
Künstler

Der Raucher in der Kneipe
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o.D.
Brockmann, Gottfried
1903
Köln (DEU)
-
1983
Kiel (DEU)
Gottfried Brockmann Köln (DEU) 1903 ‒ 1983 Kiel (DEU) Gottfried Brockmann erhielt durch seinen Vater Hans Waldemar Brockmann (1877–1925), der Dekorationsmaler war, bereits in jungen Jahren Zugang zur Kunst. Auf Wunsch des Vaters machte Brockmann zunächst eine zweijährige Architekturausbildung und danach eine Dekorationsmalerlehre, die er 1922 abschloss. Während seiner Lehrjahre kam er durch den seit 1917 bei den Brockmanns wohnenden Architekten Wilhelm Kleinerts in Kontakt zur Künstler:innengruppe „Stupid“. Dieser gehörten auch Marta Hegemann, Angelika Hoerle (1899–1923) und Anton Räderscheidt (1892–1970) an, in dessen Atelier sie sich regelmäßig trafen. Aus Teilen dieser Gruppe gingen später die „Kölner Progressiven“ um Heinrich Hoerle (1895–1936) und Franz Seiwert (1894–1943) hervor. Brockmann bewegte sich in diesem Künstler:innenkreis zwischen 1922 und 1925. Nach dem Tod seines Vaters 1925 musste Brockmann für den Lebensunterhalt der Familie aufkommen. Deshalb begann er 1926 ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Wilhelm Herberholz (1881–1956), Ernst Aufseeser (1880–1940) und Werner Heuser (1880–1964), um das Stigma des Autodidakten abzulegen. Dort erhielt er ein Stipendium von der Kölner Stiftung Johnen und ab 1927 auch ein eigenes Atelier in der Akademie. Ab 1928 wurde Brockmann Meisterschüler von Heinrich Campendonk (1889–1957), der Katherine S. Dreier (1877–1952) auf Brockmann für die Ausstellung der Société Anonyme in New York aufmerksam machte. Dort konnte er 1931 zwei Bilder ausstellen. Nach seinem Studienabschluss 1932 blieb Brockmann an der Akademie und wurde mit der Grundausbildung der Studierenden betraut. Im gleichen Jahr heiratete er die Bildhauerin Marianne Reunert und wurde zum Vorstandsmitglied der „Rheinischen Sezession“ gewählt. Als Widerstand gegen die sich anbahnende Einflussnahme der Nationalsozialist:innen wurde er zudem Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Im Bereich der Akademie setzte er sich gegen das Tragen von Hakenkreuzen und den Antisemitismus ein. Er trat auch der Absetzung des Direktors Walter Kaesbach (1879–1961) im Jahr 1933 entgegen. Wegen seiner Zugehörigkeit zur KPD und seines Widerstands gegen den Nationalsozialismus erhielt Brockmann 1933 Akademieverbot. Er flüchtete vor der Bedrohung durch ein SA-Kommando mit seiner Frau nach Berlin, wo sie bei den Schwiegereltern lebten. Dort malte er im Verborgenen weitere Bilder. Wegen der Gefahr, die die Nationalsozialist:innen für Brockmann und seine Frau darstellten, wurde Brockmanns Schwiegervater Paul Reunert „Fördermitglied“ der SS, um so die Übergriffe auf den Schwiegersohn abwehren zu können. Von 1933 an war Brockmann im kunsthandwerklichen Bereich tätig, unter anderem als Werkstattleiter der Klasse für Denkmalpflege und Monumentalmalerei der Vereinigten Staatsschulen Berlin. Von 1942 bis 1945 musste Brockmann Wehrdienst leisten. Nach der Entlassung aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft 1946 ließ sich Brockmann in Hof an der Saale nieder und leitete dort eine Buchdruckerei sowie eine lithografische Anstalt. 1952 zog die Familie nach Kiel, wo er zunächst Kulturreferent der Stadt, danach Lehrer für Naturstudien und Malen an der Muthesius-Gewerbeschule wurde und 1975 den Professorentitel erhielt. LITERATURAUSWAHL: -Gernot Thiele, „… zu der Frage nach einer allgemein verbindlichen Aussage der Kunst“. Strategien, Programme und Ideen im Werk Gottfried Brockmanns, Diss. Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 2003 -Gottfried Brockmann. Bild und Überzeitlichkeit, hg. von Knut Nievers und Gernot Thiele (Ausst.-Kat. Stadtgalerie im Sophienhof Kiel/Haus am Waldsee Berlin), Ostfildern-Ruit 1995 -Gottfried Brockmann. Gemälde. Zeichnungen. Graphik, hg. von Johann Schlick (Ausst.-Kat. Karl Ernst Osthaus Museum Hagen / Kunsthalle zu Kiel & Schleswig-Holsteinischer Kunstverein), Kiel 1976
Werke

Der Raucher in der Kneipe
Tempera auf Hartfaserplatte
40,5 × 35,5 cm

Sitzender
Mischtechnik auf Papier auf Karton
18,2 × 15,2 cm

Venezianisches Glas
Öl auf Pressholz
45,5 × 28 cm