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2016 0011D

Künstler

2016 0011D

Die Gruppe Ghat

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1920

Betzler, Emil

1892

Kamen (DEU)

-

1974

Frankfurt am Main (DEU)

Emil Betzler

Kamen (DEU) 1892 ‒ 1974 Frankfurt am Main (DEU)

Während seines Studiums an der Kunstgewerbeschule in Elberfeld und später von 1912 bis 1914 an der Kunstakademie Düsseldorf erlebte Emil Betzler den künstlerischen Aufbruch des Expressionismus – einer Strömung, die später von den Nationalsozialisten zum Feindbild der „deutschen“ Kunst erklärt wurde. 1914 legte er die Prüfung für das künstlerische Lehramt ab, bevor er zum Kriegsdienst einberufen wurde. Eine schwere Verwundung führte dazu, dass ihm ein Fuß amputiert werden musste. Ab 1916 lebte er in Frankfurt am Main, wo er als Lehrer an der Liebig-Oberrealschule arbeitete. Dort schloss er sich dem Frankfurter Künstlerbund an, zu dessen Mitgliedern auch Max Beckmann (1884–1950) gehörte, den Betzler 1925 kennenlernte und in einem Café porträtierte. Betzler war in diesen Jahren fest in der Frankfurter Kulturszene verankert und kam mit bedeutenden Persönlichkeiten in Kontakt, darunter auch mit dem Komponisten Paul Hindemith (1895–1963), den ein anderer Künstler der Sammlung, Rudolf Wilhelm Heinisch, mehrfach porträtiert hatte. 1920 war Betzler Mitbegründer der Künstlervereinigung Gruppe Ghat, zu der auch die Expressionisten Gottfried Diehl (1896–1956), Hanns Ludwig Katz (1892–1940) und der Kunsthändler Herbert Cramer (1886–1952) gehörten. Sie verfolgten weniger ein gemeinsames künstlerisches Konzept als vielmehr eine wirtschaftliche Strategie. Gewinne und Verluste sollten gleichmäßig verteilt werden, um jedem Mitglied ein finanzielles Fundament zu sichern. Betzler verewigte die Gruppe in einem einzigen bekannten Porträt, das ihn selbst als Künstler mit Pinsel in der Hand zeigt, neben Diehl und Katz. Doch die Vereinigung löste sich nach nur einem Jahr auf, vermutlich weil die Geschäftsidee nicht trug. Während Betzler danach als Kunstpädagoge und Hochschullehrer arbeitete, wurde Diehl Mitglied der Darmstädter Sezession, Katz emigrierte nach Südafrika, um den Repressionen gegen Jüdinnen und Juden zu entkommen. Ab 1930 arbeitete Betzler als staatlicher Fachberater für Kunsterziehung an den höheren Schulen in Hessen-Nassau und unternahm Studienreisen nach Italien, Frankreich und in die Schweiz. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialist:innen 1933 geriet Betzler wegen „bolschewistischer Zersetzung“ unter Anklage – in dieser hieß es: „Betzler hetzt gegen die NSDAP und den Führer […] Betzler ist Anhänger der expressionistischen, internationalistischen, bolschewistischen, artfremden Kunst.“ Diese Vorwürfe führten dazu, dass Betzler seine Ämter als Fachberater und Fachleiter verlor. Im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ wurden seine Werke im Kupferstichkabinett des Städelschen Kunstinstituts 1937 beschlagnahmt. Nach Kriegsende kehrte Betzler mit Ausstellungen, Vorträgen und Buchpublikationen in die Öffentlichkeit zurück und arbeitete erneut als Hochschullehrer und Kunsterzieher. 1950 zählte er zu den Gründern des Bundes Deutscher Kunsterzieher und erhielt 1967 das Bundesverdienstkreuz.

LITERATURAUSWAHL:

-Expressionismus im Rhein-Main-Gebiet. Künstler – Händler – Sammler, hg. von Christoph Otterbeck (Ausst.-Kat. Museum Giersch Frankfurt am Main), Petersberg 2011

-Ann-Caroline Koschare, Website über Emil Betzler, https://emilbetzler.de (17.1.2024) ---

-Emil Betzler. Ein Beitrag zum Expressionismus, hg. von Hans Meyers, Frankfurt am Main 1968

Werke

Die Gruppe Ghat

Öl auf Pressspanplatte

98 × 82,5 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

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