
Künstler

Porträt einer rothaarigen Dame
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o.D.
Wolfthorn, Julie
1864
Thorn (POL)
-
1944
Theresienstadt (CZE)
Julie Wolfthorn wurde 1864 als jüngstes von fünf Kindern in eine jüdische Familie geboren. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern zogen die Geschwister 1883 mit ihrer Großmutter nach Berlin. Um 1890 begann sie dort ihre künstlerische Ausbildung in Malerei und Grafik, vermutlich an der Malschule des Vereins der Berliner Künstlerinnen, da Frauen erst 1919 an der Akademie zugelassen wurden. Dort studierten auch andere Vertreterinnen der Sammlung Böhme, wie beispielsweise Ursula Vehrigs. Wolfthorn gehörte im Mai 1898 zu den Gründungsmitgliedern der „Berliner Sezession“, an deren Ausstellungen sie bis 1917 teilnahm. In dieser Zeit fügte sie ihrem Nachnamen den ihres Geburtsortes Thorn hinzu, um sich von anderen Künstlern gleichen Namens zu unterscheiden. Der Kunstbetrieb stand Künstlerinnen weiterhin zurückhaltend und ablehnend gegenüber. Deshalb gründete Wolfthorn 1905 zusammen mit Käthe Kollwitz und Sabine Lepsius die Ausstellungsgemeinschaft Verbindung Bildender Künstlerinnen Berlin – München, die ihre Werke mehrfach in der Galerie Fritz Gurlitt in Berlin zeigte. Anfang der 1930er-Jahre war sie noch an vielen Ausstellungen beteiligt, bevor sie ab 1933 nur noch im Rahmen des Kulturbundes Deutscher Juden arbeiten und ausstellen konnte. Dieser Zusammenschluss entlassener jüdischer Kulturschaffender wurde 1941 aufgelöst, und seine Mitglieder wurden verfolgt und verhaftet. Im Oktober 1942 wurden Wolfthorn und ihre Schwester Luise nach Theresienstadt deportiert, wo Wolfthorn im Dezember 1944 ermordet wurde. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.
Werke

Porträt einer rothaarigen Dame
Pastell und Kohle auf Papier;Pastel and charcoal on paper
50,5 × 38,5 cm

Eleganter Herr
Öl auf Malpappe
34 x 27 cm

Dunkelhaarige Dame im Lehnstuhl
Öl auf Leinwand;Oil on canvas
67 × 83 cm