
Künstler

Stillleben mit Früchten
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o.D.
Chapiro, Jacques
1887
Dinaburg (LVA)
-
1972
Paris (FRA)
Jacques Chapiro Dinaburg (LVA) 1887 ‒ 1972 Paris (FRA) Jakov Aleksandrovic Šapiro wurde als Sohn des Holzschnitzers Aleksandr Šapiro in Daugavpils geboren. Chapiro begann 1915 sein Studium an der Charkiwer Kunstschule in der heutigen Ukraine. Ab 1918 setzte er sein Studium an der Muraško Zeichenschule in Kiew fort und konnte im darauffolgenden Jahr die Zeichenschule im damaligen Jekaterinoslaw leiten. 1920 übersiedelte er nach St. Petersburg. Ab 1921 studierte er an der Akademie der Künste in St. Petersburg und arbeitete gleichzeitig als Assistent für Gestaltung für den konstruktivistischen Theaterregisseur Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere beschloss Chapiro, sein Leben radikal zu ändern, und er wanderte 1925 nach Frankreich aus. Dort erschöpften sich rasch seine Ersparnisse. Befreundete und ebenfalls in Frankreich lebende russisch-jüdische Künstler:innen retteten ihn vor dem Verhungern. Auf deren Empfehlung kam er in die Pariser Künstlerkolonie „La Ruche“ im Montparnasse-Viertel. Dort lebten und arbeiteten Künstler:innen aus aller Welt, wie Pablo Picasso, Chaim Soutine oder Amadeo Modigliani. Fünf Jahre lang lebte er in dieser Gemeinschaft und schuf hier seine bedeutendsten Werke. In dieser Zeit änderte er seinen Namen zum französisch klingenden „Jacques Chapiro“. Ab 1926 stellte er im Salon d’Automne und in diversen Pariser Galerien aus. Auch im Salon des Tuileries sowie im Salon der Indépendants und der Surindépendants konnte er sich mit seinen Werken beteiligen. Gleichzeitig entstanden Dekorationen für Aufführungen der Ballettkompanie von Sergei Diaghilev. In den 1930er-Jahren kam es für ihn aufgrund der zunehmenden antisemitischen Stimmung und der Wirtschaftslage zu erheblichen Schwierigkeiten. Im Jahr 1939 fand er Zuflucht in Carpentras und Serres im Süden von Frankreich. Nach dem Krieg reiste er nach Italien und kehrte daraufhin nach Paris zurück, eröffnete ein eigenes Atelier und verfasste ein Gedenkbuch voller Anekdoten über das Leben in der Künstlerkolonie „La Ruche“. Als das Gebäude abgerissen werden sollte, gründete Chapiro 1967 zusammen mit Marc Chagall und Raymond Cogniat ein Komitee zu dessen Erhaltung. Sie hatten Erfolg und erreichten, dass das Gebäude erhalten und in die Liste historisch geschützter Gebäude aufgenommen wurde. Chapiro verstarb 1972 in Paris.
Werke

Stillleben mit Früchten
Öl auf Leinwand
27,5 × 35 cm