbekannt). Maria (1923–2011) wurde ebenfalls später Künstlerin. 1926 trat Paffenholz der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) bei und gestaltete dafür Flugblätter und Schriften. 1931 wurde er zum Stadtverordneten der KPD ernannt und setzte sich im Stadtausschuss für sozial Benachteiligte ein. Mit seiner Frau engagierte er sich aktiv im Widerstand gegen den Nationalsozialismus; die gemeinsame Wohnung wurde zum Treffpunkt für politische Zusammenkünfte.

Mit der Machtübernahme Hitlers geriet Paffenholz ins Visier der Gestapo. Bereits im März 1933 wurde er wegen seiner politischen Arbeit in „Schutzhaft“ genommen. Nach einem gesundheitlichen Zusammenbruch kam er Ende April wieder frei, doch Verhöre und berufliche Einschränkungen als Künstler nahmen ihm jede Lebensgrundlage. Um seine Familie trotzdem versorgen zu können, arbeitete er unter Pseudonym für einen katholischen Verlag. Noch vor seiner Entlassung hatte ihn die Gestapo gezwungen, ein Propaganda-Plakat für die NSDAP zu entwerfen. In seinen Kreisen galt das als Verrat, weswegen er dort geächtet und denunziert wurde. Im Jahr 1944 wurde er erneut für einige Wochen verhaftet. Die letzten Monate des Krieges verbrachte er versteckt in einem Stall am Rande von Ründeroth im Bergischen Land, wo seine Familie bereits seit 1942 lebte. Während dieser Zeit entstanden viele Werke mit religiösen Motiven.

Nach dem Krieg kämpfte Paffenholz um die Anerkennung als Verfolgter des NS-Regimes. Von der KPD distanzierte er sich 1946, nachdem er in der Partei erneut öffentlich angefeindet worden war. Obwohl seinem Antrag auf Entschädigung für die erlittene Haft stattgegeben wurde, legten die Behörden die Auszahlung erst nach dem 60. Lebensjahr fest. Paffenholz starb jedoch bereits mit nur 59 Jahren, sodass die Wiedergutmachung zu spät kam.

 

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.

Werke

Adam

Öl auf Holz;Oil on wood

117 × 50,5 cm

Eva

Öl auf Holz;Oil on wood

128 × 54,5 cm

Ich geb mein Bestes her

Öl auf Holz;Oil on wood

116,5 × 50 cm

Bettler sind wir alle

Öl auf Holz;Oil on wood

122 × 55 cm

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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