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2020 0366A

Künstler

2020 0366A

Selbstporträt

|

o.D.

Zitzewitz, Augusta von

1880

Berlin (DEU)

-

1960

Berlin (DEU)

Eine der zahlreichen Künstlerinnen in der Sammlung Böhme ist Augusta von Zitzewitz. Künstlerinnen mussten häufig unter anderen Bedingungen arbeiten als ihre männlichen Kollegen, da ihnen der Zugang zu akademischer Ausbildung, öffentlichen Aufträgen und professionellen Netzwerken oftmals verwehrt blieb. Viele Künstlerinnen waren auf private Förderungen angewiesen und waren künstlerisch eingeschränkt. Umso bemerkenswerter ist der im Museum Kunst der Verlorenen Generation vergleichsweise hohe Anteil an Werken von Frauen! Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlernte von Zitzewitz ihr künstlerisches Handwerk und studierte zwischen 1907 und 1911 an der Berliner Zeichen- und Malschule des Vereins der Bildenden Künstlerinnen bei George Mosson. Während der Weimarer Republik heiratete sie den jüdischen Kunsthistoriker Erich Römer († 1934) und blieb künstlerisch aktiv.

Bis 1932 schuf sie Holzschnitte für die linksliberale Zeitschrift Die Aktion und stellte regelmäßig aus. Parallel dazu etablierte sie sich als Porträtmalerin, für bedeutende Persönlichkeiten, darunter Schriftsteller und Publizisten wie Rainer Maria Rilke, Franz Mehring und Hedwig Dohm. Aufgrund ihrer Ehe mit einem jüdischen Mann wurde auch Augusta von Zitzewitz verfolgt und ihre Werke galten den Nationalsozialisten als „entartet“. Die enge Beziehung zu ihrem Kind bestand bis zu ihrem Tod fort und spiegelte sich deutlich in ihrer Kunst wider. Auch in der Sammlung Böhme befindet sich ein Werk, das ihre Tochter Ilse Marie Roemer (1915–1964) als Kleinkind mit einem Pudel zeigt.

Erst in der Nachkriegszeit erfuhr die Künstlerin wieder Anerkennung: Eine umfassende Würdigung ihres Werks erfolgte jedoch erst Jahrzehnte später durch Ausstellungen und die Anbringung einer Gedenktafel an ihrem Wohnhaus.

Derzeit werden alle Werke von Augusta von Zitzewitz aus der Sammlung Böhme in ein Werkverzeichnis (Jürgen Sucksdorff, Berlin) eingearbeitet.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.

Werke

Mädchenbildnis mit Puppe

Öl auf Hartfaserplatte

68 × 50 cm

Selbstporträt

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

65 × 51 cm

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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