
Künstler

Junge Frau in roter Bluse
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o.D.
Słodki, Marcel
1892
Łodz (POL)
-
1943
Auschwitz (POL)
Der polnische Künstler Marcel Słodki studierte von 1910 bis 1913 an der Akademie der Bildenden Künste in München und arbeitete anschließend in Paris und Berlin. Während einer Studienreise durch Italien erkrankte er an Malaria. Er kehrte 1913 nach Paris zurück und emigrierte vermutlich zwei Jahre später nach Zürich, wo er in einem Architekturbüro eine Anstellung fand. Während des Ersten Weltkriegs hielt er sich in der Schweiz auf und schloss sich dem Kreis der DADA-Künstler um das Cabaret Voltaire in Zürich an. Für die Eröffnung der gleichnamigen Künstlerkneipe und den ersten Rezitationsabend am 5. Februar 1916 gestaltete er das Eröffnungsplakat. In den 1920er-Jahren lebte er erneut als Maler und Bühnenbildner überwiegend in Paris. Kurzzeitig experimentierte Słodki mit dem Kubismus, verwarf den Stil jedoch bald und zerstörte die entsprechenden Arbeiten. Słodki nahm die französische Staatsbürgerschaft an. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs musste der jüdische Künstler untertauchen und versteckte sich im französischen Savoyen, wo er am 04. Dezember 1943 verhaftet wurde. Über das Sammellager Drancy wird er am 07. Dezember 1943 in das Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Seine Ehefrau, die Malerin Masha Słodki überlebte den Zweiten Weltkrieg und suchte über die Hilfsorganisation Joint Distribution Committee nach dem Verbleib ihres Mannes, bis sie schließlich 1947 verstarb. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog "Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten". Dieser ist Hier erhältlich.
Werke

Junge Frau in roter Bluse
Öl auf Leinwand
61 × 50 cm