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Künstler

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Selbstporträt

|

o.D.

Stuckenberg, Fritz

1881

München (DEU)

-

1944

Horn bei Füssen (DEU)

Nach seiner Ausbildung beim Porträtmaler Anton Klamroth in Leipzig ging Fritz Stuckenberg an die Akademien in München und Weimar. Als der ausgebildete Künstler jedoch 1907 nach Paris zog, wurde er rasch von den dortigen Künstlervereinigungen und Ausstellungen, etwa dem Salon d′Automne, sowie von den zwanglosen Künstlertreffs rund um das berühmte Café du Dôme in den Bann gezogen.

Das Selbstporträt in der Sammlung Böhme veranschaulicht seine anfänglich impressionistisch geprägte Formensprache. Bald darauf wandelte sich jedoch sein Formenverständnis: Er schuf nun beinahe karikaturhaft zugespitzte Porträts mit kräftigen Umrisslinien, wie das ebenfalls undatierte Frauenporträt zeigt.

Stuckenberg heiratete in erster Ehe Margot Häusler (*1893; geschieden 1920) und in zweiter Ehe die Künstlerin Erika „Liane“ Deetjen. Vermutlich lernte er letztere ab 1919 in München kennen, zu dieser Zeit lebte er bereits in der Künstlerkolonie Seeshaupt bei Campendonk. Sein künstlerisches Talent sprach sich rasch herum, sodass die Gründerin der US-amerikanischen Society Anonyme, Katherine Dreier, 16 Werke Stuckenbergs erwarb. Obwohl seine Arbeiten erfolgreich angekauft wurden, litt der Künstler unter chronischer Geldnot. Zudem war seine Gesundheit infolge einer Syphilisinfektion stark angegriffen, weshalb er in das Elternhaus nach Delmenhorst zurückzog. Auch die zweite Ehe mit Liane zerbrach, doch lange blieb er nicht allein, denn 1924 heiratete er Sophie (1892–1984, geb. Schildknecht).

Nach der Machtübernahme lässt sich Stuckenberg nicht für die „volksnahe“ Bildsprache begeistern, vielmehr entstehen im geheimen, den Nationalsozialisten verpönte, abstrakt-geometrische Werke. Nach dem Krieg kommen diese, in einer Sammelmappe versteckten und aufbewahrten Werke, während eines Transports nach Bremen abhanden und bleiben bis heute verschollen.

Ab 1937 wurden Stuckenbergs Werke gemeinsam mit anderen, von der sogenannten „Säuberungsaktion“ betroffenen Arbeiten aus Museen in Oldenburg, Jena und Breslau entfernt. Diese Diffamierung beobachtete der Künstler vermutlich aus der Ferne, da er zu jener Zeit auf der italienischen Insel Ischia lebte, wo verträumte Landschaftsbilder entstanden. Von Krankheit gezeichnet, kehrte er 1941 nach Deutschland zurück und lebte fortan in Horn bei Füssen, dort erlag er schließlich einer Tuberkulose.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog "Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten". Dieser ist Hier erhältlich.

Werke

Selbstporträt

Öl auf Leinwand auf Holz;Oil on canvas on wood

34 × 28 cm

Frauenporträt

Gouache auf Papier;Gouache on paper

52,5 × 36 cm

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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